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Hörsturz

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (31. März 2014)

Ein Hörsturz tritt meist "aus heiterem Himmel" auf. Plötzlich kann der Betroffene auf einem oder – seltener – beiden Ohren nur noch schlecht oder gar nicht mehr hören. Ein Hörsturz geht oftmals mit einem dumpfen Gefühl im Ohr, Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder Schwindel einher.

Viele Betroffene empfinden bei einem Hörsturz das Gefühl, als würde ein Stück Watte oder ein Ohrstöpsel im Ohr stecken.

Bis heute weiß man nicht genau, welche Ursachen hinter einem Hörsturz stecken. Einige Forscher vermuten, dass ein Hörsturz mit Durchblutungsstörungen des Innenohrs zusammenhängt.

Im Innenohr, genauer gesagt in der Hörschnecke, befinden sich sogenannte Haarzellen. Diese sensiblen Zellen haben die Aufgabe, die aufgenommenen Schallwellen aus der Umwelt in elektrochemische Signale umzuwandeln und über den Hörnerv ans Gehirn weiterzuleiten. Im Gehirn selbst verarbeitet ein bestimmter Bereich (sog. Hörrinde) diese Signale zu Hörwahrnehmungen, zum Beispiel Sprache, Musik oder Umgebungsgeräusche. Wenn die Haarzellen nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden, kann dies die Hörfähigkeit einschränken und somit möglicherweise einen Hörsturz verursachen.

Das Bild zeigt ein Ohr einer Frau.

Forscher vermuten, dass ein Hörsturz mit Durchblutungsstörungen des Innenohrs zusammenhängt. Die genauen Ursachen sind jedoch nicht bekannt.

Neben Durchblutungsstörungen stehen aber auch andere Ursachen in Verdacht, einen Hörsturz hervorzurufen:

Medizinisch gesehen handelt es sich bei einem Hörsturz nicht um einen Notfall, der sofort therapiert werden muss. Bei etwa der Hälfte aller Fälle bildet sich der Hörsturz innerhalb der ersten 24 Stunden spontan zurück. Je geringer der Hörverlust ausfällt, desto besser ist die Prognose.

Dennoch sollten Betroffene bei einem Hörsturz möglichst schnell einen Arzt aufsuchen. Denn hinter einem plötzlichen Hörverlust können auch Krankheiten stecken, die unter Umständen rasch behandelt oder weiter abgeklärt werden müssen – zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder die Menière-Krankheit.

Bis heute ist nicht genau bekannt, welche Therapie bei einem Hörsturz am besten hilft. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsmaßnahmen, die in den letzten Jahren erprobt wurden.

  • Welche Hörsturz-Therapie am geeignetsten erscheint
  • und ob bei einem Hörsturz überhaupt eine Behandlung nötig ist,

müssen Betroffene individuell mit ihrem Arzt besprechen.

In etwa der Hälfte der Fälle heilt ein Hörsturz ohne jegliche Behandlung wieder aus.

Bei einem leichten Hörsturz raten viele Ärzte zunächst dazu, ein paar Tage abzuwarten. Sollte sich bei einem Hörsturz nach spätestens drei Tagen keine Besserung eingestellt haben, kann der Hals-Nasen-Ohrenarzt zum Beispiel bestimmte Medikamente verordnen, die gegen eine Entzündung und Schwellung im Ohr wirken.

Es handelt sich dabei um sogenannte Glukokortikoide, auch Kortikosteroide genannt. Diese Medikamente kann der Arzt sowohl in Form von Tabletten verschreiben als auch – meist unter örtlicher Betäubung – direkt in das betroffene Ohr spritzen.

Sollte ein Hörsturz nicht von selbst ausheilen, empfiehlt die in Deutschland aktuell geltende Leitlinie eine Behandlung mit einem hochdosierten Glukokortikoid.






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