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Lepra

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juli 2015)

Lepra – auch als Aussatz bezeichnet – ist eine seit Jahrtausenden bekannte Infektionskrankheit, die durch Bakterien entsteht. Lepra zerstört Haut und Schleimhäute und befällt außerdem Nervenzellen; zu spät behandelt können Leprakranke dauerhafte Schäden (z.B. Verlust von Gliedmaßen) davontragen. Bei rechtzeitiger Behandlung ist Lepra jedoch heilbar.

In Deutschland kommt Lepra keine Bedeutung mehr zu – die Krankheit tritt hierzulande nur ganz vereinzelt als eingeschleppter Fall auf. Weltweit liegt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen mit Lepra seit Jahren unter 300.000 Fällen. Zu den Hauptverbreitungsgebieten der Lepra zählen die Länder Südostasiens, einige afrikanische Länder sowie Südamerika (insbesondere Brasilien).

Der Lepra-Erreger ist das Bakterium Mycobacterium leprae, das im Inneren von Zellen des menschlichen Körpers leben kann. Die Erkrankung überträgt sich von Mensch zu Mensch. Wie Lepra genau entsteht, ist jedoch nicht vollständig bekannt. Manche Menschen tragen den Erreger in sich, ohne dass die Krankheit bei ihnen ausbricht.

Nur bei etwa jedem Zwanzigsten mit Lepra infizierten Menschen bricht die Erkrankung aus: Monate bis Jahre nach der Ansteckung zeigen sich bei ihnen als erste Symptome einzelne kleine Hautflecken, die oft unbemerkt bleiben und von selbst wieder verschwinden können (sog. Lepra indeterminata). Wenn die Lepra bestehen bleibt, können je nach individueller Immunreaktion verschiedene Krankheitsbilder entstehen:

  • Die lepromatöse Lepra (bzw. multibazilläre Lepra) ist die schwerste Form von Lepra und tritt auf, wenn das Abwehrsystem gar nicht auf die Erreger reagiert (fehlende Immunantwort). Die lepromatöse Lepra ist sehr ansteckend.
  • Die tuberkuloide Lepra (bzw. paucibazilläre Lepra) entsteht bei guter Abwehrlage des Körpers und verläuft milder als die lepromatöse Form. Das Risiko einer Ansteckung ist bei dieser Lepra-Form gering.
  • Als Borderline-Lepra bezeichnet man alle zwischen den beiden Extremformen liegenden Lepra-Formen.
Weil die Nervenzellen leprakranker Menschen von dem Krankheitserreger befallen sind, ist bei Lepra zuerst der Tastsinn eingeschränkt. Als Folge verbrennen und verletzen sich die Betroffenen oft an ihren Händen und Füßen. Daher sind schwere Verstümmelungen und Behinderungen typisch für Lepra. Im weiteren Krankheitsverlauf kann die Lepra ohne geeignete Therapie auch zur Erblindung führen.

Dank eines verbesserten Lebensstandards und moderner Medikamente ist es in vielen Ländern bereits gelungen, die Lepra auszulöschen: Anders als früher besteht mit einer Kombinationstherapie aus mehreren Antibiotika bei Lepra heute die Möglichkeit, Kranke erfolgreich zu behandeln.



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