Rhinospray plus bei Schnupfen

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 04.12.2007
Hersteller: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Tramazolin
Darreichnungsform: Dosierspray
Rezeptfrei

Wirkung

Rhinospray plus bei Schnupfen enthält den Wirkstoff Tramazolin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Rhinospray plus bei Schnupfen.

Tramazolin wird in Form von Tropfen oder Sprays zur lokalen Behandlung an Augen und Nase eingesetzt.

Am Auge werden Symptome einer Bindehautentzündung gelindert, die durch unspezifische Auslöser wie Rauch, Staub, Zugluft, gechlortes Wasser, Licht, Kontaktlinsen in der Eingewöhnungszeit oder durch allergische Reaktionen verursacht wurden. Die Rötung und Schwellung der Augenbindehaut geht zurück und die Augen tränen nicht mehr. Von einer Behandlung mit diesem Wirkstoff sind bakterielle Augeninfektion auszuschließen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen.

In der Nase führt Tramazolin bei erkältungsbedingtem, anfallsweise auftretendem Fließschnupfen und allergischem Schnupfen zu einer Abschwellung der Nasenschleimhaut. Dadurch wird die Nase wieder frei. Gleichzeitig verbessert sich die Belüftung der Nasennebenhöhlen und der Eustach'schen Röhre. So verringert sich die Gefahr der Infektausbreitung auf Nasennebenhöhlen und Mittelohr.

Bei Nasennebenhöhlenentzündungen und Mittelohrentzündungen, die in Verbindung mit Schnupfen auftreten, erleichtert Tramazolin den Sekretabfluss.

Tramazolin darf nur maximal fünf bis sieben Tage zur Besserung der Symptome an Augen und Nase angewendet werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tramazolin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Alpha-Sympathomimetika, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, zu welcher der Wirkstoff Tramazolin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Schleimhautschwellung bei Schnupfen
  • anfallsweise auftretender Schnupfen aufgrund von Fehlregulationen der Nasenschleimhaut
  • allergischer Schnupfen
  • zur Erleichterung des Sekretabflusses bei Nasennebenhöhlenentzündungen und Tubenkatarrh (Tube: Verbindung zwischen Ohr und Nasen-Rachenraum)
  • Heuschnupfen

Dosierung

Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren geben je nach Bedarf bis zu dreimal täglich einen Sprühstoß in jede Nasenöffnung.

Es empfiehlt sich, vor der Anwendung die Nase gründlich zu schnäuzen. Dann die Sprühflasche senkrecht nach oben halten, die Sprühöffnung in das Nasenloch einführen und einmal pumpen. Dabei leicht durch die Nase einatmen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen bei Anwendung in der Nase:
kurzfristiges Brennen oder Trockenheit der Nasenschleimhaut bei besonders empfindlichen Patienten, nach Abklingen der Wirkung verstärkte Schleimhautschwellung mit verstärkter Durchblutung (reaktive Hyperämie).

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Anwendung in der Nase:
Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle bei Anwendung in der Nase:
verstärkter Nasenfluss, Störungen der Geruchs- oder Geschmacksempfindung, Augentränen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Niesreiz, Trockenheit im Nasen-Rachen-Raum, Übelkeit, Schwindel.

Besonderheiten:
Bei längerer oder häufigerer Anwendung in der Nase sowie höherer Dosierung kann es zu Brennen oder Trockenheit der Schleimhaut und einer reaktiven Schwellung und Rötung der Schleimhaut mit vermehrter Sekretbildung kommen. Dieser Effekt kann schon nach fünf- bis siebentägiger Behandlung auftreten.

Häufige Nebenwirkungen bei Anwendung am Auge:
leichtes, schnell vorübergehendes Brennen.

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Anwendung am Auge:
Pupillenerweiterung mit erhöhter Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, Blutdruckanstieg.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit bei Anwendung am Auge:
verschwommenes Sehen, Bindehautreizung.

