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Eingerissene Mundwinkel: Was steckt dahinter?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Juni 2017)

© Jupiterimages/Stockbyte

In den meisten Fällen sind eingerissene Mundwinkel nur ein kurzfristiges Phänomen. Sie können aber auch äußerst hartnäckig sein oder immer wiederkehren. Dann sprechen Ärzte von Mundwinkelrhagaden.

Eingerissene Mundwinkel

  • spannen beim Essen und Gähnen,
  • brennen beim Kontakt mit Speichel, sauren Speisen oder Zahnpasta und
  • sind sehr berührungsempfindlich.

Das Essen ist beschwerlich und sogar das Lachen kann einem vergehen – denn jede Mundbewegung ist mit Schmerzen verbunden. Die Haut der Mundwinkel ist entzündet und heilt häufig schlecht.

Wenn die Mundwinkel ständig und immer wieder eingerissen und entzündet sind, sprechen Mediziner von Mundwinkelrhagaden. Mundwinkelrhagaden werden auch Faulecken, Perlèche oder Cheilitis angularis genannt.

Ursachen

Von trockener Haut bis hin zu Eisenmangel: Eingerissene Mundwinkel können viele verschiedene Ursachen haben. Die Lippen sind sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Sie können bei ungewohnter Luftfeuchtigkeit oder bei sehr kalter oder sehr warmer Luft rasch trocken, spröde und rissig werden. Auch permanente Feuchtigkeit, bedingt durch häufiges Lecken oder Kauen der Lippen, kann eingerissene Mundwinkel begünstigen.

Die Ursachen sind also häufig harmlos, insbesondere, wenn die Beschwerden nur kurzfristig auftreten. Manchmal stecken aber auch bestimmte Erkrankungen oder Mangelerscheinungen dahinter, so zum Beispiel ein Vitamin- und Mineralstoffmangel. Auch Menschen mit trockener Haut und chronischen Hauterkrankungen wie etwa Neurodermitis haben ein erhöhtes Risiko für eingerissene Mundwinkel. Die offene Hautstelle ist zudem anfällig für Infektionen mit Krankheitserregern.

Zu häufigen Ursachen / begünstigenden Faktoren für chronisch eingerissene Mundwinkel zählen:

Wer permanent eingerissene Mundwinkel hat, sollte den Ursachen auf den Grund gehen – denn nur so lassen sich die lästigen Beschweden in den Griff kriegen!

Diagnose: Das macht der Arzt

Über hartnäckige und immer wiederkehrende eingerissene Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden) sollten Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem Hautarzt sprechen.

Ihr Arzt wird Ihnen im Gespräch zunächst einige Fragen stellen. So wird er etwa wissen wollen,

  • ob Sie noch weitere Beschwerden haben und wenn ja, welche,
  • ob Sie bestimmte Vorerkrankungen haben oder
  • ob Sie wegen der eingerissenen Mundwinkel schon einmal in Behandlung waren.

Anschließend wird er sich Ihre Mundwinkel genau ansehen. Bläschen an den Lippen könnten auf eine Herpes-Infektion hinweisen. Ein Blick in den Mund zeigt, ob auch die Mundschleimhaut entzündet ist und ob der Mund mit Pilzen befallen ist (Mundsoor).

In manchen Fällen macht der Arzt einen Abstrich von der Lippe und von der Mundschleimhaut, den er anschließend im Labor auf Erreger untersuchen lässt.

Je nachdem, was die erste Begutachtung ergeben hat, wird der Arzt gegebenenfalls weitere Untersuchungen veranlassen, zum Beispiel

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Was tun?

Was tun, wenn eingerissene Mundwinkel immer wieder auftreten oder besonders hartnäckig sind? Welche Therapie am besten geeignet ist, richtet sich vor allem nach der Ursache. Einige Beispiele:

  • Wenn eingerissene Mundwinkel durch Krankheitserreger entstanden sind, können entsprechende Salben und Pasten gegen Bakterien, Viren oder Pilze
  • Bei einem Vitamin-B2-Mangel oder einem Eisenmangel helfen die passenden hochdosierten Präparate und gegebenenfalls eine Ernährungsumstellung.
  • Hat eine chronische Erkrankung wie Diabetes mellitus die Beschwerden verursacht, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die weitere Behandlung besprechen.
  • Wer auf ein bestimmtes Kosmetikprodukt allergisch reagiert, sollte dies unbedingt meiden, da ein Kontaktekzem das Risiko für eingerissene Mundwinkel erhöht.

Eingerissene Mundwinkel – das können Sie selbst tun

Unabhängig von der Ursache können Sie einiges tun, um die Heilung zu unterstützen:

  • Sorgen Sie dafür, dass die Mundwinkel trocken bleiben, damit sie richtig heilen können.
  • Wenn Sie dazu neigen, die Lippen häufig mit der Zunge zu befeuchten, sollten Sie dies unbedingt vermeiden. Um die Lippen trocken, aber geschmeidig zu halten, können Sie unterstützend fetthaltige Salben und Pasten einsetzen.
  • Auch wenn die Mundwinkel jucken und Schüppchen bilden: Versuchen Sie, nicht daran zu reiben und zu kratzen.
  • Öffnen Sie den Mund nicht zu weit – etwa beim Gähnen –, weil dadurch die trockene Haut zusätzlich einreißen kann.
  • Verwenden Sie im Winter rückfettende Lippenpflegeprodukte (z.B. Lippenbalsam, Lippenpflegestifte), welche die Feuchtigkeit in den Lippen einschließen und sie langfristig geschmeidig halten. Auf diese Weise bleibt die Haut in den Mundwinkeln elastisch und reißt nicht so schnell ein.
Das Bild zeigt eine Frau, die Schmerzen im Mund hat. © Jupiterimages/Stockbyte

Eingerissene Mundwinkel können sehr unangenehm sein. Aber Sie können einiges tun, um die Beschwerden zu lindern!

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Eingerissene Mundwinkel":


Quellen:

Perlèche. In: Altmeyer, P.: Die Online-Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. www.enzyklopaedie-dermatologie.de (Stand: 2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2017

Herrmann, K., Trinkkeller, U.: Dermatologie und medizinische Kosmetik. Springer, Berlin Heidelberg 2015

Pütz, A.: Mundwinkelrhagaden. Schmerzhafte Risse. Die PTA in der Apotheke 3 / 12, S. 102f. (1.3.2012)

Altmeyer, P., et al.: Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer, Heidelberg 2012

Sterry, W., Burgdorf, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

Bork, K., Burgdorf, W., Hoede, N.: Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten. Klinik, Diagnostik und Therapie Atlas und Handbuch. Schattauer, Stuttgart 2008

Stand: 12. Juni 2017

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