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Stuhlinkontinenz

Stand: 26. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Stuhlinkontinenz: Definition

Eine Stuhlinkontinenz ist die Unfähigkeit, den Stuhlgang zurückzuhalten. Im frühen Kindesalter lernt man, den Stuhl willkürlich ort- und zeitgerecht abzusetzen. Bei bestimmten Erkrankungen und Störungen kann diese Fähigkeit wieder verloren gehen. Bei einer Stuhlinkontinenz (Fachausdruck: anorektale Inkontinenz) gelingt es nicht, den Darminhalt – flüssigen oder festen Stuhl, Darmgase und Darmschleim – willkürlich zurückzuhalten.

Stuhlinkontinenz kommt relativ häufig vor. Vor allem ältere Menschen und Frauen sind unterschiedlich stark davon betroffen. Je nachdem, wie gut es noch gelingt, den Stuhlgang zurückzuhalten, spricht man von Stuhlinkontinenz ersten bis dritten Grades.

Man unterscheidet drei verschiedene Schweregrade:

  • Schweregrad 1 (Teilinkontinenz 1. Grades): Bei Belastung und Durchfall kommt es zu Stuhlschmieren.
  • Schweregrad 2 (Teilinkontinenz 2. Grades): Darmgase und dünnen Stuhl zu halten, ist nicht möglich.
  • Schweregrad 3 (Totalinkontinenz): Es kommt zu einem totalen Kontrollverlust über die Darmentleerung, welcher mit ständigem Stuhlschmieren verbunden ist; den Darminhalt willentlich oder reflektorisch zurückzuhalten, ist unmöglich, auch fester Stuhl wird verloren.

Eine Stuhlinkontinenz kann verschiedene Ursachen haben. Im Alter etwa lässt die Gewebespannung und Muskelkraft nach, wodurch auch der Schließmuskel betroffen ist. Speziell bei Frauen kann Inkontinenz Spätfolge einer Schwangerschaft sein, da durch die Geburt der Beckenboden sehr stark gedehnt und eventuell verletzt wird. Verletzungen im Bereich des Afters können außerdem eine Stuhlinkontinenz bewirken. Weiterhin können Nervenschäden der Grund sein, warum der Schließmuskel am After nicht mehr (vollständig) funktioniert; auch psychische Ursachen sind möglich.

Die Therapie einer Stuhlinkontinenz richtet sich nach ihrer Ursache. Allgemein ist es sinnvoll, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken, um die Kontinenz zu verbessern oder einer Stuhlinkontinenz vorzubeugen. Im Alltag helfen unter anderem spezielle Einlagen, um die Wäsche zu schonen.

Häufigkeit

Stuhlinkontinenz kommt mit einer großen Häufigkeit vor: In Deutschland sind über sechs Millionen Menschen mehr oder weniger stark stuhlinkontinent. Vor allem ältere Menschen sind aufgrund nachlassender Beckenbodenmuskulatur und einer Schwäche des Schließmuskels am After betroffen. Statistisch gesehen bekommen vier- bis fünfmal mehr Frauen als Männer eine Stuhlinkontinenz, vor allem wegen ihres schwächeren Beckenbodens und Schließmuskels sowie als langfristige Folge von Schwangerschaft und Geburt.

Weiterlesen: Stuhlinkontinenz: Ursachen

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