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Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsen­karzinom)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Dezember 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) ist ein seltener, bösartiger Tumor der Schilddrüse. Je nachdem, von welchem Zelltyp der Schilddrüse er ausgeht, unterscheiden sich die Behandlung und der Krankheitsverlauf.

Mediziner teilen Schilddrüsenkrebs in sogenannte

  • papilläre,
  • follikuläre,
  • anaplastische und
  • medulläre Karzinome

ein.

Bei den medullären Karzinomen ist die Besonderheit, dass sie nicht aus Zellen entstehen, die für die Schilddrüsenhormone T3 und T4 zuständig sind. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom entsteht aus den C-Zellen, die den Calciumhaushalt hormonell steuern, und kann gemeinsam mit anderen Tumoren (z.B. der Nebenniere) auftreten. Der Mediziner spricht dann von einem MEN-Syndrom ("multiple endokrine Neoplasie").

Zu den bisher bekannten Ursachen von Schilddrüsenkrebs zählen:

  • Jodmangel
  • ionisierende Strahlen
  • Vorerkrankungen der Schilddrüse (z.B. das gutartige Schilddrüsenadenom)
  • genetische (erbliche) Faktoren

Zu Beginn der Erkrankung ruft der Schilddrüsenkrebs meist keine Symptome hervor – viele Betroffene bemerken ihn daher gar nicht. Liegt ein Schilddrüsenkarzinom vor, treten Beschwerden im Allgemeinen erst mit zunehmender Krankheitsdauer auf.

Manche Patienten ertasten den Tumor oder bemerken angeschwollene oder verhärtete Lymphknoten. Dies ist meist dann der Fall, wenn der Schilddrüsenkrebs bereits die benachbarten Halsregionen befallen hat. Drückt das Schilddrüsenkarzinom auf Luft- oder Speiseröhre, kommen Beschwerden wie Atemnot oder Schluckstörungen hinzu. Auch Heiserkeit ist ein mögliches Symptom, weil der Schilddrüsenkrebs die Nervenversorgung des Kehlkopfs beeinträchtigen kann.

Die Diagnose stellt der Arzt mittels bildgebender Verfahren wie Ultraschall und Szintigraphie. Ebenfalls wichtig ist eine Gewebeprobe (Biopsie). Je nachdem, wie sehr die entnommenen Krebszellen noch gesundem Schilddrüsengewebe ähneln, können Ärzte abschätzen, ob es sich um einen sehr aggressiven Tumor handelt oder nicht.

Die Behandlung von Schilddrüsenkrebs besteht vorwiegend kombiniert aus

Operaton: Bei der Operation entnimmt der Chirurg die Schilddrüse in der Regel komplett. Außerdem entfernt er die Halslymphknoten.

Bestrahlung: Die Bestrahlung kann in Form der sogenannten Radiojodtherapie erfolgen. Die operierten Patienten nehmen dabei radioaktives Jod auf, das sich in verbliebenen Tumorresten oder Metastasen anreichert und den Krebs zerstört.

Hormontherapie: Die Hormontherapie versorgt die behandelten Patienten mit Schilddrüsenhormonen, die sie bei entfernter Schilddrüse nicht mehr selber bilden können. In seltenen Fällen kommt auch eine Chemotherapie in Betracht.

Die Heilungsaussichten von Schilddrüsenkrebs hängen von der Art und dem Stadium des Tumors ab, sind im Allgemeinen jedoch recht gut.

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