Nasennebenhöhlen­entzündung (Sinusitis)

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (11. Oktober 2017)

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Die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann alleine auftreten oder Zeichen einer allgemeinen Atemwegserkrankung sein. Sie kommt sehr häufig vor, verläuft aber meist unkompliziert.

Allerdings kann eine Sinusitis nicht nur akut auftreten, sondern auch chronisch verlaufen. Als chronisch gilt eine Nasennebenhöhlen­entzündung ab einer Dauer von zwei bis drei Monaten.

Was ist eine Nasennebenhöhlen­entzündung?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Diese Nebenhöhlen bilden Hohlräume, die alle mit der Nasenhöhle verbunden sind.

Im Zellsystem der mit Schleimhaut ausgekleideten Nasennebenhöhlen bildet sich regelmäßig Schleim, den der Körper mithilfe winziger, beweglicher Flimmerhärchen (Zilien) über die Nase abtransportiert.

Die Nasennebenhöhlenentzündung entsteht meist aus einer Infektion der Nase mit Krankheitserregern. Die dadurch bedingte Entzündung breitet sich dann von der Nase in deren Nebenhöhlen aus. Die Sinusitis kann jede Nasennebenhöhle betreffen:

  • die Kieferhöhle neben der Nase (Kieferhöhlenentzündung bzw. Sinusitis maxillaris),
  • die Stirnhöhle über der Nase (Stirnhöhlenentzündung bzw. Sinusitis frontalis),
  • die Keilbeinhöhle hinter der Nase (Keilbeinhöhlenentzündung bzw. Sinusitis sphenoidalis) und
  • das Siebbein hinter der Nase (Siebbeinentzündung bzw. Sinusitis ethmoidalis).

sinusitis

Die Lage der Nasennebenhöhlen

Grundsätzlich können sich alle Nasennebenhöhlen einzeln oder gleichzeitig entzünden. Sind bei der Nasennebenhöhlenentzündung mehrere Nebenhöhlen zur selben Zeit betroffen, bezeichnet man dies als Polysinusitis. Sind alle Nasennebenhöhlen entzündet, liegt eine Pansinusitis vor.

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung tritt bei Kindern vor allem als Siebbeinentzündung auf, bei Erwachsenen (nach Häufigkeit in absteigender Reihenfolge) als Kieferhöhlenentzündung, Siebbein­entzündung, Stirnhöhlenentzündung und Keilbeinhöhlen­entzündung. Die chronische Sinusitis betrifft meist die Kieferhöhle oder das Siebbein.

Am häufigsten kommt es zur Kieferhöhlenentzündung.

Meist ist bei einer Nasennebenhöhlenentzündung gleichzeitig die Nasenschleimhaut entzündet. In dem Fall sprechen Ärzte von einer Rhinosinusitis.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Symptome

Akute Nasennebenhöhlenentzündung

Typisch für eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sind folgende Symptome:

Bei einer akut auftretenden Nasennebenhöhlenentzündung ähneln die Symptome anfangs einem Schnupfen: Die akute Form der Sinusitis beginnt mit einem vermehrten Ausfluss aus der Nase, der über Tage anhält.

Am wichtigsten sind für die akute Nasennebenhöhlen­entzündung jedoch zwei andere Symptome: Schmerzen und ein Stauungsgefühl im Gesicht. Die Gesichtsschmerzen sind stechend, bohrend oder pulsierend und drückend. Typisch für die akute Sinusitis ist es, dass die Schmerzen zunehmen, wenn man

  • sich schnell nach vorne beugt,
  • aufsteht oder
  • auf einem Bein hüpft.

Eine akute Sinusitis kann alle Nasennebenhöhlen betreffen – einzeln oder auch gleichzeitig. Dabei sind die mit der akuten Nasennebenhöhlen­entzündung verbundenen schmerzhaften Symptome besonders über der jeweils infizierten Nebenhöhle zu spüren. Die darüber liegende Haut beziehungsweise die unter der Haut liegenden Nerven reagieren empfindlich auf Klopfen und auf Druck von außen.

