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Billings-Methode (Zervixschleim-Methode)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (14. Mai 2012)

© Jupiterimages/Digital Vision

Die Billings-Methode (Zervixschleim-Methode) zählt zu den Methoden der natürlichen Familienplanung. Sie lässt sich einsetzen, um Schwangerschaften zu vermeiden – oder auch, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen und die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Mithilfe der Billings-Methode lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs anhand des Zervixschleims bestimmen, der im Gebärmutterhals (Cervix uteri) produziert wird und nicht immer dieselbe Konsistenz und Farbe hat. Die Veränderungen des Zervixschleims sind vor allem abhängig vom Östrogenspiegel, der sich im Laufe des Menstruationszyklus verändert. Bei der Billings-Methode testet die Frau die Konsistenz des Zervixschleims – dazu kann sie ihn einfach mit den Fingern vom Scheideneingang nehmen.

Während des Eisprungs – also während der fruchtbaren Tage – wird zum einen mehr Zervixschleim produziert, zum anderen bekommt er eine flüssigere und fadenziehende Konsistenz. Nach dem Eisprung wird der Zervixschleim dagegen rasch wieder zäher und trüber, bis er schließlich als schleimiger Pfropf den Gebärmutterhalskanal und damit den Weg zum Muttermund blockiert. Auf diese Weise versperrt der Zervixschleim außerhalb der fruchtbaren Tage zum einen für Spermien den Weg. Gleichzeitig schützt er so vor aufsteigenden Genitalerkrankungen, da auch Krankheitserreger nur schwer einen Weg durch den Schleim finden.

Woher kommt die Bezeichnung Billings-Methode?
Die Bezeichnung "Billings-Methode" geht auf das australische Ärzte-Ehepaar Evelyn und John Billings zurück, das beobachtet hat, dass sich der Zervixschleim einer Frau im Laufe des Menstruationszyklus verändert. Ihre Erkenntnisse zur Billings-Methode veröffentlichten die beiden im Jahr 1953.

Die Billings-Methode unterscheidet in Bezug auf den Zervixschleim verschiedene Phasen:

  • Phase 1: Unmittelbar nach der Menstruation ist der Östrogenspiegel niedrig, sodass etwa drei bis vier Tage lang nur wenig Zervixschleim produziert wird.
  • Phase 2: In den Tagen vor dem Eisprung steigt der Östrogenspiegel an. Es bildet sich weiterhin nur wenig Zervixschleim. Er verändert sich jedoch langsam und wird trübe gelblich oder weiß und bekommt eine klebrige Konsistenz. Diese Phase dauert etwa drei bis fünf Tage.
  • Phase 3 – die nassen Tage: Unmittelbar vor und nach dem Eisprung ist der Östrogenspiegel am höchsten. Der Zervixschleim wird flüssiger und klar bis glasig, ähnlich wie Eiklar. Er lässt sich jetzt zwischen zwei Fingern zu einem durchgehenden Faden ziehen. Der Scheideneingang fühlt sich insgesamt feuchter an. Diese Phase dauert etwa drei bis vier Tage.
  • Phase 4: Kurz nach dem Eisprung nimmt der Zervixschleim an Menge ab und wird trübe und klebrig. Es ist deswegen nur wenig Sekret festzustellen. Diese Phase dauert bis zur nächsten Menstruationsblutung an sowie etwa drei bis vier Tage darüber hinaus.

Die Billings-Methode gilt alleine angewendet als sehr unsicher – ihr Pearl-Index liegt bei 5 bis 35, das heißt: 5 bis 35 von 100 Frauen, die ausschließlich mit der Billings-Methode verhüten, werden im Laufe eines Jahres schwanger, obwohl sie eine Schwangerschaft verhindern wollten. In Kombination mit der Temperaturmess-Methode lässt sich der Pearl-Index und damit die Sicherheit jedoch verbessern.

Als Vorteil empfinden viele Frauen bei der Billings-Methode, dass sie eine natürliche Methode ist, die den Körper in keiner Weise belastet. Die Billings-Methode hat jedoch auch einige Nachteile: Abgesehen davon, dass die Methode eher unsicher ist, fühlen sich manche Paare in ihrer sexuellen Spontaneität eingeschränkt. Denn wer keinen Kinderwunsch hat, muss sich bewusst sein, dass mehr oder weniger sicherer und ungeschützter Geschlechtsverkehr mit dieser Methode nur an etwa 14 Tagen im Monat möglich ist.

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