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Gicht(Stand: 20. Februar 2009) Gicht (Hyperurikämie) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Der erhöhte Harnsäurespiegel führt dazu, dass sich Harnsäurekristalle vermehrt ablagern – unter anderem in Gelenken und Schleimbeuteln. Aber auch in inneren Organen können sich die Kristalle ablagern. Erreicht der Harnsäurespiegel einen kritischen Punkt, äußert sich die Gicht in den meisten Fällen in einem akuten Gichtanfall. Hierbei entzündet sich typischerweise das Grundgelenk einer Großzehe schmerzhaft (sog. Podagra). Die Ursache der Gicht ist meist eine erbliche Veranlagung beziehungsweise Defekte in den Genen. Diese Gendefekte führen in vielen Fällen dazu, dass Betroffene zu wenig Harnsäure ausscheiden (primäre Gicht). Aber auch eine gestörte Nierenfunktion oder Krankheiten, bei denen vermehrt Zellen zerfallen (z.B. Leukämie) können eine Gicht auslösen (sog. sekundäre Gicht). Die Gicht galt früher als eine Erkrankung der Reichen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Allerdings tritt sie häufiger in Ländern mit einem höheren Lebensstandard auf. Die Gründe liegen unter anderem in den Ernährungsgewohnheiten in den Industrieländern. Vor allem der übermäßige Verzehr von purinreichen Lebensmitteln, zum Beispiel Innereien, Fleisch und Alkohol, können zu einer Gicht beitragen. Aus Purinen bildet der Körper Harnsäure. In seltenen Fällen kann eine Gicht sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Dazu kommt es meist nur, wenn die Gicht spät diagnostiziert oder unzureichend behandelt wird. Die Therapie gliedert sich in zwei Phasen. Zunächst behandelt der Arzt akuten Gichtanfall (initiale Therapie). Dazu werden in erster Linie Medikamente eingesetzt. Die anschließende Dauertherapie dient dazu, den Harnsäurespiegel im Blut zu normalisieren und auf lange Sicht zu auf einem stabilen Niveau zu halten. So lässt sich ein chronischer Verlauf verhindern. Die Dauertherapie basiert auf zwei Säulen. Medikamente und Ernährungsumstellung. Bei der Behandlung mit Medikamenten setzt man vor allem Urikosurika und Urikostatika ein. Sie stabilisieren den Harnsäurespiegel. Zudem leitet man die Betroffenen an, ihre Ernährung umzustellen. Vor allem der Verzicht auf purinreiche Nahrungsmittel steht hierbei im Vordergrund. Weiterlesen: Gicht: Definition Autor: Onmeda Redaktion Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Das könnte Sie auch interessieren
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