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Lepra

Veröffentlicht von: Onmeda Redaktion (30. Juni 2014)

Lepra – auch als Aussatz bezeichnet – ist seit Jahrtausenden bekannte Infektionskrankheit, die durch Bakterien entsteht. Lepra zerstört Haut und Schleimhäute und befällt außerdem Nervenzellen; zu spät behandelt können Leprakranke so dauerhafte Schäden (z.B. Verlust von Gliedmaßen) davontragen. Bei rechtzeitiger Behandlung ist Lepra jedoch heilbar.

In Europa ist die Lepra aus bisher unbekannten Gründen im 16. Jahrhundert fast ausgestorben. Entsprechend spielt die Lepra in Deutschland keine Rolle mehr – die Krankheit tritt hierzulande nur ganz vereinzelt als eingeschleppter Fall auf. Weltweit kommt es allerdings jedes Jahr etwa zu 250.000 neuen Fällen von Lepra auf, hauptsächlich in Süd-Ost-Asien.

Der Lepra-Erreger ist das Bakterium Mycobacterium leprae, das im Inneren von Zellen des menschlichen Körpers leben kann. Die Erkrankung überträgt sich von Mensch zu Mensch. Wie die Lepra genau entsteht, ist jedoch nicht vollständig bekannt: Manche Menschen tragen das ursächliche Bakterium in sich, ohne dass die Krankheit bei ihnen ausbricht.

Nur bei etwa jedem Zwanzigsten infizierten Menschen entwickelt sich die Lepra: Jahre nach der Ansteckung bilden sich bei ihnen als erste Lepra-Symptome einzelne kleine Hautflecken, die oft unbemerkt bleiben und von selbst wieder verschwinden können (sog. Lepra indeterminata). Wenn die Lepra bestehen bleibt, können je nach individueller Immunreaktion verschiedene Krankheitsbilder entstehen:

  • Die lepromatöse Lepra (bzw. multibazilläre Lepra) ist die schwerste Form von Lepra und tritt auf, wenn das Abwehrsystem gar nicht auf das Bakterium reagiert (fehlende Immunantwort). Die lepromatöse Lepra ist sehr ansteckend.
  • Die tuberkuloide Lepra entsteht bei guter Abwehrlage des Körpers und verläuft milder als die lepromatöse Form. Das Risiko einer Ansteckung ist bei dieser Lepra-Form gering.
  • Als Borderline-Lepra bezeichnet man alle zwischen den beiden Extremformen liegenden Lepra-Formen.

Weil die Nervenzellen leprakranker Menschen von dem Krankheitserreger befallen sind, ist bei der Lepra zuerst der Tastsinn eingeschränkt. Dies hat zur Folge, dass sich die Betroffenen oft an ihren Händen und Füßen verbrennen und verletzen. Daher sind schwere Verstümmelungen und Behinderungen typisch für Lepra. Im weiteren Krankheitsverlauf kann die Lepra ohne geeignete Therapie auch zur Erblindung führen.

Dank eines verbesserten Lebensstandards und moderner Medikamente ist es in vielen Ländern bereits gelungen, die Lepra zu eliminieren: Anders als früher besteht mit der Kombinationstherapie aus mehreren Antibiotika bei Lepra heute die Möglichkeit, Kranke erfolgreich zu behandeln.






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