Meningitis (Hirnhautentzündung)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Juli 2017)

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Typische Symptome einer Meningitis (Hirnhautentzündung) sind Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteifigkeit. Eine Meningitis sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vor allem, wenn sie durch Bakterien entstanden ist, kann sie schnell gefährlich werden – daher ist rasches Handeln gefragt.

Was ist eine Meningitis?

Eine Meningitis ist eine Hirnhautentzündung, das heißt: Die Gehirn- und/oder Rückenmarkshäute (Meningen), die als Schutzhülle für Gehirn und Rückenmark dienen, sind entzündet. Meist wird die Meningitis durch Bakterien oder Viren ausgelöst.

Wie häufig eine Hirnhautentzündung vorkommt, kann von Region zu Region ganz verschieden sein. In Deutschland erkranken Schätzungen zufolge pro Jahr etwa 0,5 von 100.000 Personen an einer Meningitis.

Video: Meningitis

Meningitis (Hirnhautentzündung): Was sind die Ursachen?

Eine Meningitis wird insbesondere durch Viren und Bakterien hervorgerufen, aber auch durch andere Erreger wie zum Beispiel Pilze. Weitere mögliche, aber seltene Ursachen einer Hirnhautentzündung sind zum Beispiel Krebs- und Autoimmunerkrankungen.

Erreger der bakteriellen Meningitis

Die häufigsten Erreger der bakteriellen Meningitis sind

Meningokokken besiedeln häufig den Nasen-Rachen-Raum, ohne irgendwelche Beschwerden zu verursachen. Wer den Erreger in sich trägt, kann diesen jedoch auf andere Personen übertragen, auch wenn er selbst keine Beschwerden hat. Wenn die Meningokokken zu den Hirnhäuten gelangen, verursachen sie eine Hirnhautentzündung: die Meningokokken-Meningitis. In Deutschland führen vor allem die Bakterien-Untergruppen (Serogruppen) B und C zur Meningitis.

Pneumokokken leben auf der Schleimhaut der oberen Atemwege. Bei einem intakten Immunsystem ist das kein Problem. Breiten sich die Pneumokokken jedoch aus, können sie verschiedene Erkrankungen auslösen – so zum Beispiel eine Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder eben eine Meningitis.

Weitere mögliche Erreger

Vor allem bei Kindern bis zum 5. Lebensjahr kann das Bakterium Haemophilus influenzae vom Typ B eine Meningitis auslösen. Seit Einführung der Hib-Impfung ist die Zahl der Fälle jedoch deutlich zurückgegangen.

Seltener stecken Listerien hinter der Hirnhautentzündung – meist handelt es sich dann bei den Patienten um ältere und/oder immungeschwächte Personen.

Bei neugeborenen Kindern und Säuglingen im ersten Lebensmonat sind meist

  • Darmbakterien wie Escherichia coli
  • Streptokokken der Gruppe B (kommen häufig bei Gesunden auf der Haut vor, ohne gesundheitliche Probleme zu verursachen) oder
  • Listerien

für die Meningitis verantwortlich.

Personen, die während eines Krankenhausaufenthalts eine Meningitis bekommen (sog. nosokomiale Infektion), haben sich häufig mit Enterobakterien, der Bakterienart Pseudomonas aeruginosa oder Staphylokokken angesteckt.

Man sieht Meningokokken auf der Oberfläche einer Zelle. © Jupiterimages/Hemera

Meningokokken besiedeln bei vielen Menschen den Nasen-Rachen-Raum, ohne zu Erkrankungen zu führen.

Virale Meningitis

Die meist milder verlaufende virale Meningitis entsteht unter anderem durch Erreger wie


Wie bekommt man eine Hirnhautentzündung?

Häufig gelangen die Erreger über eine Tröpfcheninfektion in den Körper, zum Beispiel durch Husten und Niesen oder auch Küssen. Meist führen die Erreger zu einer unkomplizierten und harmlosen Entzündung der oberen Atemwege. Manche Menschen tragen die Erreger im Nasen-Rachen-Raum, ohne selbst zu erkranken. Trotzdem sind sie eine Infektionsquelle für andere, bei denen die Keime möglicherweise schwere Erkrankungen auslösen.

