Quetiapin TAD 25 mg/ -100 mg Filmtabletten

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 23.02.2018
Hersteller: TAD Pharma GmbH
Wirkstoff: Quetiapin
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Quetiapin TAD 25 mg/ -100 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Quetiapin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Quetiapin TAD 25 mg/ -100 mg Filmtabletten.

Quetiapin dient der Behandlung von Psychosen, wie sie im Rahmen der Schizophrenie oder einer manischen Krankheit (Manie) auftreten.

Der Wirkstoff lindert Depressionen, Erregungszustände und Angststörungen. Er kann aber das Auftreten von manischen oder depressiven Phasen nicht vollständig verhindern.

Quetiapin wird zumeist in Form von Tabletten verabreicht. Die Dosierung muss individuell entsprechend den Beschwerden des Patienten angepasst werden, sollte jedoch stets so niedrig wie möglich sein.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Quetiapin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Neuroleptika, zu welcher der Wirkstoff Quetiapin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Schizophrenie
  • mäßige bis schwere manische Episoden bei bipolaren Störungen
  • schwere depressive Episoden bei bipolaren Störungen
  • Vorbeugung von Rückfällen bei Patienten mit bipolaren Störungen, deren manische oder depressive Episode auf Quetiapin angesprochen hat

Dosierung

Die Tabletten müssen im Ganzen geschluckt und dürfen nicht geteilt, zerkaut oder zerkleinert werden. Zur Behandlung der Schizophrenie und zur Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Phasen bei bipolaren Störungen sollte das Medikament zweimal täglich eingenommen werden. Zur Behandlung schwerer depressiver Phasen bei bipolaren Störungen nehmen Sie das Medikament einmal täglich vor dem Schlafengehen ein.

Behandlung bei Schizophrenie
Die Dosis während der ersten vier Tage der Therapie wird vom Arzt wie folgt gesteigert: Am ersten Tag erhält der Patient 50 Milligramm Quetiapin und am zweiten 100. Dafür stehen entsprechend schwächer dosierte Präparate zur Verfügung. Am dritten Tag erhält der Patient 200 und am vierten 300 Milligramm. Ab dem vierten Tag wird dann die Dosis langsam erhöht, bis der üblicherweise wirksame Dosisbereich von 300 bis 450 Milligramm Quetiapin pro Tag erreicht ist. Je nach Behandlungserfolg und Verträglichkeit kann der Arzt die Dosis dann bis auf 750 Milligramm Quetiapin pro Tag steigern.

Behandlung bei schweren depressiven Phasen im Rahmen von bipolaren Störungen
Auch hier erhält der Patient am ersten Tag 50 Milligramm Quetiapin, am zweiten 100, am dritten 200 und am vierten 300. Damit ist die empfohlene Tagesdosis erreicht und eine weitere Steigerung bringt meist keinen weiteren Nutzen.

Behandlung bei mäßigen bis schweren manischen Phasen im Rahmen von bipolaren Störungen
Hier beginnt die Behandlung am ersten Tag mit 100 Milligramm Quetiapin, wird am zweiten Tag auf 200, am dritten auf 300 und am vierten auf 400 Milligramm gesteigert. In medizinisch begründeten Fällen kann die Tagesdosis bis auf 800 Milligramm erhöht werden, was bis zum sechsten Tag in 200-Milligramm-Schritten erfolgen kann. Der Arzt wird die Dosis in einem Bereich von 400 bis 800 Milligramm pro Tag einstellen, je nach Behandlungserfolg und Verträglichkeit.

