Startseite > Krankheiten > Pseudokrupp (Krupphusten)
Stand: 06. Februar 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Wenn ein Baby oder Kleinkind abends oder nachts plötzlich heiser, trocken-bellend hustet, handelt es sich wahrscheinlich um Pseudokrupp (Krupphusten). Beim Einatmen kann es zudem zu einem pfeifenden Geräusch kommen; das Kind bekommt mitunter schlecht Luft und wird unruhig. Die wichtigste Maßnahme bei Pseudokrupp: Bewahren Sie Ruhe und nehmen Sie Ihr Kind möglichst aufrecht auf den Arm und sorgen Sie für die Zufuhr kalter, frischer Luft (Fenster öffnen, mit dem Kind ins Freie gehen).
Bleiben Sie ruhig! Sprechen Sie dem Kind mit leiser Stimme gut zu. Unruhe überträgt sich auf das Kind und kann die Beschwerden verstärken.
Diese einfachen Maßnahmen bessern den Zustand meist schnell – in der Regel verläuft ein Pseudokrupp-Anfall mild und auch ohne weitere Behandlung klingt der Krupphusten komplikationslos ab.
Sie sollten aber einen Arzt kontaktieren, um mit ihm zu besprechen, wie Sie weiter vorgehen sollen. Die typischen Anzeichen für einen Pseudokrupp-Anfall sind:
Es ist sehr wichtig, dass ein Kind mit Krupphusten von einem Arzt untersucht wird, da für die Beschwerden auch eine schwere, lebensbedrohliche Krankheit verantwortlich sein kann: die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis).
Eine Epiglottitis erfordert eine umgehende ärztliche Behandlung (Notarzt rufen!). Ein Kind mit Kehldeckelentzündung erscheint schwer krank und in manchen Fällen bewusstseinsgetrübt.
Die Epiglottitis verursacht neben Atemnot Symptome, die beim Pseudokrupp typischerweise nicht auftreten:
Der für Pseudokrupp typische bellende Husten fehlt bei einer Kehldeckelentzündung meist. Dank der Impfung gegen das auslösende Bakterium Haemophilus influenzae Typ B ist die Epiglottitis heute eine sehr seltene Erkrankung.
Pseudokrupp kommt hauptsächlich beim Baby oder Kleinkind im Alter von sechs Monaten bis etwa vier bis fünf Jahren vor und tritt typischerweise in den Herbst- und Wintermonaten auf. Der Krupphusten entsteht meist infolge einer Virusinfektion der oberen Atemwege, die sich auf Kehlkopf und Luftröhre ausgebreitet hat. In mehr als der Hälfte der Fälle steckt das sogenannte Parainfluenzavirus hinter der Infektion.
Die Schleimhaut unterhalb des Kehldeckels entzündet sich und schwillt (Fachbegriff: Laryngitis subglottica). Als Folge verengen sich die Atemwege. Krupphusten tritt überwiegend bei kleinen Kindern auf, da ihr Kehlkopf noch recht schmal ist und eine Schwellung den Luftstrom stärker beeinträchtigt als bei größeren Kindern oder Erwachsenen.
In seltenen Fällen kann Krupphusten zu schwerer Atemnot führen. Dann können zur weiteren Therapie Zäpfchen mit Glukokortikoiden ("Cortison", Wirkstoff Prednison) oder Inhalationen mit einem Adrenalingemisch helfen, um die Schleimhaut abzuschwellen und die Atmung zu erleichtern. Auch Beruhigungsmittel und die Gabe von Sauerstoff kommen bei schwerem Pseudokrupp infrage. Nur äußerst selten bekommt das Kind so schwer Luft und die Atemnot lässt sich durch Medikamente nicht ausreichend bessern, sodass eine Beatmung nötig ist.
Schwerer Pseudokrupp mit Atemnot muss in der Klinik behandelt werden.
Die ursprüngliche Infektion der Atemwege, die bei manchen Kindern Pseudokrupp auslösen kann, ist meistens ansteckend. Die Übertragung der Viren erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion (z.B. beim Husten, Niesen).
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