Nasennebenhöhle Wo treten die Schmerzen auf?
Kieferhöhle über der Wange
Stirnhöhle über der Stirn
Siebbein über der Nase, zwischen den Augen
Keilbeinhöhle Nacken, Schädelmitte

Das Nasensekret ist bei der akuten Sinusitis meist eitrig, gelb-grünlich gefärbt und zäh. Es fließt sowohl aus der Nase als auch in den Rachen ab. Das Sekret und die bei der akuten Nebenhöhlen­entzündung geschwollene Schleimhaut rufen weitere Symptome hervor: Die Nase ist so zugeschwollen, dass die Betroffenen nur schlecht durch die Nase atmen können, Düfte nicht mehr richtig wahrnehmen und Essen weniger intensiv schmecken. Außerdem kann eine akute Nasennebenhöhlen­entzündung allgemeine Symptome wie Fieber verursachen.

Neben diesen Hauptsymptomen kann eine akute Nasennebenhöhlen­entzündung zusätzliche Symptome auslösen. Beispiele für solche sogenannten Nebensymptome der akuten Sinusitis sind:

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann als seröse Form mit Polypen und als chronische Nasennebenhöhlen­vereiterung auftreten. Meist betrifft die chronische Nebenhöhlenentzündung:

  • die Kieferhöhle (chronische Sinusitis maxillaris) oder
  • das Siebbein (chronische Sinusitis ethmoidalis).

In der Regel unterscheidet sich die chronische Nasennebenhöhlenentzündung neben der Dauer ihrer Symptome in einem weiteren Punkt von der akuten Verlaufsform: Typischerweise geht die chronische Sinusitis mit vergleichsweise weniger Schmerzen einher – häufig fehlen sie auch ganz.

Oft ist die Nasenatmung durch die chronische Nasennebenhöhlenentzündung nur einseitig behindert und es tritt dauerhaft ein schleimiges oder eitriges Sekret auf, besonders im Nasenrachenraum (chronisch-eitriger Schnupfen). Symptome einer Riechstörung können ebenfalls bestehen – besonders dann, wenn sich infolge der chronischen Sinusitis Nasenpolypen gebildet haben.

Auch wenn eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung kaum Schmerzen bereitet, kann sie die Lebensqualität deutlich mindern.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Ursachen

Akute Sinusitis

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entsteht meistens durch Schnupfen oder eine Rachenentzündung. Deren häufigste Auslöser sind Viren. Die betroffene Schleimhaut schwillt an und kann so die Eingänge zu den Nebenhöhlen einengen oder verlegen. Dadurch und weil die Abwehrmechanismen der Schleimhaut infolge der Entzündung geschwächt sind, können sich leicht Zweitinfektionen mit Bakterien bilden – vor allem mit:

Seltenere Ursachen für eine infektbedingte akute Nasennebenhöhlen­entzündung sind beispielsweise:

  • Erreger im Badewasser, die beim Baden in die Nase eindringen (sog. Badesinusitis),
  • erkrankte Zahnwurzeln (Wurzelspitzeneiterung) oder
  • eine Zahnentfernung, bei der eine Verbindung zwischen dem Hohlraum der Kieferhöhle und dem Mundraum (sog. Fistel) entstanden ist, sodass Keime eindringen können.

Nur wenn Krankheitserreger die unmittelbaren Auslöser sind, ist die akute Nasennebenhöhlen­entzündung ansteckend. Wer sich die Keime einfängt, entwickelt aber nicht automatisch ebenfalls eine Sinusitis.

Doch nicht immer hat eine akute Nasennebenhöhlenentzündung infektiöse Ursachen. Ebenso kann eine akute Sinusitis entstehen durch:

  • einen allergischen Schnupfen oder
  • Druckschwankungen beim Fliegen und Tauchen (sog. Barosinusitis).