Vorbeugung von Rückfällen bei bipolaren Störungen
Zur Vorbeugung wird die Behandlung mit der für den Betroffenen niedrigsten wirksamen Dosis weitergeführt. Die Dosis kann individuell je nach Behandlungserfolg und der Verträglichkeit zwischen 300 und 800 Milligramm Quetiapin pro Tag liegen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Titandioxid (E 171)
  • Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat
  • Eisenoxide und -hydroxide (E 172)
  • Lactose-Monohydrat
  • Macrogol 4000
  • Povidon K 25

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Schläfrigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Erhöhung des Triglycerid-Wertes im Blut, Erhöhung des Cholesterin-Wertes, Abnahme des HDL-Cholesterins.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutdruckabfall mit Schwindelgefühl, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Leberfunktionsstörungen, Vermehrung bestimmter Leberenzyme im Blut, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Schnupfen, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme, Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie), vorübergehende Schilddrüsenunterfunktion, Erhöhung des Blutzuckerspiegels.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Ohnmachtsanfälle, Krampfanfälle, unwillkürliche Bewegungen wie Zuckungen und Tics (Dyskinesien), Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus vom Typ 2.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschläge, Schwellungen durch Flüssigkeitsaustritt aus Blutgefäßen (Angioödeme), Juckreiz) .

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Leberentzündungen, Gelbsucht, Entwicklung oder deutliche Verschlechterung eines Diabetes mellitus, anhaltende und schmerzhafte Erektionen (Priapismus), Herzmuskelerkrankungen.

Besonderheiten:
Tritt ein malignes neuroleptisches Syndrom auf (gekennzeichnet durch Muskelstarre, hohes Fieber, Bewusstseinstrübung und Kreislaufkollaps), muss die Behandlung abgebrochen werden.

Seit der Markteinführung des Wirkstoffs sind mehrere Fälle von akutem Leberversagen während der Therapie mit Quetiapin vorgekommen. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder vorgeschädigter Leber sollte der Arzt daher während der Behandlung regelmäßig die Blutleberwerte kontrollieren und eventuell die Dosis des Wirkstoffs verringern.

In Einzelfällen ist es nach der Einnahme des Wirkstoffes auch zu einer speziellen Veränderung des Blutbildes gekommen, der so genannten Thrombotisch-thrombozytischen Purpura (TTP). Die Anzeichen sind Bauchschmerzen, Rotfärbung des Urins, Fieber und Hinweise auf eine erhöhte Blutungsneigung wie blaue Flecken und Schleimhautblutungen. In solchen Fällen ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Quetiapin sofort abzusetzen und der Arzt zu befragen.

Um einer Stoffwechselstörung vorzubeugen, wird der Arzt zu Behandlungsbeginn die entsprechenden Blutwerte und das Körpergewicht bewerten. Verschlechterungen dieser Werte müssen behandelt werden. Als Patient selbst sollte man auf Anzeichen erhöhten Blutzuckers wie gesteigertes Durstempfinden und vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, häufiges Urinieren und Schwäche achten.

Eine Herzmuskelerkrankung kann schwerwiegend und auch tödlich verlaufen. Zeigen sich Anzeichen einer Herzmuskelschwäche wie Luftnot, eingeschränkte Belastbarkeit oder Wassereinlagerungen (Ödeme) in Armen oder Beinen, sollte der Arzt verständigt und der Patienten hinsichtlich einer Herzmuskelerkrankung untersucht werden.

Wechselwirkungen

Antibiotika wie Erythromycin, Mittel gegen Pilzerkrankungen wie Ketoconazol, HIV-1-Proteasehemmer, andere Neuroleptika (beispielsweise Thioridazin) und Antiepileptika wie Carbamazepin oder Phenytoin erhöhen die Abbaugeschwindigkeit von Quetiapin und vermindern seine Wirkung.

Während der Behandlung sollte kein Grapefruitsaft getrunken werden, da die Frucht die Verstoffwechselung des Wirkstoffs in der Leber hemmen und seine Wirkung steigern kann.

Quetiapin verstärkt die Wirksamkeit von Alkohol, Benzodiazepinen, Beruhigungsmitteln, Anticholinergika (zum Beispiel Tiotropium), H1-Antihistaminika, Antiarrhythmika, opioiden Schmerzmitteln, tri- und tetrazyklischen Antidepressiva, blutdrucksenkenden Mitteln sowie von Narkosemitteln.

