Gicht

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 20. Juni 2008)

auch bezeichnet als:
Arthritis urica; Hyperurikämie; Podagra; Zipperlein

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung. Sie entsteht durch einen erhöhten Harnsäuregehalt im Blut (Hyperurikämie). Infolge der Hyperurikämie lagern sich in verschiedenen Körpergeweben, besonders aber in den Gelenken, Harnsäurekristalle ab, die zu sehr schmerzhaften Entzündungen in Form von Gichtanfällen führen können.

In den Industrieländern haben sehr viele Menschen erhöhte Harnsäurespiegel. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Erhöhte Harnsäurewerte allein bereiten in der Regel keine Beschwerden und werden daher meist nur zufällig im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung erkannt. Je höher der Harnsäurespiegel steigt, desto größer ist die Gefahr eines akuten Gichtanfalls.

Akuter Gichtanfall:
Die erste Attacke tritt oft nachts oder frühmorgens auf. Betroffen ist häufig das Großzehengrundgelenk (gelegentlich auch das Knie-, das Sprung- oder das Daumengrundgelenk), das innerhalb weniger Stunden anschwillt und heftige Schmerzen verursacht. Die Haut darüber wird rot und heiß, zusätzlich kann es zu Fieber kommen. Der Mediziner nennt dieses Gesschehen Podagra. Vorausgegangen sind häufig üppiges fettes Essen bzw. übermaßiger Alkoholgenuss.

Nach mehreren Tagen bis wenigen Wochen sind die Schmerzen meist komplett abgeklungen und alles scheint wieder normal. Nehmen Sie eine solche Attacke aber nicht auf die leichte Schulter. Es besteht nämlich die Gefahr neuerlicher Gichtanfälle, die in immer kürzeren Abständen auftreten und länger andauern können. Schließlich kommt es zu bleibenden Gelenkschäden. Darüber hinaus kann es zu Störungen der Nierenfunktion (so genannte Gicht-Niere) sowie zur Bildung von Nierensteinen kommen. Die Harnsäure kann sich im Gewebe ablagern und es entstehen so genannte Tophi (Gichtknoten), beispielsweise an den Ohrmuscheln, an der Großzehe oder Ferse. Auch an den Knochen kann es zu Defekten kommen.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Wenn unter Verwandten vermehrt Gicht auftritt, sollte der Harnsäurespiegel vorsorglich vom Arzt überprüft werden. Auch einige Apotheken bieten verschiedene Blutkontrollen an, mit denen dort der Harnsäurewert im Blut ermittelt werden kann. Ein erhöhter Harnsäuregehalt sollte vom Arzt erneut überprüft werden.

Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn die unter Beschreibung genannten Symptome eines akuten Gichtanfalls auftreten. Der Arzt wird Medikamente verordnen, die schnell und zuverlässig von den Schmerzen befreien.




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