Ranexa 500mg Retardtabletten

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 14.12.2011
Hersteller: Berlin-Chemie AG/Menarini
Wirkstoff: Ranolazin
Darreichnungsform: Retardtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Ranexa 500mg Retardtabletten enthält den Wirkstoff Ranolazin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Ranexa 500mg Retardtabletten.

Ranolazin ist als Ergänzung zur Therapie für Patienten mit Angina pectoris gedacht.

Voraussetzung ist, dass deren Beschwerden nur bei Anstrengung auftreten und sie unzureichend behandelt sind oder andere für dieses Krankheitsbild verwendete Mittel der ersten Wahl wie Betablocker und/oder Calciumkanalblocker nicht vertragen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ranolazin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • unzureichend behandelte Angina pectoris mit belastungsabhängigen Beschwerden, wenn die Mittel der ersten Wahl wie Betablocker und/oder Calciumkanalblocker nicht vertragen werden

Dosierung

Die empfohlene Dosierung zu Beginn der Behandlung beträgt eine Retardtablette zu 375 Milligramm Ranolazin zweimal täglich. Nach zwei bis vier Wochen wird der Arzt die Dosis auf 500 Milligramm zweimal täglich und je nach Befinden des Patienten auf eine empfohlene Höchstdosis von zweimal täglich 750 Milligramm steigern. Für die einzelnen Therapieschritte stehen entsprechend schwächere und stärkere Varianten des Medikaments zur Verfügung.

Treten im Zusammenhang mit der Behandlung unerwünschte Ereignisse auf wie Schwindel oder Übelkeit und Erbrechen, kann auch wieder eine Verringerung der Dosis erforderlich sein. Falls die Beschwerden bei schwächeren Dosierungen nicht abklingen, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Um ihre Langzeitwirkung nicht zu verlieren, müssen die Tabletten im Ganzen eingenommen, also nicht zerkleinert, zerbrochen oder zerkaut werden. Die Einnahme kann zu den Mahlzeiten oder außerhalb der Mahlzeiten erfolgen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Hypromellose
  • Macrogol
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Titandioxid (E 171)
  • Carnaubawachs
  • Eisenoxide und -hydroxide (E172)
  • Eudragit L 100-55
  • Natriumhydroxid
  • teilweise hydrolisierter Polyvinylalkohol

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Schwäche.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Essensverweigerung, verminderter Appetit, Austrocknung, Beklemmung, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustände, Wahnvorstellungen, Antriebslosigkeit, Ohnmacht, Empfindungsstörung, Schläfrigkeit, Zittern, Schwindel bei Körperlageveränderung, verschwommenes Sehen, Sehstörung, Schwindelgefühl, Ohrensausen, fliegende Hitze, niedriger Blutdruck, Atembeschwerden, Husten, Nasenbluten, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Blähungen, Magenbeschwerden, Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, Arm- und Beinschmerz, Muskelkrampf, Gelenkschwellung, Störungen des Wasserlassens, Blut im Urin, Urinverfärbungen, Müdigkeit, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, Kreatinin-Wert im Blut erhöht, Harnstoff-Gehalt des Blutes erhöht, QT-Zeit verlängert, erhöhte Blutplättchenzahl, erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen, vermindertes Gewicht.

Seltene Nebenwirkungen:
Orientierungslosigkeit, Gedächtnisverlust, Bewusstseinsverminderung, Bewusstlosigkeit, Riechstörung, Hörvermögen eingeschränkt, Kältegefühl in Armen und Beinen, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, Engegefühl im Rachen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Zwölffingerdarmschäden, Unempfindlichkeit im Mund, Gesichtsschwellung, allergische Hautentzündung, Nesselsucht, kalter Schweiß, Ausschlag, Erektionsstörungen, Leber-Enzym-Werterhöhung.

