Sodbrennen? Diese Hausmittel können helfen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (30. Mai 2017)

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Vorübergehendes Sodbrennen ist oft harmlos – aber sehr lästig. Welche Hausmittel gibt es gegen Sodbrennen? Wir haben die besten für Sie zusammengestellt.

Der brennende Schmerz hinter dem Brustbein entsteht, wenn die aggressive Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, was bei manchen Menschen zum Beispiel nach einem üppigen Essen passiert.

Zunächst einmal: "Das" Hausmittel gegen Sodbrennen gibt es nicht. Was konkret gegen Sodbrennen hilft, muss jeder für sich selbst herausfinden. Es gibt nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen dazu, inwiefern bestimmte Verhaltensweisen oder Hausmittel bei Sodbrennen tatsächlich Abhilfe schaffen.

Jedoch gibt es einige Hausmittel und Tipps, die bei vielen Menschen gegen leichtes Sodbrennen helfen. Probieren Sie doch mal einige unserer Vorschläge aus!

Hausmittel Beschreibung

Der Klassiker: Magenfreundlicher Tee

Tee ist ein bewährtes Hausmittel gegen Sodbrennen, so zum Beispiel in Form von speziellen Magen-Darm-Teemischungen bzw. Tees mit Heilpflanzen wie:

Kamille
Fenchel
• Schafgarbe
Anis
Kümmel

Auch Süßholzwurzel im Tee kann als Hausmittel dienen, sollte aber nicht durchgehend über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Nüsse & Mandeln

Ein Hausmittel gegen Sodbrennen: Kauen Sie langsam ein paar Mandeln oder Nüsse und schlucken Sie den Brei dann herunter.

Hausmittel Kartoffeln

Kartoffeln als Hausmittel gegen Sodbrennen: Der Saft roher Kartoffeln kann, vor dem Essen getrunken, überschüssige Magensäure binden. Manche empfehlen auch, das Abkochwasser gekochter Kartoffeln zu trinken.

Kaugummi

Haben Sie einen zuckerfreien Kaugummi zur Hand? Prima: Beim Kauen bildet sich viel Speichel, der die aggressive Magensäure neutralisiert.

Nicht mit vollem Magen ins Bett

Gegen Sodbrennen kann es hilfreich sein, mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen.

Schlafen in Hochlage

Schlafen Sie mit hoch gelagertem Oberkörper – etwa, indem Sie das Kopfende des Bettes hochstellen. So kann Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre gelangen. Ein weiterer Tipp: Drehen Sie sich beim Schlafen möglichst auf die linke Körperseite. Der Magen liegt in dieser Schlafposition niedriger als die Speiseröhre.

Nahrungsmittel-Check

Nicht unbedingt ein "Hausmittel", aber häufig wirksam: Der Nahrungsmittel-Check. Gibt es bestimmte Lebensmittel, die bei Ihnen garantiert zu Sodbrennen führen? Dann versuchen Sie, diese wegzulassen oder durch andere zu ersetzen!

Besonders schlecht vertragen Menschen mit Sodbrennen häufig:

• fette Speisen
• Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte
• scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer oder Curry
• Hülsenfrüchte
• Räucherwaren
Pfefferminze
• frisches Brot

Nicht jede Person mit Sodbrennen reagiert auf diese Produkte empfindlich – testen Sie es!

Vorsicht bei Genussmitteln

Viele Genussmittel regen die Säureproduktion an, so zum Beispiel

Alkohol wie Wein und Spirituosen,
Kaffee,
schwarzer Tee und
Schokolade.

Wenn Sie feststellen, dass diese Genussmittel Ihre Beschwerden fördern, sollten Sie diese Produkte nur in Maßen zu sich nehmen.

Versuchen Sie auch, möglichst auf die Zigarette zu verzichten. Rauchen kann die Funktion des Schließmuskels am Mageneingang beinträchtigen.

Bewusst essen

Nehmen Sie sich Zeit beim Essen. Kauen Sie jeden Bissen gründlich und bewusst. Am besten ist es, wenn Sie lieber viele kleine Mahlzeiten (etwa vier bis sechs) anstatt mehrere große Portionen zu sich nehmen.

Bei der Zubereitung sollten Sie darauf achten, scharf Gebratenes oder Frittiertes zu meiden. Bevorzugen Sie stattdessen Zubereitungsarten wie Dämpfen, Dünsten, Kochen oder Schmoren.

Stilles Wasser statt Limonade

Kohlensäurehaltige Getränke lösen bei manchen Menschen Sodbrennen aus. Wie wäre es stattdessen mit einem Glas stillem Wasser oder einer Fruchtschorle ohne Kohlensäure?

Bewegung ist Trumpf

Hausmittel Bewegung! Personen, die körperlich aktiv sind, leiden seltener an Magenproblemen wie Sodbrennen.

Entschleunigung als Hausmittel

Das wohl günstigste langfristige Hausmittel gegen Sodbrennen: Nichtstun beziehungsweise Entspannung. Denn oft sind es Stress und Hektik, die im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen schlagen. Tun Sie sich etwas Gutes, etwa durch regelmäßige Entspannungszeiten und gezielte Techniken wie z.B. Meditation.

Lockere Kleidung bevorzugen

Enge Kleidung, etwa ein zu enger Gürtel, erhöht den Druck auf den Bauchraum. Die Wahrscheinlichkeit für Sodbrennen steigt.

Pfunde verlieren

Ein langfristiges Hausmittel gegen Sodbrennen ist, gegebenenfalls ein paar Pfunde abzunehmen. Übergewicht führt zu erhöhtem Druck in Magen und Speiseröhre. Dies kann möglicherweise auch dazu führen, dass der Schließmuskel am Übergang zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr richtig funktioniert, was Sodbrennen begünstigt.

Ein richtiges Hausmittel ist es zwar nicht – aber hilfreich kann es auch sein, wenn Sie ein sogenanntes Beschwerdetagebuch führen. Notieren Sie sich einfach,

  • wann Sie Sodbrennen hatten,
  • in welcher Situation Sie sich befunden haben (z.B. Stress) und
  • was Sie am Tag gegessen und getrunken haben.

So können Sie herausfinden, ob es bestimmte Auslöser für Ihr Sodbrennen gibt. Haben Sie etwa in Verdacht, dass Alkohol die Beschwerden verstärkt, machen Sie den Test und lassen Sie den Alkohol für einige Zeit weg. Unter Umständen ist ein wenig Geduld notwendig, um den Auslösern auf die Spur zu kommen. Auch kann es sein, dass sich keine spezielle Ursache finden lässt. 

Wenn kein Hausmittel gegen das Sodbrennen hilft, können Sie sich rezeptfreie Medikamente in niedriger Dosis aus der Apotheke besorgen, zum Beispiel Protonenpumpenhemmer, H2-Rezeptorblocker oder Antazida. Als Dauermedikation sind sie allerdings ohne ärztlichen Rat nicht geeignet.

Wann Sie zum Arzt müssen

Hausmittel und einfache Maßnahmen zur Linderung sind gegen Sodbrennen durchaus erlaubt, allerdings nicht unbegrenzt. Gehen Sie in jedem Fall zum Arzt, wenn

  • die Beschwerden immer wieder auftreten oder
  • wenn das Sodbrennen länger als zwei Wochen anhält.

Bei folgenden Begleitsymptomen ist ein umgehender Arztbesuch nötig:

Auch wenn Sie schon einmal ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür hatten, sollten Sie Sodbrennen ärztlich abklären lassen.