Werden gleichzeitig MAO-Hemmer eingenommen, können unerwünschte Wirkungen von Quetiapin vermehrt in Erscheinung treten.

Während der Therapie sollten gleichzeitig keine Substanzen gegeben werden, die ebenfalls zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen führen können (zum Beispiel Zytostatika).

Gegenanzeigen

Quetiapin darf bei Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff nicht eingenommen werden.

Da Quetiapin intensiv in der Leber umgebaut wird, darf es nicht zusammen mit Substanzen verabreicht werden, welche auf gleiche Weise verstoffwechselt werden. Dazu gehören beispielsweise Antibiotika wie Erythromycin und Clarithromycin, Mittel gegen Pilzerkrankungen wie Ketoconazol sowie HIV-1-Proteasehemmer und Nefazodon.

Patienten mit Diabetes mellitus, zu niedrigem Blutdruck, eingeschränkter Leberfunktion, Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie), einer Neigung zu Krampfanfällen, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlaganfällen in der Krankengeschichte dürfen nur unter sorgfältiger Abwägung von Risiko und Nutzen durch den Arzt behandelt werden. Die Dosierung ist so niedrig wie möglich zu wählen und regelmäßige Kontrollen der Organfunktionen sowie des Blutbildes sind unerlässlich.

Ältere Menschen, die aufgrund schwerer Demenz an Psychosen leiden, sollten den Wirkstoff nicht einnehmen. Bei diesem Personenkreis ist eine positive Wirkung von atypischen Neuroleptika wie Quetiapin nicht nachweisbar und die Sterblichkeitsrate während der Therapie ist erhöht.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden, weil die Unbedenklichkeit der Anwendung für Mutter und Kind noch nicht nachgewiesen ist.

Mütter, die im letzten Schwangerschaftsdrittel den Wirkstoff einnehmen, gefährden ihre Neugeborenen durch Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen und Entzugserscheinungen. Diese können sich in Aufregung, Muskelverspannungen oder -schlaffheit, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme äußern. Solche Neugeborene müssen sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen treffen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden bislang keine ausreichenden Untersuchungen durchgeführt. Daher ist von einer Quetiapin-Therapie abzuraten.

Warnhinweise

  • Insbesondere in der ersten Zeit der Behandlung können Schläfrigkeit oder ein plötzlicher Blutdruckabfall auftreten.
  • Das Reaktionsvermögen, die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein.
  • Bei Patienten mit vorgeschädigter Leber sind die Blutleberwerte während der Behandlung regelmäßig ärztlich zu kontrollieren. Eventuell muss auch die Dosis vom Arzt verringert werden.
  • Vor der Behandlung müssen der Blutzuckerwert und das Körpergewicht festgestellt und bei Verschlechterung während der Behandlung therapiert werden.
  • Als Patient muss man auf Anzeichen eines Blutzuckerüberschusses wie Durst, häufiges Wasserlassen und Schwäche achten und gegebenenfalls den Arzt verständigen.
  • Bei Auftreten von Luftnot, eingeschränkter Belastbarkeit oder Wassereinlagerungen (Ödeme) in Armen oder Beinen ist umgehend ein Arzt zu befragen.
  • Das Medikament enthält Laktose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtabletten)
20 Stück Filmtabletten
25 Milligramm Quetiapin
50 Stück Filmtabletten
25 Milligramm Quetiapin
100 Stück Filmtabletten
25 Milligramm Quetiapin
20 Stück Filmtabletten
100 Milligramm Quetiapin
50 Stück Filmtabletten
100 Milligramm Quetiapin
100 Stück Filmtabletten
100 Milligramm Quetiapin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Quetiapin TAD 25 mg/ -100 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Quetiapin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.