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Gicht

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Juli 2013)

Die Gicht, früher im Volksmund als Zipperlein bezeichnet, galt lange als Krankheit der Reichen. Das ist heute nicht mehr so. Allerdings ist Gicht in Ländern mit einem höheren Lebensstandard verbreiteter – unter anderem wegen der hier vorherrschenden Ess- und Trinkgewohnheiten.

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung. Ihr kennzeichnendes Merkmal ist, dass sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt (sog. Hyperurikämie). Die Gründe hierfür können verschieden sein:

Meist sind die Gicht-Ursachen erblich: Dann führt in vielen Fällen eine geschädigte Erbanlage (sog. Gendefekt) dazu, dass die Betroffenen zu wenig Harnsäure ausscheiden (sog. primäre Gicht). Aber auch eine gestörte Nierenfunktion oder Krankheiten, bei denen vermehrt Zellen zerfallen (z.B. Leukämie), können einen Anstieg der Harnsäurekonzentration im Körper bewirken und so eine Gicht auslösen (sog. sekundäre Gicht). Daneben spielt bei der Entstehung von Gicht die Ernährung eine große Rolle: Besonders purinreiche Lebensmittel (wie Innereien, Fleisch) und Alkohol wirken sich begünstigend auf Gicht aus.

Wegen der vielen Harnsäure im Körper bilden sich bei Gicht im Lauf der Zeit Harnsäurekristalle, die sich (u.a. in Gelenken, Schleimbeuteln, inneren Organen) ablagern. Dadurch entstehen bei Gicht typischerweise schmerzhafte Gelenkentzündungen, die unbehandelt auf Dauer zu Gelenkschäden (sog. Arthritis urica) führen können.

Es können jedoch Jahre bis Jahrzehnte vergehen, bevor eine bestehende Gicht Symptome verursacht (sog. asymptomatische Phase). Sobald aber der Harnsäurespiegel im Blut einen kritischen Punkt erreicht, kann ein akuter Gichtanfall auftreten, bei dem typischerweise das Grundgelenk einer Großzehe schmerzhaft entzündet ist (sog. Podagra). Ist der Gichtanfall abgeklungen, folgt meist eine (Monate bis Jahre dauernde) Phase ohne Symptome (sog. interkritische Phase). Vor allem wenn die Behandlung zu spät beginnt oder unzureichend ist, kann die Gicht in einen dauerhaften Verlauf übergehen (sog. chronische Gicht). Dazu kommt es aber nur selten.

Die Gicht-Behandlung gliedert sich in zwei Phasen:

  • Die anfängliche Gicht-Therapie richtet sich gegen die Gichtanfälle – dabei sollen in erster Linie Medikamente die Anfälle stoppen und die Schmerzen lindern.
  • Die anschließende Dauertherapie der Gicht dient dazu, den Harnsäurespiegel im Blut zu normalisieren und auf lange Sicht auf einem stabilen Niveau zu halten, um mögliche Spätfolgen einer Hyperurikämie und einen chronischen Krankheitsverlauf zu verhindern.

Die Dauertherapie der Gicht basiert auf zwei Säulen: Medikamente und Ernährungsumstellung. Als wirksame Mittel gegen die Gicht kommen vor allem Urikosurika und Urikostatika zum Einsatz: Sie stabilisieren den Harnsäurespiegel. Die Umstellung der Ernährung bei Gicht bedeutet vor allem, auf purinreiche Nahrungsmittel zu verzichten. Bei frühzeitig gut eingestelltem Harnsäurespiegel verläuft die Gicht in der Regel ohne Komplikationen.






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