Doxy plus STADA

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 30.09.2007
Hersteller: STADApharm GmbH
Wirkstoffkombination: Doxycyclin + Ambroxol
Darreichnungsform: Hartkapsel
Rezeptpflichtig

Wirkung

Doxy plus STADA enthält die Wirkstoffkombination Doxycyclin + Ambroxol.

Die Wirkstoffkombination aus Doxycyclin und Ambroxol dient der Behandlung von bakteriellen Infektionen der unteren und oberen Atemwege, die von einer starken Schleimbildung begleitet sind. Sie wird bei akuter Bronchitis, akuten Schüben chronischer Bronchitis oder bei schweren Nasennebenhöhlenentzündungen angewendet.

Medikamente mit dieser Kombination werden zumeist in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen und über den Magen-Darm-Trakt in den Körper aufgenommen. Im Fall von schweren Infektionen mit starker Verschleimung ist auch eine Infusion der Wirkstoffkombination in Venen möglich.


Zu folgenden Anwendungsgebieten von Doxycyclin + Ambroxol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Tetracycline, schleimlösende Mittel, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Antibiotika, zu welchen die Wirkstoffkombination Doxycyclin + Ambroxol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • durch doxycyclinempfindliche Erreger verursachte plötzlich auftretende und dauerhafte Erkrankungen der Atemwege mit krankhafter Schleimeindickung (Aufflammen dauerhafter Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündung)

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche über 50 Kilogramm Körpergewicht erhalten am ersten Tag einmal zwei Hartkapseln und an den folgenden Tagen immer eine Kapsel.

Für Patienten mit niedrigerem Körpergewicht und Kinder unter zwölf Jahren ist Doxy plus Stada nicht geeignet.

Die Hartkapseln sollten entweder zum Frühstück oder mit einer anderen Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Die Einnahme sollte jedoch nicht mit Milch oder Fruchtsäften erfolgen.

Um die Häufigkeit von Magen-Darm-Störungen zu verringern, können die Hartkapseln auch während einer Mahlzeit verabreicht werden.

Für eine Schonung der Speiseröhre und bessere Aufnahme sollte das Medikament nicht im Liegen eingenommen werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Indigocarmin (E 132)
  • Maisstärke
  • Sucrose
  • Talkum
  • Eisen(III)-oxid (E 172)
  • Erythrosin (E 127)
  • Gelatine
  • Povidon K 30
  • Schellack
  • Titandioxid (E 171)

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Fettstühle, Durchfall.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Überempfindlichkeitsreaktionen unterschiedlicher Schweregrade (Haut- und Schleimhautausschläge mit Rötung, Schwellung und Juckreiz, Bläschenbildung der Haut, Schwellung durch Wassereinlagerungen in den Gelenken, Hautausschläge im Bereich der Genitalien, Gesichtsschwellungen, Asthma-ähnliche Verkrampfung der Atemmuskulatur, Schüttelfrost, Fieber und Kopfschmerzen).

Seltene Nebenwirkungen:
Veränderungen der Haut, Verfärbungen oder Verlust der Nägel aufgrund einer erhöhten Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität), Bildung von Geschwüren in der Speiseröhre, vorübergehende Erhöhung des Hirndrucks (begleitet von Kopfschmerzen, Übelkeit und Sehstörungen).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Muskel- und Gelenkschmerzen, Unruhe, Angstzustände, Atemnot, Auftreten einer Nierenfunktionsstörung oder Verschlechterung einer bestehenden Störung, Erhöhung des Harnstoff- und Kreatinin-Blutspiegels, Schädigung des Lebergewebes, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Herzrhythmusstörungen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Kreislaufversagen, Veränderungen des Blutbilds (Zunahme oder Abnahme der Zahl weißer Blutkörperchen, Abweichungen der Zellstruktur), Verminderung der Anzahl der Blutplättchen, Gerinnungsstörungen, Auftreten von Blut im Urin, vorübergehende Beeinträchtigung beziehungsweise Verlust der Geruchsempfindung und des Geschmackssinns, Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen und Füßen, Krampfanfälle, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schocksymptomen oder Erythema exsudativum multiforme (Bläschenbildung und Ablösung der Haut).

