Molsibeta 2 mg/-4 mg

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 12.12.2007
Hersteller: betapharm Arzneimittel GmbH
Wirkstoff: Molsidomin
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Molsibeta 2 mg/-4 mg enthält den Wirkstoff Molsidomin.

Molsidomin wird zur Vorbeugung, zur Therapie und zur Dauerbehandlung der Herzenge (Angina Pectoris) eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Molsidomin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen gefäßerweiternde Mittel auf Nitro-Basis, durchblutungsfördernde Mittel, zu welcher der Wirkstoff Molsidomin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Vorbeugung und Langzeitbehandlung der Angina Pectoris, wenn andere Arzneimittel nicht angezeigt sind, nicht vertragen wurden oder nicht ausreichend wirksam waren
  • Vorbeugung und Langzeitbehandlung der Angina Pectoris bei älteren Patienten

Dosierung

Die Dosis von Molsidomin wird individuell nach Bedarf des Patienten und Schweregrad der Erkrankung eingestellt. Die Maximaldosis von 16 Milligramm pro Tag sollte aber nicht überschritten werden.

Molsibeta 2 Milligramm: zweimal täglich eine halbe bis eine ganze Tablette einnehmen. Bei Bedarf kann die Dosis auf dreimal täglich eine bis zwei Tabletten, jedoch nicht mehr als viermal täglich zwei Tabletten erhöht werden.

Molsibeta 4 Milligramm: zweimal täglich eine halbe Tablette. Bei Bedarf kann die Dosis auf dreimal täglich eine halbe bis eine ganze Tablette, jedoch nicht mehr als viermal täglich eine ganze Tablette erhöht werden.

Die Tabletten sollten in regelmäßigen Abständen mit ausreichend Flüssigkeit (zum Beispiel einem Glas Wasser) eingenommen werden. Sie können unabhängig von den Mahlzeiten genommen werden.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Lactose 1H2O
  • Maisstärke
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen ("Nitratkopfschmerz", besonders zu Behandlungsbeginn)

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Herzrasen, Kreislaufstörungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Schwindel, Übelkeit, allergische Hautreaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen, zum Beispiel Atemwegskrampf, Asthma; starker Blutdruckabfall, Kollaps, Schock.

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
allergischer Schock (anaphylaktischer Schock).

Besonderheiten:
In Tierversuchen hat Molsidomin in hohen Dosen Krebs hervorgerufen. Solange dies nicht beim Menschen endgültig ausgeschlossen ist, bleibt der Verdacht krebserregender Wirkungen bestehen.

Wechselwirkungen

Der Wirkstoff zeigt Wechselwirkungen mit allen Medikamenten, die ebenfalls blutdrucksenkend wirken. Dazu zählen beispielsweise Vasodilatatoren, Calciumkanalblocker, Betablocker, ACE-Hemmer oder entwässernde Mittel (Diuretika).

Aber auch andere Substanzen wie Alkohol oder Mittel gegen erektile Dysfunktion wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil (zur Therapie von Erektionsstörungen) können eine erhebliche Verstärkung des Blutdruckabfalls bewirken.

Gegenanzeigen

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei einer Überempfindlichkeit gegen Molsidomin. Auch ein akutes Kreislaufversagen bei Schock oder Kreislaufkollaps und ein Herzversagen aufgrund eines herzbedingten Schocks oder ein sehr niedriger Blutdruck lassen die Verwendung von Molsidomin nicht zu.

Wird der Patient mit dem PhosphodiesterasehemmerSildenafil gegen Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) behandelt, darf Molsidomin ebenfalls nicht eingesetzt werden.

Molsidomin sollte nur eingeschränkt und unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden, wenn das Herz in seiner Leistung stark beeinträchtigt ist. Hierzu zählen Entzündungen des Herzens, ein akuter Herzinfarkt oder eine schwere Herzmuskelschwäche, eine Verstopfung der Blutwege, Verengungen der Herzklappen (Aorten- oder Mitralstenose) oder allgemein Kreislaufregulationsschwierigkeiten.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Da die Sicherheit der Anwendung von Molsidomin in der Schwangerschaft und der Stillzeit beim Menschen noch nicht ausreichend gesichert ist, sollte der Wirkstoff in der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Molsidomin ist nur zur Behandlung von Erwachsenen bestimmt.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann das Reaktionsvermögen so weit beeinträchtigen, dass Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.
  • Das Medikament ist nicht zur Akutbehandlung eines Anfalls von Brustenge (Angina Pectoris) geeignet.
  • Das Medikament soll nicht zusammen mit Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil (Mittel zur Potenzsteigerung) eingenommen werden.
  • In Kombination mit Alkohol kann das Medikament zu starkem Blutdruckabfall führen. Auf Alkohol sollte daher während der Einnahme verzichtet werden.
  • Patienten mit Galaktose-Intoleranz, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten das Medikament nicht einnehmen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
100 Stück Tabletten
2 Milligramm Molsidomin
100 Stück Tabletten
4 Milligramm Molsidomin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Molsibeta 2 mg/-4 mg sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Molsidomin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.