Schwellung in der Leiste: Was steckt dahinter?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. November 2017)

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Eine Schwellung in der Leiste kann plötzlich oder schleichend auftreten, schmerzhaft oder schmerzlos sein – und es können ganz unterschiedliche Gründe dahinterstecken. Häufigste Ursache für eine Schwellung in der Leiste ist der Leistenbruch.

Wo befinden sich die Leisten?

Die Leistenregion stellt den Übergang zwischen Bauch und Oberschenkel dar (Inguinalregion). Sie wird von Knochen – nämlich den beiden Darmbeinkämmen und dem oberen Rand des Beckens – sowie zur Mitte hin von geraden Bauchmuskeln und der Schamgegend begrenzt.

Die Leistenregion stellt eine natürliche Schwachstelle des Körpers dar.

Die Leistenregion stellt eine natürliche Schwachstelle des Körpers dar.

Im Leistenkanal befindet sich der sogenannte Leistenring, eine natürliche Schwachstelle des Körpers. Im Leistenring verlaufen unter anderem

  • Muskeln,
  • Nerven,
  • Blutgefäße,
  • Lymphgefäße,
  • Lymphknoten und
  • beim Mann der Samenstrang.

Eine Verletzung, Entzündung oder Reizung in diesem Bereich geht häufig mit einer Schwellung in der Leiste einher.

Eine Schwellung in der Leiste kann auf einen Leistenbruch hinweisen. Dieser kann unter Umständen lebensgefährlich verlaufen. Suchen Sie daher bei einer Leistenschwellung möglichst schnell Ihren Arzt auf. Er kann die genauen Ursachen feststellen und eine entsprechende Therapie einleiten!

Schwellung in der Leiste: Was sind die Ursachen?

Eine Schwellung in der Leiste kann verschiedene Ursachen haben. Besonders häufig entsteht sie durch einen Leistenbruch. Dabei rutscht Gewebe aus dem Bauchraum, zum Beispiel ein Teil des Darms, durch eine Bruchstelle durch den Leistenkanal. Männer sind besonders häufig von einem Leistenbruch betroffen.

Neben dem Leistenbruch kann in seltenen Fällen auch ein sogenannter Schenkelbruch (Femoralhernie) hinter einer Schwellung in der Leiste stecken. Dabei befindet sich die Bruchstelle nicht wie beim Leistenbruch in der Leiste, sondern unterhalb davon, zwischen Leistenband und Becken.

Oft entsteht eine Leistenschwellung aber auch, wenn die Lymphknoten vergrößert sind. Wenn die Lymphknoten in der Leiste anschwellen, kann dies sehr schmerzhaft sein. Eine Schwellung der Lymphknoten tritt häufig infolge einer akuten Infektion auf, beispielsweise bei pfeifferschem Drüsenfieber. Vergrößerte Lymphknoten kommen auch im Rahmen von Lymphdrüsen- und Krebserkrankungen (z.B. Lymphomen, Leukämien) oder bei Metastasen (Tochtergeschwulsten) vor.

Eine Schwellung in der Leiste kann sich auch durch gutartige Tumoren wie etwa ein Lipom ("Fettgeschwulst") bilden. 

Weitere mögliche Ursachen sind:

Darüber hinaus kann die Leiste auch nach einer Bauchoperation vorübergehend geschwollen sein.

Schwellung in der Leiste: Diagnose

Bei einer Schwellung in der Leiste sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig steckt ein Leistenbruch dahinter, der unter Umständen eine rasche Therapie erforderlich macht. Die rechtzeitige Diagnose ermöglicht dem Arzt, die genaue Ursache für die Schwellung herauszufinden und sie entsprechend zu behandeln.  

Der Arzt wird im Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) einiges wissen wollen, beispielsweise:

  • Wann haben Sie die Schwellung in der Leiste bemerkt?
  • Ist die Schwellung in der Leiste größer geworden oder hat sie die Form verändert?
  • Schmerzt die Schwellung in der Leiste oder ist sie schmerzlos?
  • Haben Sie zusätzliche Symptome, z.B. Fieber oder Nachtschweiß?

Bei der körperlichen Untersuchung betrachtet der Arzt die Schwellung in der Leiste genau und tastet sie ab. Möglicherweise fordert er Sie auf, zu husten und zu pressen, um zu schauen, ob die Schwellung dadurch größer wird – was zum Beispiel bei einem Leistenbruch der Fall ist. Außerdem prüft er, ob sich die Schwellung in den Bauchraum zurückdrängen lässt. Dies sollten Sie aber keinesfalls selbst versuchen, da dabei Gewebe eingeklemmt werden kann.

Darüber hinaus können dem Arzt  bildgebende Verfahren helfen, um die Diagnose zu sichern, meist eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Je nach vermuteter Ursache schließen sich gegebenenfalls weitere Untersuchungen an. Bei einem vergrößerten Lymphknoten können zum Beispiel Blutuntersuchungen oder Gewebeproben erforderlich sein.

Schwellung in der Leiste: Was tun?

Welche Therapie bei einer Schwellung in der Leiste infrage kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache. Einige Beispiele:

  • Ein Leistenbruch macht in der Regel eine Operation erforderlich. Bruchbänder – spezielle Korsagen, die den Bruch zurückdrängen und die Bauchdecke stabilisieren sollen – sind nur sinnvoll, wenn eine Operation nicht möglich ist. Sie sollten niemals ohne Absprache mit einem Arzt zur Selbstbehandlung getragen werden.
  • Sind vergrößerte Lymphknoten für die Leistenschwellung verantwortlich, hängt die Therapie ebenfalls von der Ursache ab. Entzündlich geschwollene Lymphknoten heilen oft von alleine aus, manchmal sind zum Beispiel Antibiotika bei bakteriell bedingten Entzündungen hilfreich. Kleinere Knötchen wie ein Lipom kann der Arzt meist problemlos entfernen.
  • Sind bösartige Tumoren(wie Lymphome, Leukämien) die Ursache, müssen diese entsprechend behandelt werden, zum Beispiel durch eine Operation, eine Chemo- oder eine Strahlentherapie.

Schwellung in der Leiste: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Schwellung in der Leiste":


Onmeda-Lesetipps:

Leistenschmerzen: Was sind die Ursachen?

Leistenbruch

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Füeßl, H., Middecke, M.: Duale Reihe Anamnese und Klinische Untersuchung. Thieme, Stuttgart 2014

Endspurt Klinik. Anamnese, Leitsymptome. Skript 15. Thieme, Stuttgart 2014

Largiadèr, F.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012

Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

Aktualisiert am: 28. November 2017

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