Talidat Kaupastillen gegen Sodbrennen

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 13.11.2007
Hersteller: CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH
Wirkstoff: Hydrotalcit
Darreichnungsform: Kautablette
Rezeptfrei

Wirkung

Talidat Kaupastillen gegen Sodbrennen enthalten den Wirkstoff Hydrotalcit.

Hydrotalcit wird eingesetzt bei Sodbrennen (Sodbrennen und Speiseröhrenentzündung) und anderen säurebedingten Beschwerden sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Hydrotalcit wird mehrmals täglich in einer Dosierung von 500 bis 1000 Milligramm eingesetzt. Pro Tag dürfen höchstens 6000 Milligramm eingenommen werden. Feste Arzneiformen wie Kautabletten sollten gut zerkaut werden. Dies vergrößert die Oberfläche, beschleunigt den Wirkungseintritt und verstärkt die Wirkung.

Haben sich nach zweiwöchiger Anwendung von Hydrotalcit die Beschwerden nicht gelindert, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Hydrotalcit sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antazida, Mittel gegen zu viel Magensäure, zu welcher der Wirkstoff Hydrotalcit gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Zwölffingerdarmgeschwüre und Magengeschwüre
  • symptomatische Behandlung von Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden

Dosierung

Für Personen ab 13 Jahren gilt, dass von Talidat mehrmals täglich ein bis zwei Kautabletten nach dem Essen oder vor dem Schlafen eingenommen werden können. Dabei darf eine Höchstmenge von acht Kautabletten nicht überschritten werden.

Die Kautabletten sollten gut zerkaut werden. Dies vergrößert die Oberfläche, beschleunigt den Wirkungseintritt und verstärkt die Wirkung.
Das Herunterschlucken kann mit Flüssigkeit unterstützt werden.

Bei ausbleibender Besserung der Beschwerden nach über zweiwöchiger Anwendung sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Arabisches Gummi
  • dünnflüssiges Paraffin
  • Ethanol
  • gebleichtes Wachs
  • Karamellaroma
  • Maltodextrin
  • Natriumcyclamat
  • Saccharin-Natrium
  • Xanthangummi

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Weicher Stuhlgang.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Durchfall.

Besonderheiten:
Bei Nierenfunktionsstörungen kann es zu Magnesiumanreicherung, Aluminiumeinlagerungen und Phosphatverarmung kommen. Diese Effekte können ebenso bei langfristiger Einnahme und/oder hohen Dosierungen bei nierengesunden Anwendern auftreten.

Wechselwirkungen

Hydrotalcit und andere säurebindende Mittel (Antazida) können die Aufnahme anderer Arzneimittel verändern. Besonders bei folgenden Wirkstoffe kann dies zu Unterdosierungen führen:Generell ist daher ein zeitlicher Abstand von ein bis zwei Stunden zur Einnahme anderer Medikamente empfehlenswert.

Durch Hydrotalcit ändert sich nicht nur der Säurewert (pH-Wert) des Magens, sondern auch der Urin wird verändert. Dadurch kann sich die Ausscheidung über den Urin bei manchen Arzneimitteln verändern. So ist eine verstärkte Ausscheidung von salicylathaltigen Schmerzmitteln (nicht-opioide Schmerzmittel) und eine verringerte Ausscheidung von chinidinhaltigen Medikamenten (Antiarrhythmika) möglich.

Bei gleichzeitiger Einnahme von sauren Getränken (Obstsaft) oder Brausetabletten (aufgrund ihres Zitronensäuregehalts) ist die Aufnahme von Aluminium aus dem Hydrotalcit erhöht.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Hydrotalcit dürfen hydrotalcithaltige Medikamente nicht eingenommen werden.

Hydrotalcit sollte bei vermindertem Blut-Phosphat-Spiegel nicht angewendet werden.

Von einer längeren Einnahme hoher Dosen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist abzuraten. Generell sollte bei diesen Patienten die Anwendung unter Kontrolle der Aluminium- und Magnesium-Spiegel im Blut erfolgen, also unter ärztlicher Kontrolle.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Eine Einnahme während der Schwangerschaft ist möglich. Sie sollte jedoch wegen der möglichen Aluminiumbelastung des Ungeborenen nur in niedrigen Dosen und über einen kurzen Zeitraum erfolgen. In jedem Fall ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung zusammen mit dem Arzt vorzunehmen.

Für Aluminiumverbindungen ist ein geringer Übergang in die Muttermilch beschrieben worden. Da Aluminium vom Kind nur geringfügig aufgenommen wird, ist kein Risiko zu erwarten. Dennoch sollte Hydrotalcit aufgrund fehlender Untersuchungen in der Stillzeit nur kurzfristig eingesetzt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Eine Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren sollte wegen unzureichender Erfahrungen nicht erfolgen.

Warnhinweise

  • Nicht einzunehmen bei Fruktoseunverträglichkeit.
  • Dieses Mittel enthält Alkohol.
  • Das enthaltene Maltilol kann bei größeren Mengen abführende Wirkung haben.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Kautabletten)
20 Stück Kautabletten
500 Milligramm Hydrotalcit
50 Stück Kautabletten
500 Milligramm Hydrotalcit
100 Stück Kautabletten
500 Milligramm Hydrotalcit

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Talidat Kaupastillen gegen Sodbrennen sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Hydrotalcit (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.