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Analfissur (Afterriss): Was tun?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. April 2015)

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Bei einer Analfissur (Afterriss) handelt es sich um einen länglichen Riss in der Schleimhaut des Analkanals. Dies ist der letzte Teil des Enddarms, der in den After mündet. In den meisten Fällen ist eine Analfissur etwa einen halben bis einen Zentimeter lang. 

Typische Symptome einer Analfissur sind starke stechende Schmerzen bei und nach dem Stuhlgang und Blut im Stuhl. Darüber hinaus leiden viele Menschen mit einer Analfissur unter einer Verstopfung.

Die gute Nachricht: Prinzipiell handelt es sich bei einer Analfissur um eine gutartige Erkrankung, die sich in den meisten Fällen erfolgreich behandeln lässt. 

Wenn Sie unter starken Schmerzen beim Stuhlgang leiden und vermuten, eine Analfissur könnte dahinterstecken, sollten Sie für die Diagnose und Therapie einen Allgemeinarzt oder einen Proktologen (Facharzt für Erkrankungen des Enddarms) aufsuchen. Von außen ist der Afterriss oft schwer zu erkennen und lässt sich nur durch ein Spreizen der Gesäßhälften sichtbar machen.

Die Schleimhaut des Analkanals kann zum Beispiel reißen, wenn der Analbereich starkt gedehnt wird. Als häufige Ursachen einer Analfissur gelten deshalb

  • zu harter Stuhl und
  • zu festes Pressen beim Stuhlgang.

Aber auch bestimmte Sexualpraktiken wie Analverkehr oder das Einführen von Gegenständen in den Analbereich können Afterrisse zur Folge haben. 

Analfissuren heilen nur schlecht ab
Eine chronisch erhöhte Muskelspannung des Schließmuskels (Sphinktertonus) sorgt dafür, dass Schleimhautverletzungen im Analbereich schlechter abheilen. Die starken Schmerzen, die beim Stuhlgang von der Wunde ausgehen, erhöhen wiederum den Sphinktertonus. Ein Schmerzkreislauf baut sich auf, sodass aus dem akuten Afterriss eine chronische Analfissur werden kann.
Eine Wunde im Analbereich infiziert sich zudem sehr leicht mit Keimen aus der Darmflora, was wiederum die Wundheilung verzögert.

Ein akuter Afterriss lässt sich meist mit speziellen Salben oder Zäpfchen behandeln, die den Sphinktertonus reduzieren. © iStock

Ein akuter Afterriss lässt sich meist mit speziellen Salben oder Zäpfchen behandeln, die den Sphinktertonus reduzieren.

Der erste Schritt bei der Behandlung einer Analfissur ist eine Normalisierung der Stuhlkonsistenz – zum Beispiel mittels ballaststoffreicher Kost oder leichten Abführmitteln. Darüber hinaus lässt sich eine akute Analfissur mit konservativen (d.h. nicht-operativen) Maßnahmen wie Salben, Zäpfchen und/oder Spritzen behandeln, die dafür sorgen, dass sich der Schließmuskel etwas entspannt.

Heilen die Risse im Analbereich trotz Therapie nicht ab oder kommt es zu Rückfällen, so spricht man von einer chronischen Analfissur. Chronische Analrisse lassen sich mit Salben, Zäpfchen und Spritzen häufig nicht heilen – sie erfordern eine Operation (sog. Fissurektomie), auch um mögliche Komplikationen durch Analfisteln oder Abszesse abzuwenden.

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Die Nachsorge richtet sich bei einer Analfissur nach der Art der Behandlung und den Beschwerden. Eine akute Analfissur heilt in den meisten Fällen von selbst oder durch eine entsprechende Therapie nach einigen Wochen ab. Bei einer chronischen Analfissur ist nach der Operation eine Behandlung der offenen Wunde notwendig.

In vielen Fällen kann man einer Analfissur und ihren Folgen vorbeugen. Dazu ist besonders eine ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung wichtig – vor allem, um einen weichen Stuhl zu fördern. Analsex sollte nur schonend unter Verwendung von Gleitmitteln erfolgen.

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