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Gicht(Stand: 26. Juli 2010) Die Gicht bezeichnete man früher im Volksmund als Zipperlein. Sie ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt (Hyperurikämie) und sich nachfolgend Harnsäurekristalle vermehrt ablagern (u.a. in Gelenken, Schleimbeuteln, inneren Organen). Erreicht der Harnsäurespiegel im Blut bei der Gicht einen kritischen Punkt, tritt meist ein akuter Gichtanfall auf, bei dem typischerweise das Grundgelenk einer Großzehe schmerzhaft entzündet ist (sog. Podagra). Die Ursache der Gicht ist meist eine erbliche Veranlagung beziehungsweise geschädigte Träger der Erbanlage (sog. Gene). Diese Gendefekte führen in vielen Fällen dazu, dass die Betroffenen zu wenig Harnsäure ausscheiden (sog. primäre Gicht). Aber auch eine gestörte Nierenfunktion oder Krankheiten, bei denen vermehrt Zellen zerfallen (z.B. Leukämie), können eine Gicht auslösen (sog. sekundäre Gicht). Die Gicht galt früher als eine Krankheit der Reichen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Allerdings tritt sie häufiger in Ländern mit einem höheren Lebensstandard auf. Die Gründe liegen unter anderem in den Ess- und Trinkgewohnheiten in den Industrieländern. Vor allem der übermäßige Verzehr von purinreichen Lebensmitteln, zum Beispiel Innereien, Fleisch und Alkohol, können zur Entstehung einer Gicht beitragen: Aus Purinen bildet der Körper Harnsäure. In seltenen Fällen kann sich eine Gicht zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Dazu kommt es meist nur bei einer späten Diagnose oder unzureichenden Behandlung der Gicht. Die Therapie der Gicht gliedert sich in zwei Phasen. Zunächst erfolgt eine sogenannte initiale Therapie, um den akuten Gichtanfall zu behandeln. Dazu kommen in erster Linie Medikamente zum Einsatz. Die anschließende Dauertherapie dient dazu, den Harnsäurespiegel im Blut zu normalisieren und auf lange Sicht auf einem stabilen Niveau zu halten. So lässt sich ein chronischer Verlauf der Gicht verhindern. Die Dauertherapie der Gicht basiert auf zwei Säulen: Medikamente und Ernährungsumstellung. Die medikamentöse Behandlung besteht vor allem aus Urikosurika und Urikostatika: Sie stabilisieren den Harnsäurespiegel. Zudem ist es wichtig, dass Menschen mit Gicht unter Anleitung ihre Ernährung ändern. Vor allem der Verzicht auf purinreiche Nahrungsmittel steht hierbei im Vordergrund. Weiterlesen: Gicht: Definition Autor: Onmeda Redaktion Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Das könnte Sie auch interessieren
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