Arthritis (Gelenkentzündung)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Dezember 2017)

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Eine Arthritis(Gelenkentzündung) kann plötzlich auftreten (akute Arthritis) oder immer wieder aufflammen (chronische Arthritis). Die häufigste chronische Arthritis ist die rheumatoide Arthritis (Rheuma).

Ist nur ein Gelenk entzündet, spricht man von einer Monoarthritis, sind mehrere betroffen, von einer Polyarthritis.

Was ist eine Arthritis?

Die Entzündung eines Gelenks bezeichnet man als Arthritis. Der Wortteil Arth- stammt aus dem Griechischen und bedeutet Gelenk oder Glied, -itis ist die Wortendung für Entzündungen.

Arthritis (Gelenkentzündung): Symptome

Die typischen Symptome einer Arthritis sind:

  • Schmerzen,
  • Schwellung,
  • Überwärmung,
  • Rötung und
  • eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks.

Mögliche weitere Beschwerden sind:

  • Flüssigkeit im Gelenk (Gelenkerguss)
  • Eiter im Gelenk (Gelenkempyem)

Je nach Ursache der Arthritis treten außerdem spezifische Symptome auf. Die rheumatoide Arthritis beispielsweise zeichnet sich aus durch:

  • nächtliche und morgendliche Gelenkschmerzen
  • eine Morgensteifigkeit der Gelenke
  • Schwellung in den Fingergrund- und Fingermittelgelenken

Bei einem Gichtanfall ist häufig das Großzehengrundgelenk betroffen: Die große Zehe ist dick geschwollen, rot, überwärmt und schmerzt stark.

Arthritis (Gelenkentzündung): Ursachen

Es gibt zahlreiche Formen der Arthritis, die unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen einer Gelenkentzündung sind:

Infektionen

Häufig sind Infektionen für eine Gelenkentzündung verantwortlich. Über eine Wunde können Bakterien oder andere Erreger das Gelenk direkt infizieren. Typische Erreger einer Arthritis sind:

Außerdem kann eine Entzündung von einem Infektionsherd im Körper über den Blutweg ins Gelenk weitergeleitet werden – etwa im Rahmen einer Borreliose im Falle der sogenannten Lyme-Arthritis.

Als Sonderform der Gelenkentzündung gilt die sogenannte reaktive Arthritis, auch Reiter-Syndrom genannt. Sie tritt einige Wochen nach einer bakteriellen Infektion des Magen-Darm-Trakts oder der ableitenden Harnwege auf, es finden sich aber keine Erreger im Gelenk. Vielmehr handelt es sich wahrscheinlich um eine Reaktion des Immunsystems auf im Gelenk verbliebene "Bakterienreste".

Arthritis bei Kindern

  • Kinder entwickeln infolge einer Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) häufig eine bakterielle Arthritis.
  • Infolge von Magen-Darm-Infektionen oder Harnwegsinfektionen tritt überwiegend bei Kindern eine sogenannte reaktive Arthritis auf. In diesem Fall handelt es sich um eine indirekte Gelenkentzündung, da zwar die entsprechenden Symptome vorhanden sind, der Erreger aber nicht im Gelenk nachgewiesen werden kann.

Autoimmunerkrankungen

Bei einer Autoimmunkrankheit greift das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr, fälschlicherweise die eigenen Gelenke und Gewebe an und zerstört diese. Zu den Autoimmunerkrankungen, die zu einer Arthritis führen können, zählen beispielsweise:

Die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt, ist die häufigste Form der Gelenkentzündung.

Stoffwechselerkrankungen

Zu den Stoffwechselerkrankungen gehört zum Beispiel die Gicht. Diese Form der Arthritis – Fachbegriff: Arthritis urica – wird durch eine Harnsäureerhöhung ausgelöst (Gichtanfall). Ein Gichtanfall ist sehr schmerzhaft und betrifft oft das Großzehengrundgelenk.