Risikofaktoren

Bestimmte Umstände können dazu führen, dass sich eine akute Nasennebenhöhlenentzündung leichter entwickelt. Als Risikofaktoren für die Entstehung einer akuten Sinusitis gelten beispielsweise:

  • ein geschwächtes Immunsystem
  • besonders aggressive Erreger
  • verlegte Nebenhöhleneingänge
  • anatomische Besonderheiten wie:
    • eine verbogene Nasenscheidewand
    • vergrößerte Nasenmuscheln
    • verengte Nebenhöhleneingänge

Sinusitis im Video: Wie sind die Nasennebenhöhlen aufgebaut und wie kann dort eine Entzündung enstehen?

Chronische Sinusitis

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann unabhängig von ihren Ursachen zunächst immer wiederkehren und mit der Zeit chronisch werden. Eine chronische Sinusitis liegt vor, wenn die Entzündung über zwei bis drei Monate andauert.

Eine typische Ursache für die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist, dass die Nebenhöhlen zu (bzw. verengt) sind, weil der Schleimtransport anhaltend gestört ist. Dadurch gelangt zu wenig frische Luft von außen in sie hinein.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die den Schleimtransport stören und so eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen können. Häufig entsteht eine chronische Sinusitis zum Beispiel durch:

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Diagnose

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ergibt sich die Diagnose meist schon anhand der Beschwerden und einer ersten Untersuchung: Hierbei prüft der Arzt beispielsweise, ob bestimmte Stellen im Gesicht wehtun, wenn er mit dem Finger auf sie klopft oder drückt.

Bei der Untersuchung der Nebenhöhlen fallen bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung die typischen Schmerzen auf. Für eine Sinusitis spricht vor allem, wenn man den Schmerz gezielt auslösen kann, zum Beispiel durch ein schnelles Vorbeugen des Kopfs oder durch den Druck auf bestimmte Nervenaustrittspunkte am Gesicht.

Wer weder Schmerzen im Gesichtsbereich empfindet noch Beschwerden im Bereich der Nase verspürt (z.B. Schnupfen, verstopfe Nase), hat sehr wahrscheinlich keine Nasennebenhöhlenentzündung.

Sofern überhaupt zusätzliche Untersuchungen nötig sind, um die Nasennebenhöhlenentzündung zu diagnostizieren, bieten sich besonders die Spiegelung (Endoskopie) der Nebenhöhlen und die Computertomographie an.

Durch die endoskopische Untersuchung lässt sich die Nasennebenhöhlenentzündung sicher nachweisen. Dazu führt der Arzt das Endoskop in die Nasenlöcher oder in den Mund ein: So kann er meist erkennen, aus welcher Nebenhöhle das Sekret austritt. Außerdem zeigt die endoskopische Untersuchung, ob anatomische Veränderungen vorliegen. Falls erforderlich, kann der Arzt bei der Untersuchung Sekret (z.B. durch Punktion der Kieferhöhle) entnehmen und den Erreger der Sinusitis direkt nachweisen: Dann kann er unter Umständen ein Medikament verordnen, das gezielt gegen den Erreger wirkt.

Die Computertomographie (CT) gilt bei einer Nasennebenhöhlenentzündung unter den bildgebenden Verfahren als aussagekräftigste Untersuchung. Bei der CT entstehen Schnittbilder, auf denen gestautes Sekret, eine Schleimhautschwellung in den Nebenhöhlen und die Ausdehnung der Entzündung zu erkennen sind. Auch anatomische Veränderungen kann der Arzt mithilfe der CT beurteilen. Ultraschall und Röntgen sind bei einer Sinusitis allgemein verzichtbar, können aber in bestimmten Fällen sinnvoll sein – die Untersuchung mit Ultraschall etwa während der Schwangerschaft, um die Schwangere und das Ungeborene nicht mit Strahlen zu belasten.

