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Erysipel (Wundrose): plötzlich aufflammende Hautinfektion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Juli 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ein Erysipel (auch Wundrose oder Rotlauf genannt) ist eine durch Bakterien ausgelöste Entzündung der Haut. Sie kann nur entstehen, wenn die Erreger – meist A-Streptokokken – durch kleine Verletzungen (wie kleine Risswunden, Ekzeme oder Fußpilz zwischen den Zehen) in die Lymphspalten der Lederhaut gelangen. Innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen entwickeln sich dann flammenförmige, scharf begrenzte Rötungen.

Typischerweise tritt ein Erysipel plötzlich auf und ist mit einem schweren Krankheitsgefühl verbunden. Die entzündete Hautstelle fühlt sich warm an und es kommt zu einer mehr oder weniger starken Wasseransammlung (Ödem), einem Spannungsgefühl und Schmerzen. In schweren Fällen können sich auch Blasen bilden. Daneben entwickeln viele Menschen mit einer Wundrose folgende Beschwerden:

Breitet sich die Hautinfektion entlang der Lymphspalten aus, können sich die Lymphbahnen entzünden (Lymphangitis): Dann bildet das Erysipel typischerweise zungenförmige Ausläufer und manchmal sind die im Lymphabflussgebiet liegenden Lymphknoten geschwollen. Besonders häufig tritt eine Wundrose am Bein auf. Das Gesicht ist ebenfalls oft betroffen – in dem Fall spricht man auch von einer Gesichtsrose.

Von 100.000 Einwohnern bekommen im Jahr durchschnittlich rund 100 – meist Erwachsene – ein Erysipel. Ein besonders hohes Risiko für eine Wundrose haben Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt sind – zum Beispiel weil sie schon älter sind, AIDS haben oder Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken (z.B. nach einer Organtransplantation). Auch Menschen mit Durchblutungsstörungen (z.B. bei Diabetes) haben ein erhöhtes Hautinfektionsrisiko.

Das Bild zeigt eine bakterielle Enzündung der Haut (Erysipel). © Okapia

Typische Hautrötung bei einem Erysipel. © Dr. med. J.P. Müller/OKAPIA

Um Komplikationen zu vermeiden, macht ein Erysipel eine rasche Therapie mit einem Antibiotikum nötig. Meist kommt Penicillin zum Einsatz: In schweren Fällen erhalten die Betroffenen das Mittel zunächst als Infusion über die Vene (intravenös). Beginnt die Wundrose sich zu bessern, kann man nach wenigen Tagen auf Tabletten umsteigen.

Bei einer Wundrose am Arm oder Bein empfiehlt es sich zudem, die entsprechende Gliedmaße hoch zu lagern und zu kühlen. Wichtig ist es bei einem Erysipel auch, die Stelle ausfindig zu machen, an der die Erreger in den Körper gelangt sind: Dieser Bereich ist dann so zu behandeln, dass er vollständig heilt.

Frühzeitig und richtig behandelt verschwindet das Erysipel ohne Folgeschäden. Komplikationen infolge der Wundrose – wie Venenentzündung (Thrombophlebitis) oder Blutvergiftung – sind dann selten.

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