Startseite > Krankheiten > Schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans)
Stand: 27. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Der Begriff schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) bezeichnet eine Erkrankung der Fingersehnen. Beim schnellenden Finger kommt es zu einer knötchenartigen Verdickung der Beugesehnen. Am häufigsten verdickt sich die Sehne auf der Innenseite der Hand, direkt oberhalb des Fingerknöchels.
Sehnen sind bindegewebige Fasern, welche die Muskeln mit den Knochen verbinden. An besonders stark belasteten Stellen verlaufen die Sehnen in sogenannten Sehnenscheiden. Diese schützen die Sehnen vor Verschleiß und Verletzungen. Stark belastete Stellen sind zum Beispiel Gelenke wie etwa das Schultergelenk, das Handgelenk oder die Fingergelenke.
Bei einer Tendovaginitis stenosans gleitet die Fingersehne nicht mehr ruhig in ihrer Sehnenscheide, da eine Schwellung die Sehnenscheide verengt. Dadurch entsteht beim Strecken des Fingers ein ruckartiger Bewegungsablauf – daher der Name schnellender Finger. Doch ein schnellender Finger zeigt nicht allein ein auffälliges Bewegungsmuster. Die Betroffenen klagen außerdem über Schmerzen, wenn sie versuchen, den Finger zu strecken. Ein weiteres typisches Merkmal der Tendovaginitis stenosans sind die tastbaren Verdickungen der Sehnenscheide. Bewegen von einer Tendovaginitis stenosans Betroffene einen entsprechenden Finger, ist manchmal beim "Vorschnellen" des Fingers ein entsprechendes Geräusch zu hören – die Sehne springt in der Sehnenscheide nach vorne. Je länger ein schnellender Finger unbehandelt bleibt, desto unbeweglicher wird der Finger in der Regel.
Ein schnellender Finger tritt überwiegend bei Frauen mittleren Alters auf, kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter vorkommen. Bei Kindern ist ein schnellender Finger allerdings selten (angeborene Verdickung der Daumenbeugesehne).
Eine Operation der Tendovaginitis stenosans, bei der ein Arzt die Verengung der Sehnenscheide in Längsrichtung spaltet, führt in den meisten Fällen zu dauerhafter Beschwerdefreiheit.
Regelmäßige Fingergymnastik und das Vermeiden von einseitigen Bewegungen stärken die Fingermuskeln und -sehnen und beugen Fehlbelastungen und so eventuell auch einer Tendovaginitis stenosans vor.
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