Rabeprazol PUREN 10 mg/ -20 mg magensaftresistente Tabletten

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 17.05.2017
Hersteller: PUREN Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Rabeprazol
Darreichnungsform: magensaft­resistente Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Rabeprazol PUREN 10 mg/ -20 mg magensaftresistente Tabletten enthalten den Wirkstoff Rabeprazol. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Rabeprazol PUREN 10 mg/ -20 mg magensaftresistente Tabletten.

Rabeprazol wird bei Sodbrennen und Speiseröhrenentzündung und Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Zur Therapie der Geschwüre oder der Speiseröhrenentzündung werden dabei einmal täglich 20 Milligramm Rabeprazol über mehrere Wochen empfohlen.

Zur Behandlung eines krankhaften Säurerückflusses mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen ist eine Dosis von 10 Milligramm Rabeprazol am Tag beziehungsweise bei Bedarf ausreichend.

Durch Helicobacter pylori bedingte Geschwüre werden im Rahmen einer einwöchigen Eradikationstherapie mit zweimal täglich 20 Milligramm Rabeprazol plus zwei Antibiotika behandelt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Rabeprazol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Protonenpumpenhemmer, Mittel gegen zu viel Magensäure, zu welcher der Wirkstoff Rabeprazol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • akutes Zwölffingerdarmgeschwür
  • akutes, aber gutartiges Magengeschwür
  • Beschwerden durch säurebedingte Wunden oder Geschüwre in der Speiseröhre (auch zur Langzeittherapie)
  • mittelgradige bis sehr schwer ausgeprägte Erkrankung der Speiseröhre durch Säurerückfluss
  • Krebsbedingte Überproduktion von Magensäure (Zollinger-Ellison-Syndrom)
  • Ausrottung des Keims Helicobacter pylori bei Patienten mit säurebedingten Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren - in Kombination mit geeigneten Antibiotika

Dosierung

Erwachsene nehmen bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei säurebedingten Speiseröhrenbeschwerden (Refluxösophagitis) einmal täglich 20 Milligramm Rabeprazol.

Die Behandlungsdauer liegt für Zwölffingerdarmgeschwüre und Refluxösophagitis bei vier bis acht Wochen, für Magengeschwüre bei sechs bis zwölf Wochen. Eine Langzeitbehandlung bei Refluxösophagitis erfolgt mit einmal täglich 10 Milligramm oder 20 Milligramm Rabeprazol.

Um den Keim Helicobacter pylori im Rahmen der Therapie zu beseitigen, erfolgt die einwöchige Gabe von zweimal täglich 20 Milligramm Rabeprazol, kombiniert mit verschiedenen Antibiotika (Kombinationstherapie, Tripeltherapie).

Zur Behandlung von Beschwerden durch Sodbrennen und Speiseröhrenentzündung werden einmal täglich 10 Milligramm Rabeprazol eingenommen. Nach Besserung der Beschwerden sind einmal täglich 10 Milligramm Rabeprazol bei Bedarf ausreichend.

Die magensaftresistenten Tabletten nimmt man unzerkaut und unzerteilt mit etwas Flüssigkeit ein.

Die Einnahme sollte immer zur gleichen Tageszeit erfolgen, zum Beispiel vor dem Frühstück.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Hyprolose
  • Magnesiumstearat
  • Povidon
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Eisenoxide und -hydroxide (E 172)
  • Ethylcellulose
  • leichtes Magnesiumoxid
  • Mannitol
  • Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1)
  • Natriumdodecylsulfat
  • Polysorbat 80
  • Propylenglycol

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen; Durchfall; Übelkeit; Bauchschmerzen; Verstopfung; Blähungen; Erbrechen (Übelkeit und Erbrechen); Rückenschmerzen; grippeähnliche Symptome; Schlaflosigkeit; Infektionen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Hautausschlag; Hautrötungen; Mundtrockenheit; Atemwegsentzündungen; Müdigkeit; Nervosität; Schläfrigkeit; Verdauungsstörungen; Muskelschmerzen; Gelenkschmerzen; Harnwegsinfekte; Fieber; Leberwerteerhöhungen; Wadenkrämpfe.

Seltene Nebenwirkungen:
Leberentzündungen; Nierenentzündungen; vermehrtes Schwitzen; Gewichtszunahme; Depression; Appetitlosigkeit; Allergien; Sehstörungen; Blutbildveränderungen; Magenentzündung.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
großflächige Hautrötungen; umfangreiche und von Fieber begleitete Hautausschläge.

