Nasivin Dosierspray /-Spray für Erwachsene und Schulkinder

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 24.09.2007
Hersteller: Merck Selbstmedikation GmbH
Wirkstoff: Oxymetazolin
Darreichnungsform: Nasenspray
Rezeptfrei

Wirkung

Nasivin Dosierspray /-Spray für Erwachsene und Schulkinder enthält den Wirkstoff Oxymetazolin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Nasivin Dosierspray /-Spray für Erwachsene und Schulkinder.

Oxymetazolin hat eine schleimhautabschwellende Wirkung. Es wird in Form von Tropfen oder Sprays zur örtlichen Behandlung an Auge und Nase angewandt.

Am Auge wird es zur Linderung der Symptome einer Bindehautentzündung eingesetzt. Die Rötung und Schwellung der Augenbindehaut geht zurück und die Augen tränen nicht mehr. Die eigentlichen Ursachen der Bindehautentzündung wie virale Infekte Allergien oder unspezifische Auslöser wie Rauch, Staub, Zugluft, UV-Licht sowie Fremdkörper werden jedoch nicht beeinflusst. Von einer Behandlung mit diesem Wirkstoff sind bakterielle Augeninfektion auszuschließen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen.

In der Nase führt Oxymetazolin bei erkältungsbedingtem, anfallsweise auftretendem Fließschnupfen und allergischem Schnupfen zu einer Abschwellung der Nasenschleimhaut. Dadurch bildet diese weniger Sekret und die Nase wird wieder frei. Gleichzeitig verbessert sich die Belüftung der Nasennebenhöhlen und der Eustach'schen Röhre. Deshalb sinkt auch die Gefahr einer Ausbreitung des Infektes auf Nasennebenhöhlen und Mittelohr.

Bei bestehenden Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen, in Verbindung mit Schnupfen, erleichtert Oxymetazolin den Sekretabfluss.

Oxymetazolin darf nur maximal fünf bis sieben Tage zur Besserung der Symptome angewendet werden. Dies gilt vor allem für Kinder. Bei längerer Anwendung kann es zu einer chronischen Schwellung und schließlich zum Schwund der Nasenschleimhaut kommen. Außerdem wird die äußere Oberfläche der Schleimhaut geschädigt und die Aktivität der Flimmerhärchen gehemmt. Bei Dauergebrauch kann die Wirkung von Oxymetazolin sogar nachlassen.

Neben den genannten Anwendungsgebieten wird die schleimhautabschwellende Wirkung außerdem noch zur Erleichterung bei ärztlichen Untersuchungen wie etwa einer Nasenhöhlenspiegelung genutzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Oxymetazolin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Alpha-Sympathomimetika, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, zu welcher der Wirkstoff Oxymetazolin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • akuter Schnupfen, anfallsweise auftretender Fließschnupfen und allergischer Schnupfen
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Verschluss der Ohrtrompete aufgrund starker Schleimhautschwellung
  • Schleimhautabschwellung vor Untersuchungen des Nasenraumes

Dosierung

Nasenspray und Dosierspray sind für die Anwendung bei Schulkindern und Erwachsenen vorgesehen. Die Anwendung erfolgt je nach Bedarf.

Zwischen zwei- und dreimal täglich wird in jede Nasenöffnung ein Sprühstoß des Medikaments gegeben. Die Anwendung sollte nicht häufiger als dreimal am Tag erfolgen.

Die Anwendung von Nasenspray und Dosierspray sollte nach dem Schnäuzen der Nase erfolgen. Das Einführen der Sprühvorrichtung wird durch ein leichtes Zurückneigen des Kopfes erleichtert. Beim Sprühen muss die Sprühflasche senkrecht gehalten werden. Der Sprühstoß wird durch einen kurzen und kräftigen Druck auf die Sprühflasche ausgelöst. Während des Sprühvorgangs wird leicht durch die Nase eingeatmet. Der Druck auf die Flasche sollte erst nachgelassen werden, nachdem die Sprühvorrichtung aus der Nasenöffnung entfernt ist.

Die Anwendung des Medikaments sollte nicht länger als fünf bis sieben Tage dauern. Eine erneute Anwendung des Medikaments sollte erst nach einer Pause von mehreren Tagen erfolgen. Eine länger andauernde Anwendung oder höhere Dosierung sollte nur durch einen Arzt veranlasst werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Glycerol 85%
  • Benzalkoniumchlorid
  • Citronensäure-Monohydrat
  • gereinigtes Wasser
  • Natriumcitrat-Dihydrat

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen bei Anwendung in der Nase:
nach Abklingen der Wirkung verstärkte Schleimhautschwellung und vermehrte Blutfülle (reaktive Hyperämie).

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Anwendung in der Nase:
Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, Blutdruckanstieg.

Seltene Nebenwirkungen bei Anwendung in der Nase:
Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit.

Besonderheiten:
Bei längerer oder häufiger Anwendung sowie höherer Dosierung kann es zu einer reaktiven Schwellung und Rötung der Schleimhaut mit vermehrter Sekretbildung kommen. Dieser Effekt kann schon nach fünf- bis siebentägiger Behandlung auftreten und eine bleibende
Schleimhautschädigung mit Borkenbildung hervorrufen.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle bei Anwendung am Auge:
anfänglich leichtes, vorübergehendes Brennen, Kopfschmerzen.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit bei Anwendung am Auge:
leichte vorübergehende Pupillenerweiterung und erhöhter Augeninnendruck (bei entsprechend veranlagten Personen).

