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Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS)

Legasthenie: Definition

Stand: 12. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS) ist eine bestimmte (d.h. eine genau umgrenzte) Entwicklungsstörung der Lese- und Schreibfähigkeiten. Sie gehört zu den sogenannten Teilleistungsstörungen, zu denen auch die Rechenschwäche (Dyskalkulie) zählt. Eine Teilleistungsstörung in den Bereichen Lesen und Rechtschreiben liegt per Definition vor, wenn folgende Punkte erfüllt sind:

  • Benotung mit der Note 5 oder 6 im Fach Deutsch. Die wissenschaftliche Definition lautet: Die schulische Bewertung ist schlechter als bei 97 Prozent der vergleichbaren Schulkinder.
  • Die Schwäche des Kindes in dem Fach ist nicht auf eine verminderte Intelligenz zurückzuführen.
  • Die Entwicklungsstörung ist spätestens bis zum fünften Schuljahr aufgefallen. Zeigen sich in späteren Klassenstufen ähnliche Probleme, liegt wahrscheinlich eine andere Ursache vor.
  • Das Kind ist bisher normal unterrichtet worden. Ist ein Kind schlecht im Lesen oder Schreiben, weil es die Schule versäumt oder mangelhaften Unterricht bekommen hat, ist meist keine Teilleistungsstörung festzustellen.
  • Das Kind hört und sieht gut und leidet an keiner Erkrankung, die eine erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht verhindert. Eine Teilleistungsstörung liegt auch nicht vor, wenn das Kind zum Beispiel schon einmal lesen konnte, aber diese Fähigkeit durch eine Erkrankung wieder verloren hat.

Um eine im Rahmen der Legasthenie bestehende Leseschwäche (Dyslexie) oder Rechtschreibschwäche (Agraphie) verstehen zu können, ist der Vergleich mit einer anderen Störung hilfreich – der Farbenblindheit: In Bezug auf die Gesundheit und die Intelligenz unterscheiden sich Farbenblinde in keiner Weise von ihren Mitmenschen. Das einzig Auffällige ist, dass sie die Farben Rot und Grün nicht unterscheiden können. Neben ansonsten ganz normal ausgebildeten Fähigkeiten haben sie also eine klar umgrenzte Schwäche.

Ähnlich ist die Legasthenie zu verstehen. Legasthenische Kinder verhalten sich in allen anderen Bereichen nicht anders als ihre Mitschüler. Sie sind nur nicht fähig, so gut zu schreiben und zu lesen wie die anderen. Doch unser Alltag verlangt viel häufiger, mit Buchstaben umzugehen, als Rot und Grün zu unterscheiden. Daher wirkt sich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche viel stärker auf das Leben der Betroffenen aus. Jemand, der nicht so schnell lesen lernt wie die Kinder im gleichen Alter, gilt oft als dumm oder faul. Die auf diese Weise auffälligen Kinder sind daher oft einem großen Druck ausgesetzt und können mitunter bleibende seelische Schäden entwickeln.

Weiterlesen: Legasthenie: Ursachen

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