Bei einer eitrigen, meist durch Bakterien verursachten Meningitis können die Erreger auf mehreren Wege zu den Hirnhäuten gelangen:

  • durch Streuung über den Blutweg (hämatogen): Erreger können von einem Entzündungsherd, der sich woanders im Körper befindet, über das Blut zu den Hirnhäuten vordringen. So kann es beispielsweise passieren, dass der Patient zunächst eine Lungenentzündung hat, die gleichen Erreger aber später eine Meningitis auslösen.
  • durch Ausbreitung einer Infektion (fortgeleitete Meningitis): Eine Entzündung, die sich in der Nähe der Hirnhäute befindet – zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder eine Nasennebenhöhlenentzündung –, kann sich ausdehnen und auf die Hirnhäute übergreifen.
  • durch direkten Kontakt: Meningitis-Erreger können auch durch unfallbedingte Schädelfrakturen oder durch operative Eingriffe an Gehirn und Rückenmark direkt mit den Hirn- und Rückenmarkshäuten in Kontakt kommen.

Meningitis (Hirnhautentzündung): Typische Symptome

Typische Symptome einer Hirnhautentzündung (Meningitis) sind:

  • zunehmende, starke Kopf- und Nackenschmerzen
  • (hohes) Fieber, häufig mit Schüttelfrost
  • Nackensteifigkeit

Wie stark die Beschwerden ausfallen und welche Symptome genau auftreten, ist unter anderem davon abhängig, welcher Erreger die Hirnhautentzündung ausgelöst hat.

Die Nackensteifigkeit ist ein charakteristisches Anzeichen einer Meningitis: Versucht der Arzt, den Kopf des Patienten nach vorne auf die Brust zu beugen, ist dies nicht oder nur unter Schmerzen möglich. Häufig ist die Nackensteifigkeit zu Beginn der Erkrankung noch nicht sehr ausgeprägt, verstärkt sich jedoch im weiteren Verlauf. Die Nackensteifigkeit kann bei einer Meningitis aber auch fehlen. Dies ist vor allem bei älteren Personen oder Säuglingen der Fall.

Übrigens: Mit einem "steifen Nacken", wie er beispielsweise bei Verspannungen auftritt, hat eine Nackensteifigkeit nichts zu tun.

Das Bild zeigt ein krankes Mädchen im Bett. © Jupiterimages/Goodshoot

Typischerweise beginnt eine Meningitis mit Fieber, starken Kopfschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl.

Weitere Symptome, die im Rahmen einer Meningitis häufig auftreten, sind

Haben Meningokokken die Hirnhautentzündung ausgelöst, setzen die Symptome meist wie aus heiterem Himmel mit einem sehr schweren Krankheitsgefühl ein. Bei manchen Patienten entstehen stecknadelkopfgroße Hauteinblutungen auf der Haut (sog. Petechien).

Symptome bei Säuglingen und Kleinkindern

Eine bakterielle Meningitis macht sich bei Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter häufig durch etwas andere Symptome bemerkbar als bei Erwachsenen oder auch bei älteren Kindern. Säuglinge und Kleinkinder mit Hirnhautentzündung haben oft Fieber, manchmal gepaart mit kalten Händen und Füßen, und Appetitlosigkeit. Auch Durchfall und Erbrechen können vorkommen. Hinzu kommt bei Säuglingen oft ein hochtoniges, schrilles Weinen oder Jammern und ein Unwillen gegenüber Berührungen.

Wenn Säuglinge eine Hirnhautentzündung haben, verschlechtert sich ihr Zustand typischerweise rapide. Oft nehmen die Kleinen einen teilnahmslosen Ausdruck an, reagieren nicht auf Reize reagieren und sind schwer zu wecken.

Die Nackensteifigkeit kann bei Babys mit einer Meningitis fehlen und lässt sich bei ihnen darüber hinaus auch nur schwer feststellen. Jedoch kann sich die Fontanelle – die Knochenlücke am kindlichen Schädel, die von weichem Bindegewebe überdeckt ist – bei einer Meningitis leicht nach außen wölben oder verhärten. Bei gesunden Kindern ist die Fontanelle dagegen eher leicht nach innen gewölbt. 

Häufig zeigen Säuglinge und Kleinkinder bei einer Hirnhautentzündung recht unspezifische Symptome. Bei jedem Verdacht auf eine Hirnhautentzündung sollten Sie nicht zögern, sondern umgehend einen Arzt aufsuchen.

Symptome bei Senioren

Auch bei älteren Menschen ist eine Meningitis (Hirnhautentzündung) nicht immer klar zu erkennen: Die Symptome sind bei Senioren häufig durch Begleiterkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder Demenz verschleiert. Und auch die Nackensteifigkeit fehlt oft. Dies erschwert es dem Arzt, die Meningitis zu diagnostizieren. Daher kann es passieren, dass eine Hirnhautentzündung bei Senioren als Anzeichen für einen Schlaganfall oder einen fieberhaften Verwirrtheitszustand fehlinterpretiert wird.

