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Lepra

Stand: 8. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Lepra ist eine seit Langem bekannte, auch als Aussatz bezeichnete bakterielle Infektionskrankheit. Sie zerstört Haut und Schleimhäute und befällt außerdem Nervenzellen. Zu spät erkannt kann Lepra irreparable Schäden verursachen. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung ist jedoch ihre Heilung möglich.

Weltweit treten jedes Jahr etwa 250.000 neue Fälle von Lepra auf, hauptsächlich in Süd-Ost-Asien. In Deutschland spielt die Lepra keine Rolle mehr; es gibt nur ganz vereinzelte importierte Fälle. Aus bisher unbekannten Gründen ist die Lepra im 16. Jahrhundert in Europa fast ausgestorben.

Ursache für Lepra ist die Infektion mit einem bestimmten Erreger: dem Bakterium Mycobacterium leprae, das im Inneren der Zellen des menschlichen Körpers leben kann. Wie die Lepra genau entsteht, ist jedoch nicht vollständig bekannt: Es gibt Menschen, die den Lepra-Erreger in sich tragen, ohne dass die Krankheit bei ihnen ausbricht.

Nur bei fünf bis zehn Prozent der Menschen ruft der Lepra-Erreger Jahre nach der Ansteckung erste Symptome in Form von einzelnen kleinen Hautflecken hervor, die oft unbemerkt bleiben und von selbst wieder verschwinden können (sog. Lepra indeterminata). Wenn die Lepra bestehen bleibt, können je nach individueller Immunreaktion verschiedene Krankheitsbilder entstehen:

  • Die lepromatöse Lepra (bzw. multibazilläre Lepra) ist die schwerste Form von Lepra und tritt bei fehlender Immunantwort auf. Sie ist sehr ansteckend.
  • Die tuberkuloide Lepra entsteht bei vorhandener Immunantwort. Das Risiko einer Ansteckung ist gering.
  • Als Borderline-Formen der Lepra bezeichnet man die zwischen den beiden Lepra-Extremformen liegenden Formen.

Weil der Lepra-Erreger nach der Übertragung die Nervenzellen befällt, ist zuerst der Tastsinn eingeschränkt. Dies hat zur Folge, dass sich Leprakranke oft an ihren Händen und Füßen verbrennen und verletzen. Oft entstehen so schwere Verstümmelungen und Behinderungen. Im weiteren Verlauf kann die Lepra, wenn keine Behandlung erfolgt, auch zur Erblindung führen. Dank einer Erhöhung des Lebensstandards und moderner Medikamente ist es in vielen Ländern bereits gelungen, die Lepra zu eliminieren: Durch eine Kombinationstherapie aus mehreren Antibiotika (Multi-drug Therapie, MDT) ist – anders als früher – eine erfolgreiche Lepra-Behandlung möglich.

Weiterlesen: Lepra: Definition

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