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Pseudokrupp (Krupphusten)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juli 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Wenn ein Baby oder Kleinkind abends oder nachts plötzlich heiser, trocken-bellend hustet, handelt es sich wahrscheinlich um Pseudokrupp (Krupphusten). Beim Einatmen kann es zudem zu einem pfeifenden Geräusch kommen. Das Kind bekommt mitunter schlecht Luft und ist unruhig.

Dann heißt es: Ruhe bewahren! Wenn Ihr Kind Anzeichen für Pseudokrupp zeigt, nehmen Sie es möglichst aufrecht auf den Arm und sorgen Sie für die Zufuhr kalter, frischer Luft (Fenster öffnen, mit dem Kind ins Freie gehen). Sprechen Sie dem Kind mit leiser Stimme gut zu. Unruhe überträgt sich auf das Kind und kann die Beschwerden verstärken.

Durch diese einfachen Maßnahmen bessert sich der Zustand meist schnell – in der Regel verläuft ein Pseudokrupp-Anfall mild und auch ohne weitere Behandlung klingt der Krupphusten komplikationslos ab.

Dennoch ist es ratsam, ein Kind mit Verdacht auf Pseudokrupp von einem Arzt untersuchen zu lassen, denn: Zum einen können Sie mit ihm besprechen, wie Sie weiter vorgehen sollen. Zum anderen kann hinter den Beschwerden anstelle von Krupphusten auch eine schwere, lebensbedrohliche Krankheit stecken: die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis).

Worin unterscheiden sich Pseudokrupp und Kehldeckelentzündung?

Pseudokrupp: Kehldeckelentzündung:
bellender Husten oft kein Husten
leichtes Fieber hohes Fieber
Atemnot mit lautem Pfeifgeräusch beim Einatmen (sog. inspiratorischer Stridor) Atemnot nur manchmal mit Pfeifgeräusch beim Einatmen
heisere Stimme leise, kloßige Stimme ohne Heiserkeit
geringe Schluckbeschwerden starke Schluckbeschwerden mit Speichelfluss
Allgemeinzustand leicht beeinträchtigt Allgemeinzustand stark beeinträchtigt
typischerweise nachts auftretend grundsätzlich zu jeder Tageszeit möglich
keine typische Körperhaltung typischerweise sitzende Körperhaltung

Neben Atemnot verursacht die Kehldeckelentzündung also Symptome, die bei Pseudokrupp typischerweise nicht auftreten. Ein Kind mit Kehldeckelentzündung erscheint schwer krank und in manchen Fällen bewusstseinsgetrübt. Wenn Sie solche Symptome bemerken, gilt: sofort den Notarzt rufen! Denn eine Kehldeckelentzündung erfordert eine schnelle ärztliche Behandlung. Dank der Impfung gegen das verantwortliche Bakterium Haemophilus influenzae Typ B ist die Kehldeckelentzündung jedoch heute sehr selten.

Pseudokrupp kommt hauptsächlich beim Baby oder Kleinkind im Alter von sechs Monaten bis etwa vier bis fünf Jahren vor und tritt typischerweise in den Herbst- und Wintermonaten auf. Ursache für den Krupphusten ist meist eine Virusinfektion der oberen Atemwege, die sich auf Kehlkopf und Luftröhre ausgebreitet hat. In mehr als der Hälfte der Fälle steckt das sogenannte Parainfluenzavirus dahinter.

Diese ursächliche Infektion der Atemwege, die bei manchen Kindern Pseudokrupp auslösen kann, ist meistens ansteckend. Die Übertragung der Viren erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion (z.B. beim Husten oder Niesen).

Die für Pseudokrupp typischen Beschwerden entstehen dadurch, dass die Schleimhaut unterhalb des Kehldeckels entzündet ist und anschwillt (Fachbegriff: Laryngitis subglottica): Als Folge verengen sich die Atemwege. Dass Krupphusten überwiegend bei kleinen Kindern auftritt, liegt daran, dass der kindliche Kehlkopf noch recht schmal ist und eine Schwellung den Luftstrom stärker beeinträchtigt als bei größeren Kindern oder Erwachsenen.

Wenn Pseudokrupp zu schwerer Atemnot führt, können zur Therapie Zäpfchen mit Glukokortikoiden (Kortison, Wirkstoff Prednison) oder Inhalationen mit einem Adrenalingemisch helfen, um die Schleimhaut abzuschwellen und die Atmung zu erleichtern. Auch Beruhigungsmittel und die Gabe von Sauerstoff kommen bei schwerem Krupphusten infrage. Nur äußerst selten bekommt das Kind trotz der Medikamente so schwer Luft, dass eine Beatmung nötig ist.

Schwerer Pseudokrupp mit Atemnot macht eine Behandlung in der Klinik notwendig.



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