Besonderheiten:
Eine akute Nierentzündung (interstitielle Nephritis) durch Rabeprazol ist selten. Weil der Wirkstoff jedoch sehr häufig verordnet wird, ist das Risiko gleichwohl bedeutsam. Besonders gefährlich ist diese Nebenwirkung, da ihre Symptome jenen ähneln, die zur Gabe von Rabeprazol geführt hatte: Übelkeit, Erbrechen, allgemeines Unwohlsein. Treten diese Beschwerden weiterhin während der Rabeprazol-Behandlung auf oder stellt der Arzt im Blut erhöhte Entzündungswerte unklarer Ursache fest, muss an diese Nebenwirkung gedacht werden. Eine dauerhafte Nierenschädigung kann nur bei rechtzeitigem Absetzen von Rabeprazol sowie frühzeitiger Erkennung und Behandlung der Niere vermieden werden.

Alle Protonenpumpenhemmer, besonders wenn sie in einer hohen Dosierung und länger als ein Jahr angewendet werden, können das Risiko von Hüft-, Handgelenks- und Wirkelsäulenfrakturen, etwas erhöhen. Dies gilt vor allem bei älteren Patienten oder bei Vorliegen anderer bekannter Risikofaktoren (beispielsweise Anwendung von Glukokortikoiden). Daher müssen insbesondere Ostoporose-Patienten, die Rabeprazol erhalten, vom Arzt sorgfältig hinsichtlich ihrer Knochendichte beobachtet werden.

Wechselwirkungen

Die Veränderung des Säuregehalts im Magen kann die Aufnahme anderer Wirkstoffe in die Blutbahn beeinflussen. Beeinträchtigt wird zum Beispiel die Aufnahme von Ketoconazol und Itraconazol (Wirkstoffe gegen Pilzerkrankungen).

Rabeprazol erhöht möglicherweise die Konzentration von Digoxin (Herzglykosid) im Blut, so dass dessen Dosierung gegebenenfalls vom Arzt vermindert werden muss.

Weil alle Wirkstoffe der Gruppe der Protonenpumpenhemmer die Wirksamkeit von Clopidogrel (zur Blutverdünnung) behindert, sollen sie nicht zusammen mit dieser Substanz angewendet werden. Ist dies jedoch unumgänglich, ist Pantoprazol allen anderen Protonenpumpenhemmern vorzuziehen.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Rabeprazol oder verwandte Protonenpumpenhemmer darf Rabeprazol nicht eingenommen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Wegen unzureichender Erfahrungen darf Rabeprazol während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Im Tierversuch ergaben sich bisher keine Hinweise auf Schädigungen des Ungeborenen. Ein Übergang von Rabeprazol in die Muttermilch wurde bisher nicht untersucht.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern dürfen Medikamente mit Rabeprazol wegen fehlender Erfahrungen nicht angewendet werden.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden.
  • Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden.
  • Das Medikament kann die Anzeichen von Magenkrebs verschleiern. Wie bei anderen Magengeschwür-Therapien muss der Arzt daher stets zunächst Magenkrebs ausschließen.
  • Bei Dauertherapie länger als ein Jahr muss der Patient regelmäßig ärztlich überwacht werden.
  • Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung darf der Arzt das Medikament nur mit Vorsicht einsetzen.
  • Das Medikament ist im Umkarton aufzubewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad Celsius aufbewahrt werden.
  • Die Tabletten müssen als Ganzes geschluckt und dürfen nicht zerkaut oder geteilt werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück magensaft­resistente Tabletten)
28 Stück magensaft­resistente Tabletten
9,42 Milligramm Rabeprazol
56 Stück magensaft­resistente Tabletten
9,42 Milligramm Rabeprazol
98 Stück magensaft­resistente Tabletten
9,42 Milligramm Rabeprazol
14 Stück magensaft­resistente Tabletten
18,84 Milligramm Rabeprazol
28 Stück magensaft­resistente Tabletten
18,84 Milligramm Rabeprazol
56 Stück magensaft­resistente Tabletten
18,84 Milligramm Rabeprazol
98 Stück magensaft­resistente Tabletten
18,84 Milligramm Rabeprazol

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Rabeprazol PUREN 10 mg/ -20 mg magensaftresistente Tabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Rabeprazol (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
magensaft­resistente Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.