Besonderheiten:
Bei einseitig auftretenden Augen- oder Kopfschmerzen, einer akuten Sehverschlechterung oder Auftreten von fliegenden Punkten vor den Augen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Überdosierung besteht die Gefahr einer Gefäßverengung in Beinen und Armen, einer vermehrten Blutfülle, einer Änderung der Herzfrequenz, eines Blutdruckanstiegs, eines Engegefühls in der Brust sowie einer psychischen Erregung. Bei diesen Symptomen ist ebenfalls schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen. Dieser kann geeignete Behandlungsmaßnahmen einleiten.

Ständiger Gebrauch am Auge reizt die Bindehaut und führt so zur Gewöhnung. Darum ist dieser Wirkstoff nicht für eine Langzeitanwendung geeignet.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern (Psychopharmaka mit antidepressiver Wirkung) und trizyklischen Antidepressiva kann es zu einer Blutdruckerhöhung kommen. Deshalb sind regelmäßige Kreislaufkontrollen erforderlich.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Oxymetazolin darf der Wirkstoff nicht erneut angewendet werden. Im Bereich der Nase ist eine Anwendung bei trockener Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca) verboten, im Bereich des Auges bei erhöhtem Augeninnendruck (Engwinkelglaukom).

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (zum Beispiel koronare Herzkrankheit oder Bluthochdruck) oder einem diagnostizierten Phäochromozytom (Nebennierentumor) sollte Oxymetazolin nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiken angewendet werden. Das Gleiche gilt bei Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion oder der Zuckerkrankheit.

Eine sorgfältige Abwägung durch den behandelnden Arzt ist ebenso bei einer Behandlung mit MAO-Hemmern (antidepressive Wirkung) oder anderen potenziell blutdrucksteigernden Medikamenten erforderlich.

Eine Anwendung in der Nase sollte nicht länger als fünf bis sieben Tage erfolgen. Eine erneute Behandlung darf erst nach einer Pause von mehreren Tagen beginnen.

Die Behandlung am Auge sollte beendet werden, wenn sich innerhalb von drei Tagen nach Therapiebeginn die Augenrötung und Augenreizung nicht bessert oder sich sogar verschlimmert.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten Oxymetazolin nur nach sehr strenger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung anwenden. Die empfohlene Dosierung darf auf keinen Fall überschritten werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Am Auge darf Oxymetazolin bei Kindern unter sechs Jahren nicht angewendet werden.

Für die Anwendung in der Nase gibt Präparate mit einem dem Lebensalter angepassten Wirkstoffgehalt. Für Kinder unter einem Jahr werden Lösungen mit 0,01 Prozent Oxymetazolin, für Kinder unter sechs Jahren mit 0,025 Prozent angeboten.

Die Anwendungsdauer bestimmt grundsätzlich der Arzt individuell. Besonders Kinder dürfen Mittel mit dem Wirkstoff Oxymetazolin nicht überdosieren und nur wenige Tage anwenden. In dieser Altersgruppe kann es sonst verstärkt zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen.

Warnhinweise

  • Bei Anwendung des Medikaments am Auge ist das Reaktionsvermögen beeinträchtigt.
  • Eine Sehvermögensbeeinträchtigung bei Anwendung des Medikaments am Auge ist möglich.
  • Eine Beeinträchtigung der aktiven Verkehrsteilnahme und der Maschinenbedienung durch das Medikament ist möglich.
  • Es darf ohne ärztliche Verordnung keine längere Anwendung des Medikaments am Auge erfolgen.
  • Augenreizungen oder -rötungen können ein Hinweis auf eine ernste Augenerkrankung sein, die ärztlich abgeklärt werden muss.
  • Kontaktlinsen sollten vor dem Eintropfen des Medikaments in das Auge herausgenommen und erst 15 Minuten nach der Anwendung wieder eingesetzt werden.
  • Die Anwendung des Medikaments bei chronischem Schnupfen darf wegen der Gefahr des Nasenschleimhautschwundes nur bei ärztlicher Kontrolle erfolgen.
  • Aus hygienischen Gründen und wegen der Ansteckungsgefahr sollte ein Behältnis prinzipiell nur von einer Person benutzt werden.
  • Bei Überempfindlichkeit gegen das enthaltene Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid darf das Medikament nicht angewendet werden.
  • Das Medikament darf nicht bei Kindern unter sechs Jahren angewendet werden .
  • Das Nasenspray sollte nach Anbruch nicht länger als sechs Monate angewendet werden.
  • Das Medikament sollte nur über fünf bis sieben Tage angewendet werden.
  • Das Dosierspray sollte nach Anbruch nicht länger als zwölf Monate angewendet werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Nasenspray)
10 Milliliter Nasenspray
0,44 Milligramm Oxymetazolin
10 Milliliter Nasenspray
0,44 Milligramm Oxymetazolin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Nasivin Dosierspray /-Spray für Erwachsene und Schulkinder sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Oxymetazolin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.