Besonderheiten:
Treten starke, anhaltende Durchfälle während oder nach der Therapie auf, kann die Ursache eine durch die Antibiotika-Gabe ausgelöste Darmentzündung sein (pseudomembranöse Colitis). Die Therapie muss dann umgehend beendet werden und eine Behandlung mit Vancomycin ist notwendig.

Bei längerer oder wiederholter Anwendung können Superinfektionen mit Doxycyclin-unempfindlichen Bakterien oder mit Hefepilzen auftreten.

Während der Behandlung ist die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, Sonnen- und UV-Licht-Bestrahlungen sind zu meiden.

Bei Kindern sind Störungen des Knochenwachstums, Störungen der Zahnschmelzbildung sowie bleibende Zahnverfärbungen möglich.

Wechselwirkungen

Eisenpräparate, Colestyramin, Aktivkohle, Milch und Milchprodukte sowie säurebindende Mittel mindern die Aufnahme der Wirkstoffe aus dem Darm und sollten daher zeitversetzt eingenommen werden.

Der Abbau von Doxycyclin wird beschleunigt und damit seine Wirkung vermindert durch Enzyminduktoren wie Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon sowie durch chronischen Alkoholmissbrauch.

Die Wirkung von Antikoagulanzien, von Herzglykosiden wie Digoxin sowie von oralen Antidiabetika kann verstärkt sein.

Die unerwünschten Wirkungen von Methotrexat und Ciclosporin können vermehrt auftreten.

Bei einer Narkose mit Methoxyfluran kann es zu Nierenversagen kommen.

Eine gleichzeitige Akne-Therapie mit Tretinoin steigert das Risiko für eine Hirndruck-Erhöhung.

Magen-Darm-Beschwerden nehmen bei gleichzeitiger Anwendung von
Theophyllin zu.

Die Sicherheit hormoneller Verhütungsmittel (Pille) kann beeinträchtigt sein.

Die Bestimmung von Harnzucker, Eiweiß und Urobilinogen und der Nachweis von bestimmten Hormonen im Urin kann gestört werden.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Tetrazykline oder Ambroxol darf die Wirkstoffkombination nicht eingesetzt werden.

Von einer Anwendung ist abzusehen bei schweren Störungen der Leber- oder der Nierenfunktion sowie bei Kindern unter zwölf Jahren.

Handelt es sich bei den Erregern um Bakterien, die mit großer Wahrscheinlichkeit unempfindlich gegen Doxycyclin sind (beispielsweise Staphylokokken oder Streptokokken), kann das Sekret aufgrund einer Störung der Atemwegsfunktion nicht abgehustet werden oder haben sich sehr große Mengen Schleim gebildet, ist von einem Einsatz der Kombination abzusehen.

Gleichzeitig dürfen keine hustenstillenden Mittel verabreicht werden, da dann der Schleim nicht abgehustet werden kann und ein Sekretstau in den Bronchien möglich ist.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Wirkstoffkombination sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden, weil die Unbedenklichkeit der Anwendung für Mutter und Kind noch nicht nachgewiesen ist. Das Risiko für eine Leberschädigung ist bei schwangeren Frauen erhöht.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Wirkstoffkombination darf bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden, da Wachstumsstörungen und bleibende Zahnschäden möglich sind.

Warnhinweise

  • Bei einer Behandlungsdauer von mehr als einer Woche sind Nierenfunktionskontrollen notwendig.
  • Die Wirkstoffkombination darf nicht zusammen mit hustenstillenden Mitteln eingesetzt werden.
  • Bei einer Behandlungsdauer von mehr als einer Woche werden Kontrollen der Leberfunktion und des Blutbildes empfohlen.
  • Längere UV-Lichteinstrahlung (Sonnenbäder, Solarium) sollte während der Einnahme vermieden werden.
  • Bei schweren Durchfällen muss die Therapie sofort beendet werden.
  • Die Wirkung oraler Verhütungsmittel ("Pille") kann eingeschränkt sein.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
10 Stück Hartkapsel
20 Stück Hartkapsel

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Doxy plus STADA sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Doxycyclin + Ambroxol (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Hartkapseln

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.