Metvix 160mg/g Creme

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 18.02.2011
Hersteller: Galderma Laboratorium GmbH
Wirkstoff: MAOP
Darreichnungsform: Creme
Rezeptpflichtig

Wirkung

Metvix 160mg/g Creme enthält den Wirkstoff MAOP. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Metvix 160mg/g Creme.

Der Wirkstoff wird verwendet zur Behandlung von chronischen Schädigungen der verhornten Oberhaut, die durch langjährige intensive Einwirkung von Sonnenlicht (UV-Strahlung) verursacht sind (aktinische Keratosen). Diese Schädigungen dürfen allerdings nur dünn und nicht stark schuppend sein und andere Therapien müssen sich als nicht geeignet erwiesen haben.

MAOP eignet sich auch zur Behandlung lichtbedingten Hautkrebses (Basaliom), wenn er oberflächlich oder als Knötchen auftritt. Der Wirkstoff wird besonders eingesetzt, wenn die Hautstellen sich nicht für andere Therapien eignen. Dies ist beispielsweise der Fall bei Hautschäden im mittleren Gesichtsbereich oder an den Ohren, an schwer sonnengeschädigter Haut, wenn die Schäden großflächig sind oder hartnäckig wiederkehren.

Auch sogenannte Plattenepithelkarzinome (Hautkrebs, der von den Stachelzellen der Haut ausgeht; weiterer Name: Morbus Bowen) können mit MAOP behandelt werden, wenn der Arzt eine chirurgische Entfernung für weniger geeignet hält.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von MAOP sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff MAOP gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • chronische Schädigungen der verhornten Oberhaut, die durch langjährige intensive Einwirkung von Sonnenlicht (UV-Strahlung) verursacht sind
  • lichtbedingter Hautkrebs
  • Hautkrebs, der von den Stachelzellen der Haut ausgeht

Dosierung

Die Anwendung der Creme erfolgt in zwei Schritten: der Einwirkung und der Bestrahlung.

Zur Behandlung trägt der Arzt eine etwa millimeterdicke Schicht der Creme mit Hilfe eines Spatels auf die geschädigte Hautstelle und im Umfang von fünf bis zehn Millimeter auf die umgebende normale Haut auf. Danach wird der behandelte Bereich zur Einwirkung der Creme für drei Stunden mit einem luftdicht schließenden Verband bedeckt. Nach Entfernung des Verbandes reinigt man den Bereich mit Kochsalzlösung.

Gleich anschließend erfolgt eine Rotlichtbestrahlung bestimmter Wellenlänge, deren Dosis pro Quadratzentimeter der Haut berechnet wird.
Die Lichtdosis wird durch die Größe des Lichtfeldes, den Abstand zwischen Lampe und Hautoberfläche und die Beleuchtungsdauer bestimmt. Patient wie medizinisches Personal müssen während der Lichtbehandlung entsprechende Schutzbrillen tragen.

Die den behandelten Bereich umgebende gesunde, unbehandelte Haut muss während der Beleuchtung nicht geschützt werden.

Während einer Behandlungssitzung können mehrere schadhafte Hautstellen zugleich behandelt werden.

Sonnenbedingte Oberhautschäden (Aktinische Keratosen) werden zunächst mit einer der oben beschriebenen Lichttherapie-Sitzungen behandelt. Die behandelten Stellen sollten nach drei Monaten vom Arzt beurteilt und die Behandlung, falls erforderlich, in einer zweiten Therapie-Sitzung
wiederholt werden.

Zur Behandlung des lichtbedingten Hautkrebses (Basaliom) oder von Stachelzell-Hautkrebs sollten zwei Sitzungen im Abstand von einer
Woche durchgeführt werden. Vor der Anwendung der Creme muss die Hautoberfläche durch Entfernung von Schuppen und Krusten vorbereitet werden. Zusätzlich raut man die beschädigten Hautstellen an. Bei Hautkrebs muss das behandelte und bestrahlte Material vorsichtig
entfernt werden, ohne dabei über die Tumorränder hinauszugehen.

Wichtig ist - besonders bei den Hautkrebsformen - eine sorgfältige Nachbeobachtung durch den Arzt und gegebenenfalls die Untersuchung von Proben aus dem Gebiet der behandelten Stellen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Glycerol
  • Propyl-4-hydroxybenzoat
  • (Z)-Octadec-9-en-1-ol
  • Cetylstearylalkohol
  • Cholesterol
  • Erdnussöl
  • gereinigtes Wasser
  • Isopropylmyristat
  • Macrogolstearat 2000
  • Methyl-4-hydroxybenzoat
  • Natriumedetat
  • raffiniertes Mandelöl
  • selbstemulgierendes Glycerolmonostearat
  • weißes Vaselin

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Schmerz, Brennen, Krustenbildung, Hautrötung.

Häufige Nebenwirkungen:
nervliche Missempfindungen, Kopfschmerz, Infektion, Geschwürbildung, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödem), Schwellung, Blasen, Bluten der Haut, Juckreiz, Hautabschälung, Hauterwärmung, Reaktionen an der Behandlungsstelle, Wärmeempfindung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwellung des Auges, Augenschmerzen, Wundbluten, Übelkeit, Nesselsucht, Hautausschlag, Hautreizung, Lichtreaktion der Haut, Farbveränderungen der Haut, Hitzeausschlag, störendes Hautgefühl, Müdigkeit.

Wechselwirkungen

Bezüglich der Wechselwirkungen wurden keine Studien durchgeführt und bisher sind keine Wechselwirkungen bekannt.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und Patienten mit der Stoffwechselerkrankung Porphyrie darf MAOP nicht eingesetzt werden. Der Wirkstoff ist auch nicht geeignet zur Behandlung von Hautkrebsformen, die mit einer Hautverhärtung einhergehen (morphaeaforme Basaliome).

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Weil es für MAOP keine aussagefähigen Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Schwangeren gibt, wird von der Anwendung während der Schwangerschaft abgeraten.

Es ist nicht bekannt, in welchem Maße MAOP nach der örtlichen Anwendung in die Muttermilch übergeht. Daher sollte nach der Anwendung 48 Stunden lang nicht gestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da keine Erfahrungen mit der Therapie von Patienten unter 18 Jahren mit dem Wirkstoff vorliegen, ist von einer Behandlung dieser Altersgruppe abzusehen.

Warnhinweise

  • Das Medikament darf nicht in die Augen gelangen.
  • Das Medikament ist nicht zur Behandlung dick verhornter, verfärbter oder im Schambereich gelegener aktinischer Kerotsen geeignet.
  • Das Medikament enthält Erdnussöl, das bei Empfindlichen Allergien auslösen kann.
  • Das Medikament enthält als Konservierungsstoffe sogenannte Parabene, die Allergien auslösen können.
  • Das Medikament ist bei zwei bis acht Grad im Kühlschrank zu lagern und nach dem Öffnen nur eine Woche haltbar.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Gramm Creme)
2 Gramm Creme
160 Milligramm MAOP

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Metvix 160mg/g Creme sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff MAOP (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.