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Dysphagie (Schluckstörungen)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Juli 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Essen und Trinken ist für die meisten Menschen das Normalste der Welt. Wenn sie Hunger haben, nehmen sie sich ein Nahrungsmittel, zerkauen es und schlucken es anschließend hinunter. Für einige Menschen jedoch ist dieser Schluckvorgang keine Selbstverständlichkeit – sie leiden unter Schluckstörungen. 

Dysphagie ist der Fachbegriff für Schluckstörungen – betroffene Personen haben Schwierigkeiten, feste Nahrung oder Flüssigkeiten zu schlucken. Eine Dysphagie ist keine Seltenheit: In Deutschland leiden mehr als fünf Millionen Menschen unter Schluckstörungen – vor allem ältere Menschen. So sind etwa 16 bis 22 Prozent der über 55-Jährigen von einer Dysphagie betroffen. 

Schluckstörungen können weitreichende Folgen haben: So schränkt eine Dysphagie nicht nur die Nahrungsaufnahme erheblich ein, sondern vermindert gleichzeitig die Lebensqualität der Betroffenen. Menschen mit Schluckstörungen empfinden das Essen und Trinken häufig als Last, da sie sich stark auf das Schlucken konzentrieren müssen, um sich nicht zu verschlucken. Mangelernährung, Gewichtsabnahme und Flüssigkeitsmangel können die Folgen sein. 

Wissenswertes
Sind die komplexen Vorgänge des Schluckens gestört, spricht man von Schluckstörungen beziehungsweise von Dysphagie. Der Begriff Dysphagie stammt aus dem Griechischen und leitet sich von der Vorsilbe dys = fehlerhaft und dem Wort phagien = essen ab. Dabei handelt es sich immer um schmerzfreie Schluckstörungen. Wird die Dysphagie hingegen von Schmerzen begleitet, spricht man von einer Odynophagieetwa bei Rachenentzündungen.

Wenn Betroffene überhaupt nicht in der Lage sind zu schlucken, liegt eine sogenannte Aphagie vor – zum Beispiel wenn die Speiseröhre durch einen Tumor verengt wird.  

Doch Dysphagie ist nicht gleich Dysphagie. Denn der Schluckvorgang selbst ist ein sehr komplexer Vorgang, der sich in mehrere Phasen unterteilen lässt: 

  1. Orale Vorbereitungsphase: Die Nahrung wird im Mund präzise zerkleinert und mit Speichel aufgeweicht.
  2. Orale Transportphase: Die Zunge formt aus dem Nahrungsbrei eine kleine Portion (Bolus) und transportiert sie zum Rachen – nach Überschreiten einer gewissen Schwelle erfolgt ein Schluckreflex.
  3. Pharyngeale Phase (Rachenphase): Der Kehlkopf und das Gaumensegel verschließen die oberen (Nase) und unteren Atemwege (Luftröhre und Stimmbänder). 
  4. Ösophageale Phase (Speiseröhrenphase): Mithilfe der Schwerkraft und Muskeltätigkeit der Speiseröhre gelangt der Nahrungsbrei in den Magen. 
Je nachdem, in welcher Phase die Dysphagie auftritt, kann man verschiedene Schluckstörungen sowie verschiedene Symptome voneinander unterscheiden. 

Störungen der Schluckphasen

Schluckphase Störung Symptome
Orale Phasen Lippen oder Kiefer schließen nicht richtig, eingeschränkte Zungenbewegungen Nahrungsbrei oder Speichel läuft aus dem Mund, Nahrungsreste im Mund
Pharyngeale Phase Kehlkopf oder Gaumensegel schließen nicht richtig Verschlucken, Husten, Niesen, Ausspucken der Nahrung
Ösophageale Phase  Störung des unteren Speiseröhrenschließmuskels, Verkrampfung der Speiseröhre Gefühl des Steckenbleibens, Aufstoßen bis hin zum Erbrechen
Um eine Dysphagie optimal zu behandeln, muss zunächst geklärt werden, was zu den Schluckstörungen geführt hat. Es kommen verschiedene Ursachen infrage.

Alle Ursachen der Dysphagie haben eines gemeinsam: Die Organe (z.B. Zunge, Kehldeckel, Speiseröhre) oder Muskeln, die am Schluckakt beteiligt sind, funktionieren einzeln oder im Zusammenspiel nicht mehr richtig. Grund dafür kann zum Beispiel eine Entzündung sein. Auch Fehlbildungen oder Tumoren können Schluckstörungen verursachen.

Die häufigste Ursache für die Entstehung einer Dysphagie sind neurologische Krankheiten. Direkt nach einem Schlaganfall leidet etwa jeder Zweite unter Schluckstörungen – etwa 25 Prozent der Schlaganfall-Patienten haben auch später noch Probleme mit dem Schlucken.

Weitere neurologische Erkrankungen, die mit Schluckstörungen einhergehen können, sind

Eine neurologisch bedingte Schluckstörung kann auch durch Infektionskrankheiten bedingt sein. Die Tollwut (Rabies) ist ein typisches, aber zum Glück sehr seltenes Beispiel. Ist diese lebensbedrohliche Erkrankung ausgebrochen, gehört die Dysphagie zu den ersten charakteristischen Symptomen. Durch erfolgreiche Wild-Impfungen kommt die Tollwut in Deutschland aber mittlerweile kaum mehr vor.

 

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