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Wenn Hämorrhoiden Probleme bereiten

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (05. Januar 2017)

© iStock

Über das Thema Hämorrhoiden spricht kaum jemand gerne – und doch haben viele Menschen Probleme damit. Genau genommen hat sogar jeder von uns Hämorrhoiden: Sie gehören zur menschlichen Anatomie dazu. Beschwerden wie Nässen, Jucken oder Brennen bereiten sie erst, wenn sie krankhaft vergrößert sind.

Hämorrhoiden sind Schwellkörper, die in der Schleimhaut des unteren Enddarms (Analkanal) ein dichtes Gefäßpolster bilden. Sie tragen dazu bei, den Darm nach außen abzudichten und verhindern so, dass beim Hüpfen, Lachen oder Niesen unwillkürlich Stuhl abgeht. Krankhaft werden Hämorrhoiden erst dann, wenn sich in diesem Gefäßpolster das Blut staut und nicht mehr ungestört abfließen kann. Die Hämorrhoiden vergrößern sich und machen sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar – Ärzte sprechen dann von einem Hämorrhoidalleiden.

Schätzungen zufolge haben über 50 Prozent aller über 30-Jährigen krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden. Nicht nur ältere Menschen sind von vergrößerten Hämorrhoiden betroffen, sondern auch viele jüngere. Die Ursachen für vergrößerte Hämorrhoiden sind vielfältig. Sie reichen von Verstopfung und verstärktem Pressen beim Stuhlgang bis hin zu Übergewicht und einer angeborenen Bindegewebsschwäche

Typische Symptome durch vergrößerte Hämorrhoiden sind schmerzlose, hellrote Blutungen im Analbereich. Der Betroffene sieht häufig Blut am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl. Hinzu kommen Beschwerden wie Jucken, Stechen, Brennen, Nässen und das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können.

Hämorrhoiden, die nur leicht vergrößert sind, kann der Arzt von außen weder sehen noch tasten. In weiter fortgeschrittenen Stadien wölben sich vergrößerte Hämorrhoiden in den Analkanal vor. Sie treten während des Stuhlgangs bei stärkerem Pressen vorübergehend aus dem After. Dabei können die Hämorrhoiden im After eingeklemmt werden, was sehr schmerzhaft sein kann. Im weiteren Verlauf können die Hämorrhoiden soweit vergrößert sein, dass sie permanent vor der Afteröffnung liegen. Sie lassen sich dann nur noch mit dem Finger in den After zurückschieben – oder auch gar nicht mehr.

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Wer die Beschwerden lindern möchte, sollte vor allem für einen weichen, regelmäßigen Stuhlgang sorgen, zum Beispiel durch reichlich Bewegung und eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung. Und auch persönliche Gewohnheiten wie etwa die Verweildauer auf der Toilette spielt eine Rolle dabei, wie gut die Symptome in den Griff zu bekommen sind. Hämorrhoiden-Salben, Cremes und entzündungshemmende Zäpfchen können leichtere Beschwerden vorübergehend lindern. In schwereren Fällen ist eine Behandlung durch den Arzt nötig. Er kann die beteiligten Blutgefäße und das umgebende Gewebe veröden (Sklerosierungstherapie), abbinden (Ligatur) oder chirurgisch entfernen.

Hämorrhoiden und Hämorrhoidalleiden

Im Volksmund spricht man meist auch dann von Hämorrhoiden, wenn eigentlich das Hämorrhoidalleiden damit gemeint ist. Ganz korrekt ist das allerdings nicht: Hämorrhoiden hat jeder Mensch – erst, wenn sie krankhaft vergrößert sind, handelt es sich um ein Hämorrhoidalleiden. Hämorrhoiden sind auch unter der Schreibweise "Hämorriden " bekannt; fälschlicherweise liest man öfter auch den Begriff "Hämoriden".

Video: Hämorrhoiden

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