Nierentransplanta­tion

Veröffentlicht von: Till von Bracht (26. März 2013)

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Bei einer chronischen Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) kann es nötig sein, eine Spenderniere mithilfe einer Nierentransplantation einzupflanzen, welche die Funktion der geschädigten Niere übernimmt.

Bei einer Nierentransplantation belassen die Chirurgen die eigenen Nieren meist im Körper und setzen dem Betroffenen die gesunde Spenderniere ein Stück unterhalb der anderen Nieren ein. Das implantierte Organ erfüllt alle Funktionen der eigenen Nieren, sodass eine regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) nicht mehr notwendig ist.

Das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) des Menschen ist darauf spezialisiert, fremde Zellen zu erkennen und zu zerstören. Auf diese Art schützt es den Organismus in der Regel effektiv vor Krankheitserregern. Dieser Mechanismus ist auch bei der Transplantation von fremden Organen besonders bedeutend. Damit der Körper des Organempfängers eine fremde Niere möglichst gut akzeptiert, sollten Spender- und Empfängerorganismus in möglichst vielen Gewebewerten übereinstimmen. Daher sind Spendernieren von nahen Verwandten oft besonders gut für eine Nierentransplantation geeignet. Dennoch müssen Menschen nach einer Nierentransplantation lebenslang Medikamente einnehmen. Diese Mittel sollen verhindern, dass der Körper die fremde Niere wieder abstößt. Solche Arzneimittel bezeichnet man als Immunsuppressiva, da sie das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken.

Video: Nierentransplantation

Der Großteil (etwa 80 Prozent) der transplantierten Nieren stammt von Verstorbenen, die sich vor ihrem Tod zur Organspende bereit erklärt hatten. Die Lebendspenden machen den Rest aller Nierentransplantationen in Deutschland aus, also etwa 20 Prozent. Hierbei dürfen nur nahe Verwandte und Menschen mit einem engen persönlichen Verhältnis spenden, um einen Verkauf von eigenen Nieren zu verhindern. Die Lebensqualität eines Nierenspenders ist durch die Entnahme einer Niere nicht gemindert, wenn die zweite Niere voll funktionsfähig ist.