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Hepatitis D

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (18. März 2016)

© Jupiterimages/Stockbyte

Hepatitis D ist eine meldepflichtige Entzündung der Leber, der eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus (HDV) zugrunde liegt. Der Krankheitserreger wird durch Blut, engen Hautkontakt oder Körperflüssigkeiten wie Sperma übertragen.

Das Hepatitis-D-Virus ist ein defektes RNA-Virus. Damit das Hepatitis-D-Virus Leberzellen infizieren kann, benötigt es die Hülle des Hepatitis-B-Virus (HBV). Deshalb treten Symptome einer Hepatitis D nur bei früherer oder gleichzeitiger Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus auf.

Werden das Hepatitis-B-Virus und das Hepatitis-D-Virus gleichzeitig übertragen, spricht man von einer Koinfektion. In diesem Fall behindern sich die Viren gegenseitig. Das HDV hindert das HBV daran, sich zu vermehren. Trotzdem kommt es oft zu einem schweren Verlauf, aber nur in 2 Prozent der Fälle wird die Infektion chronisch.

Erfolgt eine Infektion mit HDV nachdem das HBV bereits im Körper ist, spricht man von einer Superinfektion. Diese verläuft meist ungünstiger – zunächst treten zwar weniger Symptome auf, dennoch kommt es im weiteren Verlauf häufig zu einer ausgeprägten Hepatitis und in 90 Prozent der Fälle auch zu einem chronischen Verlauf. Eine vollständige Ausheilung ist nur in seltenen Fällen möglich.

Nach einer Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen) von vier bis mehreren Wochen treten bei einer Hepatitis D die gleichen zunächst wenig charakteristischen grippalen Symptome wie bei einer Hepatitis B auf. Dazu gehören

Hinzu kommen weitere Symptome wie

Auch Milz und Lymphknoten können bei einer Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus vergrößert sein. Im Anschluss färbt sich der Urin dunkel und es kommt zu einer Entfärbung des Stuhls. Diese Anzeichen weisen auf die Schädigung der Leber hin.

Die bei einer Hepatitis meist auftretende Gelbfärbung des weißen Teils der Augen bezeichnet man als Gelbsucht (Ikterus). Die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen kann auch nach Abklingen der Erkrankung über Monate hinweg eingeschränkt bleiben.

In 70 bis 90 Prozent der Fälle führt eine mit Hepatitis D gepaarte Hepatitis B zu chronischen Verläufen. Oft geht eine chronische Hepatitis-D-Infektion in eine Leberzirrhose über.

Video: Hepatitis – wenn Viren die Leber schädigen.



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