Auch zur Diagnose einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung ist die CT geeignet. Die Untersuchung ist besonders vor einer geplanten Operation notwendig. In einigen Fällen sind – je nach vermuteter Ursache für die chronische Sinusitis – zusätzlich Blutuntersuchungen, Allergietests, Riechtests und zahnärztliche Kontrollen sinnvoll.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Behandlung

Die bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) eingesetzte Behandlung hängt vor allem vom Krankheitsverlauf ab:

  • Gegen eine akute Sinusitis reichen meist konservative Maßnahmen (wie abschwellende Nasensprays, Inhalationen und Wärmeanwendungen). Gegen die Beschwerden helfen zudem manche pflanzliche Präparate.
  • In manchen Fällen – vor allem, wenn die Nasennebenhöhlen chronisch entzündet sind – ist jedoch auch ein operativer Eingriff notwendig, um die wiederkehrenden und belastenden Entzündungen in den Griff zu bekommen und die Erkrankung zu heilen (z.B. wegen Nasenpolypen).

Gut zu wissen: Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung klingt selbst ohne Behandlung oft innerhalb von etwa zwei Wochen ab.

Konservative Behandlung

Akute Nasennebenhöhlenentzündung

Gegen eine beginnende akute Nasennebenhöhlenentzündung eignen sich als konservative (d.h. nicht-operative) Behandlung zunächst meist abschwellende Nasensprays, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Xylometazolin.

Wichtig bei Nasensprays: Sie sollten möglichst frei vom Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid sein! Allgemein empfiehlt es sich, abschwellende Nasensprays nicht länger als sieben Tage einzusetzen.

Eine Alternative zu Nasensprays ist die sogenannte hohe Einlage: Hierbei setzt der Arzt ein mit abschwellenden Medikamenten getränktes Stück Watte in den mittleren Nasengang ein.

Möglicherweise empfiehlt der Arzt Ihnen auch ein kortisonhaltiges Nasenspray, das stark entzündungshemmend wirkt.

Zudem können Sie die Beschwerden einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung durch Medikamente lindern, die schleimlösend, entzündungshemmend und gegebenenfalls fiebersenkend wirken. Als Schleimlöser können auch pflanzliche Mittel als Kapsel zum Einsatz kommen. Hierin ist zum Beispiel der Wirkstoff Cineol enthalten (der u.a. in Eukalyptus und Salbei vorkommt). Um die mit der Sinusitis verbundenen Schmerzen zu behandeln, eignen sich:

Da meist Viren hinter einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung stecken, ist eine Behandlung mit Antibiotika selten nützlich. Antibiotika (v.a. mit dem Wirkstoff Amoxicillin) können gegen eine Sinusitis nur dann etwas bewirken, wenn nachweislich Bakterien für die Entzündung verantwortlich sind und gleichzeitig eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Die Sinusitis verursacht bei Ihnen starke Beschwerden,
  • Ihr Fieber steigt über 38,3 Grad Celsius,
  • die Beschwerden verstärken sich im Lauf der Nasennebenhöhlenentzündung,
  • es bahnen sich Komplikationen an,
  • Sie haben eine chronisch entzündliche Lungenerkrankung (z.B. chronische Bronchitis, Asthma bronchiale),
  • Sie haben eine Immunschwäche oder nehmen Medikamente ein, die Ihr Immunsystem unterdrücken (z.B. nach einer Organtransplantation), oder
  • bei Ihnen liegt eine schwere Grunderkrankung oder ein besonderer Risikofaktor vor.

Unterstützend können Sie bei einer Sinusitis warmen Dampf inhalieren (ca. 42 bis 45 Grad Celsius) – jeweils nachdem Sie abschwellendes Nasenspray angewendet haben. (Ätherische Öle sollten Sie dabei nicht einsetzen.) Auch eine Infrarotbestrahlung oder Kurzwellentherapie empfinden viele bei einer Nasennebenhöhlenentzündung als angenehm. Ob diese Behandlung wirkt, ist wissenschaftlich allerdings nicht nachgewiesen.