Meningitis (Hirnhautentzündung): Diagnose

Symptome wie ein starkes Krankheitsgefühl, heftige Kopfschmerzen und Fieber sind erste Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine Meningitis (Hirnhautentzündung) handeln könnte. In einer körperlichen Untersuchung wird der Arzt prüfen, ob weitere Anzeichen einer Meningitis vorliegen.

Insbesondere bei Verdacht auf eine bakterielle Meningitis ist rasches Handeln erforderlich. Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser. Auch wenn die Diagnose noch nicht eindeutig feststeht, wird der Arzt seinen Patienten umgehend ins Krankenhaus einweisen und eine Therapie veranlassen, wenn er vermutet, dass eine bakterielle Hirnhautentzündung vorliegt.

Um den genauen Erreger zu bestimmen, sollten frühzeitig Blut und/oder Nervenwasser untersucht werden:

  • Bei der Lumbalpunktion entnimmt der Arzt eine kleine Menge Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmark. Das Aussehen der Flüssigkeit gibt dem Arzt erste Hinweise darauf, ob Bakterien oder Viren für die Meningitis verantwortlich sein könnten. Ist das Nervenwasser trüb, ist dies beispielsweise eine Anzeichen dafür, dass Bakterien im Spiel sind. Im Labor wird das Nervenwasser genauer untersucht. Dabei wird der genaue Erreger bestimmt und ermittelt, in welcher Menge er vorhanden ist.
  • Im Blut lassen sich unter anderem Entzündungszeichen nachweisen und Rückschlüsse auf den Erreger ziehen.

Handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Meningitis, wird der Arzt nach dem ursprünglichen Infektionsherd suchen, denn häufig breiten sich die Bakterien von einer anderen Körperstelle aus. Bildgebende Verfahren wie zum Beispiel die Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) helfen dem Arzt dabei, die mögliche Infektionsquelle auszumachen und mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.

Körperliche Untersuchung: Verschiedene Tests geben Aufschluss

Zu Beginn der Diagnosestellung geben dem Arzt verschiedene körperliche Tests Hinweise auf eine Meningitis:

Beugt der Arzt den Kopf des liegenden Betroffenen in Richtung Brust und tritt dabei ein schmerzbedingter Widerstand im Nacken auf, liegt eine Nackensteifigkeit (Meningismus) vor: ein typisches Anzeichen für eine Meningitis. Beugt der Erkrankte im gleichen Moment reflexartig die Beine im Hüft- und Kniegelenk, ist das sogenannte Brudzinski-Zeichen positiv, was ein weiterer Hinweis auf Meningitis ist.

Hebt der Arzt das gestreckte Bein des liegenden Patienten an und beugt dieser daraufhin das Knie, ist das sogenannte Kernig-Zeichen positiv. Auch das spricht für eine Meningitis. Ein weiterer Hinweis ist das Lasègue-Zeichen: Der Patient liegt auf dem Rücken, während der Arzt das gestreckte Bein nach oben hebt. Treten in einem Winkel von bis zu 45 Grad starke Schmerzen in Rücken und Bein auf, kann das an einer bakteriellen Meningitis liegen.

Fehlen diese Anzeichen, schließt das eine Meningitis nicht aus. Vielmehr helfen die Tests dem Arzt dabei, seinen Verdacht zu erhärten.

Meningokokken-Sepsis mit Glas-Test erkennen

Ein durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung kann zu einer schweren Verlaufsform führen: der sogenannten Meningokokken-Sepsis. Erste Hinweise sind punktförmige Hauteinblutungen (Petechien). Um herauszufinden, ob eine Meningokokken-Meningitis vorliegt, kann ein einfacher Test helfen: der Glas-Test.

Beim Glas-Test drückt man ein sauberes Trinkglas mit der Seite auf eine Stelle mit Hautausschlag. Verschwindet der Ausschlag durch den Druck, ist er vermutlich nicht die Folge einer Hirnhautentzündung.

Bleibt der Ausschlag trotz des Drucks durch das Glas sichtbar, ist das ein Hinweis auf eine Meningokokken-Meningitis. In dem Fall sollte man umgehend eine Klinik oder einen Arzt aufsuchen. Bei dunkler Haut ist es ratsam, den Glas-Test auf einer helleren Hautfläche zu machen, wie zum Beispiel auf der Handinnenfläche oder der Fußsohle.