Wechselwirkungen

Ranolazin wird von einem bestimmten Enzym-System abgebaut, das sehr störungsanfällig ist. Wirkstoffe, die das Enzymsystem hemmen, erhöhen daher die Konzentration an Ranolazin im Körper und es kann zu vermehrten Nebenwirkungen kommen. Dies ist der Fall mit den Pilzmitteln Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol und Voriconazol, mit HIV-1-Proteasehemmern (gegen AIDS), den AntibiotikaClarithromycin und Telithromycin, Ciclosporin (gegen Abstoßungsreaktion nach Organverpflanzungen), dem Blutdrucksenker Verapamil sowie den Antidepressiva Nefazodon und Paroxetin. Grapefruitsaft hemmt ebenfalls das genannte Enzymsystem und sollte daher gemieden werden. Der Blutdrucksenker Diltiazem, das Makrolid-AntibiotikumErythromycin und das Pilzmittel Fluconazol hemmen das Enzym weniger stark, doch wird der Arzt auch hier die Ranolazin-Dosis bei Kombination sehr vorsichtig bestimmen.

Andere Wirkstoffe aktivieren das Enzymsystem, was zu einer verminderten Ranolazin-Wirkung führt. So bei Rifampicin (Tuberkulose-Mittel), den Antiepileptika Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin sowie dem Antidepressivum Johanniskrau). Mit diesen sollte keine gleichzeitige Therapie erfolgen.

Ranolazin seinerseits verstärkt die Wirkungen des BetablockersMetoprolol, der AntiarrhythmikaPropafenon und Flecainid sowie – zu einem geringeren Ausmaß – trizyklischer Antidepressiva und Antipsychotika. Ebenfalls ist ärztliche Vorsicht geboten bei der gleichtzeitigen Gabe von Bupropion (Antidepressivum und zur Rauchentwöhnung), dem Virus-Mittel Efavirenz, dem ZytostatikumCyclophosphamid oder dem HerzglykosidDigoxin, dessen Konzentration im Körper während der Ranolazin-Therapie vom Arzt sorgfältig überwacht werden muss. Ebenfalls zu beachten ist die Wirkungssteigerung bei Simvastatin, einem Wirkstoff gegen Fettstoffwechselstörungen, was zu vermehrten Muskelproblemen führen kann.

Theoretisch besteht das Risiko, dass es durch die gleichzeitige Behandlung mit Ranolazin und anderen Wirkstoffen, die bekanntermaßen die Reizleitung am Herzen verändern (QT-Zeit-Verlängerung), zu Herzrhythmusstörungen kommt. Zu solchen Substanzen gehören beispielsweise bestimmte H1-Antihistaminika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin), bestimmte Antiarrhythmika (Chinidin, Disopyramid, Procainamid), das Makrolid-Antibiotikum Erythromycin und trizyklische Antidepressiva wie Imipramin, Doxepin und Amitriptylin.

Gegenanzeigen

Ranolazin darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute)
  • mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Ranolazin eingesetzt werden bei
  • leichten Leberfunktionsstörungen
  • leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance 30 bis 80 Milliliter/Minute)
  • älteren Patienten wegen der Gefahr einer verminderten Nierenfunktion
  • Patienten mit geringem Gewicht (unter 60 Kilogramm)
  • Patienten mit mäßiger bis schwerer Herzmuskelschwäche (NYHA-Klasse III bis IV)
  • Patienten mit angeborener oder in der Familie aufgetretener Verlängerung der QT-Zeit (EKG-Veränderung) oder gleichzeitiger Behandlung mit Wirkstoffen, die die QT-Zeit verlängern.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt weder hinreichende Studien für die Verwendung von Ranolazin bei trächtigen Tieren noch bei Schwangeren. Daher ist das mögliche Risiko für
den Menschen nicht bekannt. Ranolazin darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, der Arzt hält dies für zwingend erforderlich.

Es ist nicht bekannt, ob Ranolazin in die Muttermilch ausgeschieden wird. Die Ausscheidung von Ranolazin in die Muttermilch ist nicht am Tiermodell untersucht worden. Daher darf der Wirkstoff auch während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da es keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit für Kinder unter 18 Jahren gibt, wird Ranolazin nicht zur Anwendung bei dieser Altersgruppe empfohlen.

Warnhinweise

  • Während der Behandlung mit dem Medikament sollte kein Grapefruitsaft getrunken werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Retardtablette)
30 Stück Retardtabletten
500 Milligramm Ranolazin
60 Stück Retardtabletten
500 Milligramm Ranolazin
100 Stück Retardtabletten
500 Milligramm Ranolazin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Ranexa 500mg Retardtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Ranolazin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.