Besonderheiten:
Verschwommenes Sehen kann die Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges und das Bedienen von Maschinen einschränken.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern (stimmungsaufhellend bei Depressionen) und trizyklischen Antidepressiva kann es zu einer Blutdruckerhöhung kommen. Desahlb sind bei diesen Patienten regelmäßige Kreislaufkontrollen erforderlich.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Tramazolin darf dieser Wirkstoff nicht angewendet werden.

Die Anwendung in der Nase ist bei trockener Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca) verboten, im Augenbereich besteht ein Behandlungsverbot bei erhöhtem Augeninnendruck (Engwinkelglaukom). Schwangere Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel sollten Tramazolin ebenfalls nicht erhalten.

Bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Herzkranzgefäßverengung (koronare Herzkrankheit) und Bluthochdruck sowie einem diagnostizierten Phäochromozytom (Nebennierentumor) sollte Tramazolin nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko eingesetzt werden. Das Gleiche gilt bei Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion oder der Zuckerkrankheit.

Eine genaue ärztliche Überprüfung vor der Behandlung ist auch bei Patienten mit grünem Star sowie auch bei Patienten, die mit MAO-Hemmern (antidepressive Wirkung) oder anderen potenziell blutdrucksteigernden Medikamenten behandelt werden, notwendig. In der Stillzeit und bei Kindern unter sechs Jahren ist gleichsam eine Abwägung von Nutzen und Risiko durch den behandelnden Arzt erforderlich.

Langfristige Anwendungen und Überdosierungen sind in jedem Fall zu vermeiden. Dies gilt vor allem für Kinder.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten darf Tramazolin nicht angewendet werden. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf und während der Stillzeit sollte die Behandlung nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung des wirkstoffes in Form von Augentropfen ist bei Säuglingen und Kindern bis zu sechs Jahren verboten.

Zur Abschwellung der Nasenschleimhäute darf Tramazolin bei Kindern unter sechs Jahren nur in Form von Lösungen mit 0,5 Prozent Wirkstoffgehalt angewendet werden. Säuglingen darf Tramazolin nicht in Form eines Sprays verabreicht werden. Es könnte dabei unter Umständen zu Atemstörungen und Ohnmacht durch den Übertritt des Wirkstoffs in den Körperkreislauf kommen.

Zur Anwendungsdauer ist grundsätzlich der Arzt zu befragen. Besonders bei Kindern ist auf eine genaue Dosierung und kurze Anwendungsdauer zu achten. Der Wirkstoff kann in dieser Altersgruppe leichter als bei Erwachsenen in den Körperkreislauf übertreten und dort zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt sein.
  • Die Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeugs kann beeinträchtigt sein.
  • Die Maschinenbedienungsfähigkeit kann vermindert sein.
  • Kontaktlinsen sollten vor dem Eintropfen herausgenommen und erst 20 bis 30 Minuten nach der Anwendung wieder eingesetzt werden.
  • Wegen der Gefahr von Langzeitschäden ist das Präparat ohne ärztliche Verordnung nur wenige Tage anzuwenden.
  • Zur Eingewöhnung an Kontaktlinsen sollte die Anwendung nur kurzfristig sein.
  • Ärztliche Kontrollen sind bei Augenreizungen oder -rötungen erforderlich.
  • Ärztliche Kontrollen sind bei einseitig auftretenden Augen-oder Kopfschmerzen, akuter Sehverschlechterung oder Auftreten von fliegenden Punkten vor den Augen notwendig.
  • Die Anwendung bei chronischem Schnupfen sollte nur bei ärztlicher Kontrolle erfolgen.
  • Aus hygienischen Gründen und wegen der Ansteckungsgefahr ist ein Behältnis prinzipiell nur von einer Person zu verwenden.
  • Die begrenzte Haltbarkeit von angebrochenen Behältnissen muss beachtet werden.
  • Das Arzneimittel ist nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet.
  • Das Medikament enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das Hautreizungen hervorrufen kann.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Dosierspray)
10 Milliliter Dosierspray
1 Milligramm Tramazolin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Rhinospray plus bei Schnupfen sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Tramazolin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.