Arthritis (Gelenkentzündung): Diagnose

Die Diagnose erfodert im Fall einer Arthritis eine Reihe von Untersuchungsschritten:

Die Art der Beschwerden gibt erste Hinweise auf die Ursache und das Ausmaß der Arthritis. Um die Diagnose zu verfeinern, müssen folgende Fragen geklärt werden:

  • Welches Gelenk beziehungsweise welche Gelenke sind betroffen?
  • Welche Beschwerden bestehen genau?
  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Wurde das Gelenk belastet (Sport, Unfall etc.)?
  • Gibt es bekannte Grunderkrankungen?

Neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung überprüft der Arzt, ob das betroffene Gelenk geschwollen, gerötet oder überwärmt ist und wie beweglich es ist.

Bei einer Arthritis sind häufig die Entzündungswerte im Blut erhöht, dazu zählen:

Bei der rheumatoiden Arthritis (Rheuma) finden sich mitunter sogenannte Rheumafaktoren und beim Gichtanfall sind die Harnsäurewerte im Blut erhöht.

Röntgenuntersuchungen sind sinnvoll, wenn der Verdacht besteht, dass das Gelenk durch die Gelenkentzündung beschädigt ist. So zeigen sich beispielsweise bei Rheuma nach einigen Jahren meist typische Gelenkzerstörungen im Röntgenbild.

Bei unklaren Fällen reichen diese Verfahren gegebenenfalls nicht aus, um die Ursache der Arthritis zu ermitteln. Dann sind weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise eine Gelenkpunktion (Entnahme von Flüssigkeit oder Gewebe aus dem Gelenk) oder eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie).

Arthritis (Gelenkentzündung): Therapie

Die Behandlung richtet sich bei einer Arthritis nach der entsprechenden Ursache. Grundsätzlich kommen bei einer Gelenkentzündung folgende Maßnahmen in Betracht:

Arthritis (Gelenkentzündung): Verlauf

Wie sich eine Gelenkentzündung entwickelt hängt davon ab, was zur Arthritis geführt hat. Eine akute infektiöse Arthritis heilt bei rechtzeitiger Behandlung meistens vollständig aus. Gelenkentzündungen können aber auch das Gelenk zerstören, die Gelenke versteifen und zu dauerhaften Fehlstellungen und Behinderungen führen.

Eine chronische Gelenkentzündung wie die rheumatoide Arthritis schreitet in der Regel allmählich fort. Dank moderner Behandlungsmethoden lässt sich der Prozess bei den meisten Betroffenen zumindest bremsen und die Entzündung und die Schmerzen sind lange Zeit gut kontrollierbar.

Arthritis (Gelenkentzündung): Vorbeugen

Einer Arthritis können Sie vorbeugen, indem Sie Ihre Gelenke regelmäßig bewegen und dabei alle Gelenke möglichst gleichmäßig belasten. Dies gelingt zum Beispiel durch:

Es ist wichtig, Verletzungen (etwea eine offene Wunde am Knie) frühzeitig zu behandeln, damit sich die Entzündung nicht auf das Gelenk ausbreitet.

Entsteht eine Arthritis im Rahmen von Grunderkrankungen, sollten die Betroffenen

  • eine entsprechende Therapie erhalten,
  • die verschriebenen Medikamente vorschriftsmäßig einnehmen und
  • ihren Lebensstil bei Bedarf anpassen,
damit es gar nicht erst zu einer Gelenkentzündung kommt. So scheinen beispielsweise Alkohol, fettes Essen und Rauchen Gichtanfälle zu begünstigen.

Arthritis (Gelenkentzündung): Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Arthritis (Gelenkentzündung)":

    Linktipps:

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    Quellen:

    Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 7.12.2017)

    Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

    Breusch, S., Mau, H., Sabo, D.: Klinikleitfaden Orthopädie. Urban & Fischer, München 2013

    Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Häufige Gichtanfälle und Chronische Gicht in der hausärztlichen Versorgung. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/032a (Stand: 30.9.2013)

    Leitlinie der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin: Lyme-Arthritis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 027/056 (Stand: 1.1.2013)

    Leitlinie der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin: Reaktive Arthritis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 027/057 (Stand: 1.1.2013)

    Leitlinie der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin: Akute hämatogene Osteomyelitis und bakterielle Arthritis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 027/054 (Stand: 1.1.2013)

    Aktualisiert am: 8. Dezember 2017

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