Schmerzen in der Hand

Veröffentlicht von: Till von Bracht (05. Dezember 2016)

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Wenn beim Greifen, Schreiben oder bei Druck ständig die Hände schmerzen, geht wohl jeder zum Arzt. Doch die Diagnose ist nicht immer ganz einfach – schließlich sind die Ursachen für Schmerzen in der Hand äußerst vielfältig. Oft steckt eine Überlastung oder eine Verletzung dahinter, aber auch Erkrankungen wie das Karpaltunnelsyndrom, ein Ganglion oder Rheuma können der Grund für die Schmerzen sein. 

Was gegen die Schmerzen in der Hand hilft, hängt in erster Linie von der Ursache ab. Akute Handschmerzen zum Beispiel, die nach kurzzeitiger Fehl- oder Überlastung auftreten können (etwa nach einem intensiven Tennismatch oder durch ermäßige Benutzung des Handys), verschwinden oft von ganz alleine. Hierbei ist es ratsam, die betroffene Hand zu schonen – etwa mithilfe einer Bandage. 

Wenn durch die hohen Belastungen auch die Sehnenscheiden entzündet sind, können zusätzlich sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure die Schmerzen in der Hand lindern. 

Wenn aber beispielweise ein Karpaltunnelsyndrom für die Schmerzen in der Hand verantwortlich ist (hierbei treten die Beschwerden häufig nachts oder direkt nach dem Aufstehen auf, vor allem an der Handinnenfläche, dem Daumen, dem Zeige- oder dem Mittelfinger), helfen diese Medikamente nur selten. In schweren Fällen lassen sich die Schmerzen dann nur mithilfe einer Operation lindern. 

Wie ist die Hand aufgebaut?

Die Hand stellt ein hoch entwickeltes und komplexes Greiforgan dar, ohne dass die meisten Entwicklungen der Menschheit nicht möglich gewesen wären. Grundsätzlich besteht die Hand aus

  • Handwurzelknochen,
  • Mittelhand und
  • Fingern (Daumen und vier Langfinger).

Daraus resultieren insgesamt 27 Knochen, 36 Gelenke und 39 Muskeln, die im Zusammenspiel sowohl fein- als auch grobmotorische Bewegungen zulassen. An der Hand befinden sich außerdem Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße.

Das Bild zeigt eine Hand an einer Maus. © Jupiterimages/Stockbyte

Schmerzen in der Hand können viele Ursachen haben: Regelmäßige Arbeit am Computer ist eine davon.

Da die Hände im Alltag meistens stark beansprucht werden, gehören falsche oder zu große Belastungen zu den Hauptursachen für Handschmerzen. Dieses Problem kennen zum Beispiel viele, die regelmäßig viele Stunden vor dem Computer verbringen: Dann kann ein sogenannter Mausarm entstehen, fachsprachlich RSI-Syndrom. Hierbei ist es ratsam, den Arbeitsplatz mithilfe spezieller Tastaturen oder Auflagen für die Handballen ergonomisch zu gestalten – ansonsten werden die Schmerzen in der Hand immer wiederkommen. 

Aber auch Erkrankungen oder Verletzungen können Handschmerzen verursachen, zum Beispiel:

Dabei können die Schmerzen in der Hand nur auf die Hand beschränkt sein, aber auch ausstrahlen – mitunter wirken sich Handschmerzen sogar bis in die Schulter aus.

Um festzustellen, woher die Schmerzen kommen, wird der Arzt verschiedene Bewegungstests durchführen. Je nach vermuteter Ursache ordnet der Arzt weitere Untersuchungsverfahren an, zum Beispiel Röntgen-, Kernspin- oder neurologische Untersuchungen. Manchmal ist es auch notwendig, ein Gelenk zu punktieren oder von innen zu betrachten (sog. Gelenkspiegelung oder Arthroskopie).

Ob und gegebenenfalls wie die Handschmerzen behandelt werden müssen, hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Oft reicht es aus, die Hand zu schonen oder mit Cremes oder Salben zu behandeln. Auch Krankengymnastik oder Kälte- beziehungsweise Wärmetherapie können bei Schmerzen in der Hand helfen. Manchmal verschreibt der Arzt Schmerzmittel. Bei manchen Ursachen beseitigt eine Operation die Handschmerzen, zum Beispiel bei Engpass-Syndromen oder Gelenkschäden.


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