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Sjögren-Syndrom: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

Beim Sjögren-Syndrom wird die Diagnose meist spät gestellt. Rheumatologen und Immunologen sind auf Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom spezialisiert. Die Diagnose stellen auch Augen- und Hals-Nasen-Ohrenärzte in Zusammenarbeit.

Beschwerden wie trockene Augen und ein trockener Mund (Sicca-Syndrom) sind häufige Anzeichen, die auf ein Sjögren-Syndrom hindeuten. Deshalb testet der Arzt zunächst die Speichel- und Tränenproduktion, um beim Sjögren-Syndrom die Diagnose zu stellen.

Diagnose des trockenen Mundes

Für eine grobe Abschätzung der Speicheldrüsenfunktion eignet sich der Saxon-Test. Dabei legt der Untersucher dem Patient einen Wattebausch in den Mund, der zuvor gewogen wurde. Nach zwei Minuten wird der Wattebausch wieder entfernt und das Gewicht erneut gemessen. Das zusätzliche Gewicht gibt darüber Aufschluss, wie viel Speichel der Betroffene produziert.

Eine Gewebeprobe der Schleimhaut an der Lippeninnenseite (Schleimhautbiopsie) kann beim Sjögren-Syndrom die Diagnose sichern. Betrachtet der Untersucher die Gewebeprobe unter dem Mikroskop, erkennt er beim Sjögren-Syndrom körpereigene Abwehrzellen, die in der Schleimhaut Entzündungen verursachen und so das Gewebe zerstören.

Zur Beurteilung der Speicheldrüsenfunktion kann der Arzt auch eine szintigraphische Untersuchung des Mundes durchführen.

Der Arzt schaut sich auch die Zähne an, da beim Sjögren-Syndrom das Risiko für Karies aufgrund des mangelnden Speichelflusses steigt.

Diagnose des trockenen Auges

Mithilfe einer Augenuntersuchung kann der Arzt feststellen, ob das Sjögren-Syndrom für die trockenen Augen (Xerophthalmie) verantwortlich ist. Die eigentliche Ursache der trockenen Augen sind meist Hornhautentzündungen. Weiterhin entstehen oft kleine Risse im Bereich der Augenbindehaut.

Betroffene mit Sjögren-Syndrom bilden weniger Tränenflüssigkeit. Daher untersucht der Arzt die Produktion der Tränenflüssigkeit mit dem sogenannten Schirmer-Test. Hierfür legt er einen speziellen Teststreifen für einige Minuten in das Unterlid und misst anschließend die Durchfeuchtung des Papierstreifens.

Bei Verdacht auf das Sjögren-Syndrom untersucht der Mediziner auch die Lymphknoten. Steht das Sjögren-Syndrom als Diagnose fest, ist es wichtig, die Lymphknoten regelmäßig untersuchen zu lassen, da der Arzt so gegebenenfalls einen Lymphknotentumor frühzeitig erkennen und behandeln kann.

Weitere Diagnoseverfahren beim Sjögren-Syndrom sind eine Blutuntersuchung und der Nachweis von speziellen Bestandteilen des menschlichen Abwehrsystems (spezifische Autoantikörper), welche sich gegen die Zellen richten, die die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen von innen auskleiden.

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