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Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS)

Legasthenie: Ursachen

Stand: 12. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die einer Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS) zugrunde liegenden Ursachen sind nicht eindeutig bekannt. Möglicherweise treffen mehrere Einflüsse aufeinander, die zusammen zur Entwicklung einer Legasthenie führen (sog. multifaktorielle Genese).

Für eine Legasthenie kommen erbliche Ursachen infrage: Dass man die Anlage für die Lese-Rechtschreib-Schwäche (d.h. die Möglichkeit, von LRS betroffen zu sein) erben kann, zeigt sich darin, dass die Legasthenie – ebenso wie andere Teilleistungsstörungen – innerhalb von Familien gehäuft auftritt. Bei Kindern mit schwerer Lese- und Rechtschreibschwäche ist häufig ein bestimmter Träger der Erbanlage (d.h. ein bestimmtes Gen: das sog. DCDC2-Gen) verändert. Das Risiko, eine Legasthenie zu entwickeln, steigt damit um das bis zu Fünffache. Wie genau das Gen zur Legasthenie beiträgt, ist noch nicht bekannt. Es dürfte aber besonders wichtig für die Verarbeitung von Sprachinformationen beim Schreibprozess sein.

Vermutlich ist bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche die Verarbeitung sprachlicher und visueller Informationen im Gehirn gestört. Über unsere Sinne nehmen wir ständig unsere Umwelt wahr. Das Gehirn vergleicht diese Informationen mit dem bereits Erlernten, sortiert Unwichtiges aus und verarbeitet Wichtiges weiter, speichert es ab und wendet es bei Bedarf an. Die Teile des Gehirns, die dies in Bezug auf Buchstaben oder Zahlen leisten, funktionieren bei Legasthenie nicht richtig. Daher gelingt es Legasthenikern nicht, mit den Augen wahrgenommene Schrift in die über das Ohr erworbene gesprochene Sprache zu übertragen. Als Ursachen dafür kommen etwa Schädigungen der linken (bei den meisten Menschen für Sprachverständnis und Sprachbildung verantwortlichen) Hirnhälfte während der Schwangerschaft und Geburt infrage.

Emotionale und soziale Umstände gelten nicht als Ursachen für die Legasthenie, sind aber an der Ausprägung der Entwicklungsstörung beteiligt. Finden legasthenische Kinder in der Familie oder in der Schule nicht die notwendige Unterstützung und erhalten sie zu wenig Förderung ihrer schwachen Stellen, kann dies die Lese- und Rechtschreibschwäche verstärken.

Weiterlesen: Legasthenie: Symptome

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