Hautinfektionen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 25. November 2013)

auch bezeichnet als:
Dermatosen, infektiöse; infektiöse Dermatosen

Hautinfektionen sind Erkrankungen der Haut oder ihrer Anhangsgebilde (Haare, Nägel, Schweiß- und Talgdrüsen), die durch Krankheitserreger verursacht werden. Hierzu zählen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten:
  • Bakterielle Hautinfektionen werden als Pyodermien bezeichnet. Als häufigste Erreger gelten Staphylokokken und Streptokokken. So sind Staphylokokken vor allem verantwortlich für eitrige Entzündungen der Haarfollikel, Talgdrüsenfollikel und Schweißdrüsen, zu denen Furunkel oder Abszesse gehören. Auch Nagelbettentzündungen werden durch Staphylokokken hervorgerufen. Streptokokken sind Verursacher von fortschreitenden, oberflächlichen sowie eitrigen Hautgeschwüren wie Eiterflechte (Impetigo) und Wundrose. Auch andere Bakterienarten sind an der Entstehung von Hauterkrankungen beteiligt. So wird Akne (Acne vulgaris) durch Propioni-Bakterien und deren Stoffwechselprodukte gefördert.
  • Hautinfektionen mit Viren werden vor allem durch Herpesviren verursacht. Typische Beispiele sind Lippenherpes und Herpes an den Geschlechtsorganen (verursacht durch Herpes simplex) sowie Gürtelrose und Windpocken (verursacht durch Varicella-Zoster-Viren). Auch die Pocken sind eine Viruserkrankung der Haut. Diese zumeist tödliche Krankheit trat in Deutschland letztmalig 1972 auf.
  • Pilzinfektionen der Haut (Dermatomykosen) und Nagelpilzerkrankungen an Händen und Füßen werden durch verschiedene Dermatophyten (Pilze) verursacht. Häufig werden sie von Juckreiz, Hautrötung und Bläschenbildung begleitet. Sehr verbreitet sind Hefepilzinfektionen (Candidosen). Sie treten oft als Pilzinfektionen im Mund und als Pilzinfektionen der Scheide in Erscheinung. Im Mund (Soor, Mundsoor) werden sie häufig durch den Gebrauch von Kortison-haltigen Asthmasprays hervorgerufen. Die relativ starke Zunahme von Scheidenpilzerkrankungen wird unter anderem mit der vermehrten Anwendung von Antibiotika und der "Pille" in Verbindung gebracht, die die Scheidenflora verändern.
  • Auch Parasiten, wie zum Beispiel Läuse, Milben (Krätzmilben) und Zecken, können Hautinfektionen übertragen. Besonders gefährdet sind in diesen Fällen abwehrgeschwächte Personen und Patienten mit chronischen Erkrankungen.
Die Infektion ist meist daran zu erkennen, dass die Haut an den betroffenen Stellen anders aussieht als am restlichen Körper. Typische Symptome sind Schwellungen und Rötungen, Ausschläge, Blasen oder eitrige Pusteln. Viele Erkrankungen gehen auch mit Juckreiz, Schmerzen oder Druckempfindlichkeit einher. Neben diesen Beschwerden kann es in schweren Fällen von Hautinfektionen auch zu Übelkeit und Erbrechen oder Fieber kommen. Bleiben Hautinfektionen unbehandelt, breiten sie sich manchmal in tiefere Schichten, bis zu Sehnen, Knochen oder Gelenken, aus. Auch eine Blutvergiftung kann entstehen. Bei Furunkeln im Gesicht können die Bakterien bis in das Gehirn vordringen und schwere Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute (Meningitis) hervorrufen.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Die Behandlung von Hautinfektionen erfolgt häufig durch Selbstmedikation. Ärztlicher Rat kann jedoch auch bei kleinen erkrankten Hautarealen erforderlich sein, um Narbenbildung und damit verbundene seelische Belastungen zu vermeiden.

Eine ärztliche Behandlung ist notwendig bei Rötungen und Schwellungen der Haut, die sich rasch ausbreiten oder vergrößern. Zeigen sich Blasen oder Eiterpusteln, ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen. Das Gleiche gilt für Hautveränderungen, die von Fieber oder Schüttelfrost sowie Übelkeit und Erbrechen begleitet werden.

Bei folgenden Symptomen ist ebenfalls ärztliche Hilfe einzuholen:
  • Der Betroffene hat starke Schmerzen.
  • Die Durchblutung in den betroffenen Hautarealen scheint gestört zu sein. Erkennbar ist dies an einer weißen bis bläulich-schwarzen Färbung und eventuell einem Taubheitsgefühl.
  • Die Hautpartie riecht unangenehm.
  • Die Infektion trat nach einer Spritze oder Infusion auf.
  • Der Betroffene leidet wiederholt an Hautinfektionen.



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