Meningitis (Hirnhautentzündung): Therapie

Eine durch Viren hervorgerufene Meningitis bedarf nicht immer einer speziellen Therapie. Nimmt sie einen leichten Verlauf, heilt sie oft von allein aus. Anders die bakterielle Hirnhautentzündung: Hier ist rasches Handeln erforderlich, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Eine bakterielle Meningitis muss umgehend behandelt werden. Wenn die Behandlung nicht sofort und ohne Verzögerung einsetzt, kann eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute durch Bakterien innerhalb weniger Stunden lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Therapie der bakteriellen Meningitis

Eine bakterielle Meningitis wird zur Sicherheit immer im Krankenhaus behandelt. Der Grund: Die Erkrankung kann schnell zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

Schon beim ersten Verdacht auf eine bakterielle Meningitis – also auch, wenn die Diagnose noch nicht eindeutig feststeht –, ist es notwendig, so rasch wie möglich Antibiotika zu verabreichen. Da der Erreger zu Beginn der Therapie oft noch nicht genau bestimmt werden konnte, kommen zunächst Breitbandantibiotika zum Einsatz. Diese Medikamente wirken gegen viele unterschiedliche Bakterienarten. Zu häufig verschriebenen Bandbreitantibiotika bei einer bakteriellen Meningitis zählen Wirkstoffe aus der Gruppe der Cephalosporine (wie Cefotaxim oder Ceftriaxon) in Kombination mit Ampicillin. Zusätzlich bekommt der Patient oft den entzündungshemmenden Wirkstoff Dexamethason verabreicht.

Sobald das Ergebnis der Nervenwasser- und Blutuntersuchung vorliegt und der Erreger feststeht, kann der Arzt seine Therapie gegebenenfalls anpassen – und gezielt das Antibiotikum wählen, das am besten gegen das jeweilige Bakterium wirkt. Im Falle einer Meningokokken-Meningitis kann der Arzt zum Beispiel auf den Wirkstoff Penicillin G umsteigen. Je nachdem, um welchen Erreger genau es sich handelt und wie die Meningitis verläuft, dauert die medikamentöse Behandlung etwa 10 bis 14 Tage.

Chemoprophylaxe: Mitbehandlung enger Kontaktpersonen

Ist das Risiko groß, dass sich eine Kontaktperson angesteckt haben könnte, wird der Arzt möglicherweise eine Chemoprophylaxe vorschlagen. Darunter verstehen Mediziner die vorbeugende Gabe von Antibiotika.

Therapie der viralen Meningitis

Eine virale Meningitis heilt zwar in vielen Fällen ohne eine besondere Behandlung von allein aus – es kommt aber unter anderem auf den Erreger an, wie schwer der Verlauf tatsächlich ist.

Antibiotika helfen nur gegen Bakterien und kommen daher bei einer viralen Meningitis nicht infrage. Gegen bestimmte Viren stehen sogenannte Virustatika zur Verfügung. So wird der Arzt bei Verdacht auf eine Herpesinfektion etwa den Wirkstoff Aciclovir wählen.

Unterstützend können schmerz- und fiebersenkende Medikamente sowie Bettruhe die Beschwerden lindern.

Wenn die virale Gehirnhautentzündung auf das Gehirn übergeht (Enzephalitis), muss der Patient auf jeden Fall im Krankenhaus behandelt werden, denn dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein.

Kann der Arzt nicht ausschließen, dass doch Bakterien im Spiel sind, wird er zur Sicherheit immer Antibiotika verabreichen.

Meningitis (Hirnhautentzündung): Verlauf & Komplikationen

Eine Meningitis (Hirnhautentzündung) kann unbehandelt im Verlauf weniger Stunden lebensbedrohliche Ausmaße annehmen – insbesondere, wenn es sich um eine bakterielle Hirnhautentzündung handelt. Aber auch eine durch Viren verursachte Meningitis kann tödlich verlaufen, vor allem, wenn sie durch das Herpes-simplex-Virus verursacht wurde.

Darum ist es für die Prognose entscheidend, bereits bei einem Verdacht auf eine Meningitis unverzüglich eine Therapie einzuleiten: Eine schnelle und angemessene Behandlung verringert das Risiko schwerer oder tödlicher Verläufe deutlich.