Als nicht empfehlenswert gilt es, bei einer akuten Nebenhöhlenentzündung die Nase zu spülen, da es keine Belege für eine positive Wirkung gibt.

Die Kopfschmerzen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung können Sie mit Akupunktur behandeln lassen, wenn auch unklar ist, wie und wie gut das Verfahren gegen die Beschwerden wirkt. Des Weiteren hilft es gegen akute Beschwerden der Sinusitis, zur Entlastung Ihre Kieferhöhle oder Stirnhöhle von einem Arzt mit speziellen Instrumenten spülen zu lassen. Diese selten angewendete Maßnahme ist meist nicht angenehm, schafft dafür aber schnell Erleichterung.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Gegen eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung reichen unter Umständen ebenfalls konservative Maßnahmen. Ist zum Beispiel eine Allergie für die chronische Sinusitis verantwortlich, kann die Behandlung aus Antiallergika und kortikoidhaltigem Nasenspray bestehen. Oft ist auch eine Hyposensibilisierung ratsam.

Lassen sich Bakterien nachweisen – was bei der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung oft der Fall ist –, sind Antibiotika wirksam. Nasenspülungen eignen sich, um die Beschwerden der chronischen Sinusitis zu bessern. Sofern beispielsweise eine Nahrungsmittelunverträglichkeit besteht, können Sie in Rücksprache mit einem Experten Ihre Ernährung umstellen.

Operation

Wenn sich die Beschwerden einer Nasennebenhöhlenentzündung anders nicht in den Griff bekommen lassen, kann zur Behandlung eine Operation sinnvoll sein. Eine chronische Sinusitis ist in vielen Fällen nur durch eine Nasennebenhöhlen-OP heilbar. Gleiches gilt auch bei Komplikationen.

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung können verschiedene Arten von Eingriffen und Operationen helfen. Ein meist einfacher, kleiner Eingriff ist die Nebenhöhlenpunktion: Ihr Zweck besteht darin, Eiter beziehungsweise Sekret abzulassen, damit Sie die Nasennebenhöhlen wieder frei bekommen.

Ein größerer chirurgischer Eingriff bei chronischer Sinusitis zielt darauf ab, anatomische Engstellen und die erkrankte Schleimhaut zu beseitigen: So kann der Operateur zum Beispiel gleichzeitig die Nasenscheidewand begradigen und die Nasenmuscheln verkleinern. Die Operation findet unter Allgemeinnarkose statt. In der Regel führt der Operateur sie mit einem Endoskop und mit sehr kleinen chirurgischen Instrumenten aus, die er vorsichtig durch die Nasenlöcher einführt.

Kleinere Eingriffe sind ambulant möglich, größere erfolgen stationär. Wenn Ihre Nasennebenhöhlenentzündung eine stationäre Behandlung nötig macht, können Sie mit einem Krankenhausaufenthalt von bis zu einer Woche rechnen.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Verlauf

Prognose

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) hat eine gute Prognose und nimmt in aller Regel einen komplikationsfreien Verlauf, wenn rechtzeitig eine angemessene Behandlung beginnt. Eine chronische Nebenhöhlenentzündung kann langwieriger verlaufen und letztendlich eine Operation nötig machen.

Komplikationen

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung verursacht nur selten Komplikationen – diese können aber schwerwiegend sein und ohne Therapie im Extremfall zu bleibenden Schäden führen. Daher ist es wichtig, einen komplizierten Verlauf bei einer Sinusitis – soweit möglich – zu vermeiden oder zumindest rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Wer entzündlich oder anatomisch bedingte Engen in den Nasennebenhöhlen nicht dauerhaft beseitigen lässt, muss damit rechnen, dass die Nasennebenhöhlenentzündung immer wieder auftritt und unter begünstigenden Umständen chronisch wird. Wer eine chronische Sinusitis hat, kann andererseits immer wieder akute Schübe entwickeln. Dadurch können sich eine chronische Rachenentzündung und Kehlkopfentzündung sowie eine akute Bronchitis ausbilden. In diesem Fall liegt ein sogenanntes sinubronchiales Syndrom vor.