Die Prognose der Hirnhautentzündung ist noch von weiteren Faktoren abhängig, so vor allem von

  • der Art des Meningitis-Erregers, aber auch von
  • der individuellen Situation des Betroffenen (wie Lebensalter, allgemeiner Gesundheits- oder Ernährungszustand).

An einer Meningitis, die durch Meningokokken verursacht wird, stirbt statistisch gesehen 1 von 100 Erkrankten. Kommen Komplikationen wie eine Meningokokken-Sepsis hinzu, steigt das Risiko deutlich an. Bei einer Pneumokokken-Meningitis oder einer Meningitis durch Listerien ist die Sterblichkeitsrate ebenfalls deutlich höher.

Komplikationen

Bei etwa jedem zweiten Erwachsenen mit einer bakteriellen Meningitis treten Komplikationen auf, die unterschiedlich schwer ausgeprägt sein können. Dazu zählen unter anderem:

  • eine Schwellung des Gehirns (Hirnödem) mit steigendem Hirndruck
  • ein Gefäßverschluss der Venen im Gehirn durch Blutgerinnsel (Sinusvenenthrombose)
  • Hydrozephalus, eine krankhafte Erweiterung der mit Flüssigkeit gefüllten Räume im Gehirn
  • Hörprobleme durch Schäden am Innenohr
  • Lähmungen der Hirnnerven
  • HirnabszessEiteransammlung in einer entzündlich entstandenen Höhle im Gehirn.
  • Krampfanfälle
  • geistige Einschränkungen

Meningokokken-Sepsis

Im Rahmen einer durch Meningokokken verursachten Meningitis (Hirnhautentzündung) kann sich eine Blutvergiftung entwickeln: Bei etwa einem Drittel der Betroffenen entsteht eine Hirnhautentzündung mit Meningokokken-Sepsis. Schätzungsweise 10 bis 15 von 100 Personen, die eine Meningokokken-Sepsis entwickelt haben, erleiden einen septischen Schock in einer schweren Form: das sogenannte Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom. Dabei kommt es zu einer lebensgefährlichen Störung der Blutgerinnung sowie zu Einblutungen in die Nebennieren.

Charakteristisch für die Meningokokken-Sepsis sind fleckige Hauteinblutungen (Petechien): Kleine, stecknadelkopfartige, rote oder braune Flecken (sog. septischer Hautausschlag) zeigen sich dabei oft schon im Frühstadium. Diese Flecken können sich rasch zu größeren dunkelroten Flecken (ähnlich einem Bluterguss bzw. blauen Fleck) und Blutbläschen unter der Haut entwickeln.

Impfung gegen Meningitis (Hirnhautentzündung)

Einer bakteriellen Meningitis können Sie mit verschiedenen Schutzimpfungen vorbeugen. Zu wichtigen Impfungen zählen

Und auch gegen einige virale Formen der Meningitis kann man sich impfen lassen – so zählt die Impfung gegen das Mumpsvirus in Kombination mit der Masern und Rötelnimpfung zu den Standardimpfungen. Um der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vorzubeugen, wird Personen, die in FSME-Risikogebieten unterwegs, eine FSME-Impfung empfohlen.

Impfung ist auch Schutz für Ungeimpfte

Mit einer Impfung können Sie nicht nur einer bakteriellen Meningitis bei sich selbst vorbeugen – die Impfung möglichst vieler Menschen schützt auch Ungeimpfte: Wer sich impfen lässt, verhindert, unbemerkt Träger des Erregers zu sein und diesen an andere weiterzugeben.

Meningitis (Hirnhautentzündung): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Meningitis (Hirnhautentzündung)":


Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

Epidemiologisches Bulletin Nr. 8/2014: RKI Ratgeber für Ärzte. Meningokokkenerkrankungen (Stand: 7.4.2016)

Baenkler, H.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2015

Meningococcal meningitis. Online-Informationen der World Health Organization (WHO): www.who.org (Stand: November 2015)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Ambulant erworbene bakterielle (eitrige) Meningoenzephalitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/089 (Stand: 31.12.2015)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Virale Meningoenzephalitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/100 (Stand: 31.10.2014)

Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Vesikari, T. et al.: Immunogenicity and safety of an investigational multicomponent, recombinant, meningococcal serogroup B vaccine (4CMenB) administered concomitantly with routine infant and child vaccinations: results of two randomised trials. Lancet, Band 381, Ausgabe 9869, S. 825-835 (9.3.2013)

Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012

Aktualisiert am: 26. Juli 2017

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