Ohne angemessene Therapie der Nasennebenhöhlenentzündung können sich weitere schwere Komplikationen entwickeln, da die Entzündung auf benachbartes Gewebe übergreifen kann. Beispiele:

  • Bei einer durchbrechenden Stirnhöhlenentzündung sind die Stirnhaut und das Oberlid teigig geschwollen und gerötet.
  • Bei einer Kieferhöhlenentzündung besteht vor allem eine Schwellung im Bereich der Wange und des Unterlids.
  • Bricht die Entzündung in die Augenhöhle durch, kann das zu einem geschwollenen Lid, zu Sehstörungen bis hin zu einem vorübergehenden Sehverlust und zu einer eingeschränkten Augenbeweglichkeit führen.
  • Leitet sich die Nasennebenhöhlenentzündung in Richtung Gehirn fort, kann es zu einer Hirnhautentzündung mit typischen Nackenschmerzen (Nackensteife) kommen. Sammelt sich Eiter im Hirngewebe, sprechen Mediziner von einem Hirnabszess.
  • In schweren Fällen entstehen neurologische Auffälligkeiten wie Krampfanfälle oder es kommt zur Lähmung einzelner Nerven.
  • Es ist auch möglich, dass sich ein Blutgerinnsel in den Hirngefäßen bildet (sog. Sinus-cavernosus-Thrombose).
  • Zudem kann infolge einer sich ausbreitenden Sinusitis eine Weichteil- oder Knochenentzündung (Osteomyelitis) entstehen.

Bilden sich im Rahmen einer chronischen Sinusitis Narben oder wachsen entzündungsbedingte Polypen nach ihrer operativen Entfernung erneut, ist manchmal eine weitere Operation notwendig.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Vorbeugen

Wenn Sie einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) vorbeugen möchten, ist es vor allem wichtig, Erkältungen ausreichend zu behandeln. Denn die akute Nebenhöhlenentzündung entwickelt sich meist durch einen Schnupfen oder eine Rachenentzündung. Geeignete Maßnahmen lauten:

  • Trinken Sie viel.
  • Spülen Sie drei- bis viermal täglich die Nase mit einer lauwarmen Kochsalzlösung (Nasendusche).
  • Nehmen Sie Dampfbäder.
  • Sorgen Sie für eine feuchte Raumluft.

Die Nasendusche

Manche Menschen schwören darauf, einer Nasennebenhöhlenentzündung durch ein altes Hausmittel vorbeugen zu können: die Nasendusche beziehungsweise Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung. Diese Maßnahme kann hilfreich sein, um Infektionen zu verhindern und akute Infektionen mit Schnupfenviren zu behandeln. Eine Nasendusche erhalten Sie in der Apotheke – ebenso wie die dafür bestimmten Salzlösungen. Diese können Sie aber auch selbst zubereiten. Dazu geben Sie

  • 1 Esslöffel Kochsalz (etwa 9 Gramm)
  • in 1 Liter lauwarmes Wasser.

Spülen Sie die Nase bei Schnupfen drei- bis viermal täglich, danach einmal täglich zur Vorbeugung. Die Salzlösung befeuchtet und reinigt die Nase. Die Schleimhaut erholt sich anschließend schneller.

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Nasennebenhöhlen­entzündung (Sinusitis)":

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 11.10.2017)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Rhinosinusitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/049 (Stand: 7.4.2017)

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Nasennebenhöhlenentzündung. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 25.2.2015)

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Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Odontogene Sinusitis maxillaris. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 007/086 (Stand: April 2008)

Aktualisiert am: 11. Oktober 2017

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