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Nasenbluten (Epistaxis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Januar 2017)

© iStock

Kein Panik: Nasenbluten sieht meist schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist! Die verlorene Blutmenge ist relativ klein – und in vielen Fällen hört das Nasenbluten von selbst wieder auf. Trotzdem fragen sich viele: Was tun bei Nasenbluten?

Wenn unerwartet Blut aus der Nase tropft oder schießt, sollte man sich aufrecht hinsetzen und den Kopf leicht nach vorne beugen – nicht nach hinten! Das Blut soll herausfließen. Ist der Betroffene nicht in der Lage, aufrecht zu sitzen, sollte er auf der Seite liegen.

Außerdem hilft es, den Nacken und den Mundraum zu kühlen, zum Beispiel mit einem kalten Waschlappen oder einer kalten Kompresse. Auch das Lutschen von Eiswürfeln kann helfen: Die Kälte sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße verengen. Gleichzeitig sollte man das betroffene Nasenloch für einige Zeit zudrücken, bis die Blutung stoppt oder bis weitere Maßn­ahmen getroffen werden könn­en. 

Will das Nasenbluten einfach nicht aufhören, das heißt wenn es länger als 15 Minuten anhält, sollte man unbedingt einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Der Arzt kann das Nasenbluten stoppen, indem er zum Beispiel spezielle Nasentamponaden in die Nase einführt. Auch abschwellende Nasensprays können manchmal helfen, das Nasenbluten zu stoppen. 

Meist gibt es eine harmlose Erklärung für das Nasenbluten – zum Beispiel eine Gefäßverletzung durch Nasebohren oder eine Entzündung der Nasenschleimhaut im Rahmen einer Erkältung. In diesen Fällen ist keine weitere Behandlung notwendig. Wer jedoch ständig Nasenbluten ohne ersichtlichen Grund hat, bei dem kann es sinnvoll sein, dass der Arzt das häufig blutende Gefäß in der Nase verödet, zum Beispiel mittels Laser.

Insbesondere im Winter kommt Nasenbluten häufiger vor, da durch die trockenere Luft auch die Nasenschleimhäute meist recht trocken sind und die zarten Blutgefäße in der Nase leichter reißen können, zum Beispiel

  • beim Naseputzen
  • durch heftiges Niesen
  • oder durch einen leichten Schlag auf die Nase.

Wer im Winter aufgrund einer trockenen Nasenschleimhaut häufiger Nasenbluten ohne Grund bekommt, der sollte auf ein Nasenspray mit Meerwasser oder einer isotonischen Salzlösung zurückgreifen. Diese Präparate befeuchten die Nasenschleimhaut und haben in der Regel keine Nebenwirkungen.

Neben trockener Luft gibt es noch weitere Faktoren, die die Entstehung von Nasenbluten begünstigen können – zum Beispiel eine Schwangerschaft oder Stress. Stress führt dazu, dass der Blutdruck steigt. Anhaltender Bluthochdruck wiederum erhöht das Risiko von Nasenbluten, oft begleitet von anderen Symptomen wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Ohrensausen.

Schwangere haben durch die hormonelle Umstellung gerade in der zweiten Schwangerschaftshälfte einen erhöhten Blutdruck. Gleichzeitig wird das Bindegewebe im Körper aufgelockert, was auch die Schleimhaut in der Nase betrifft. Die Blutgefäße in der jetzt stärker durchbluteten Nasenschleimhaut sind anfälliger für Verletzungen – schon kräftiges Putzen kann in der Schwangerschaft manchmal zu Nasenbluten führen.

In seltenen Fällen können auch verschiedene Krankheiten hinter dem Nasenbluten stecken, zum Beispiel

Um herauszufinden, welches Gefäß in der Nase genau die Blutung verursacht hat, kann der Arzt eine sogenannte Nasenspiegelung durchführen. Dabei guckt und leuchtet der HNO-Arzt zunächst mit einem Endoskop in die Nase. Wer ständig unter Nasenbluten leidet, bei dem wird der Arzt das betroffene Blutgefäß gegebenenfalls veröden. 

Warum man den Kopf nicht nach hinten in den Nacken legen sollte

Bei Nasenbluten sollte man den Kopf stets nach vorne neigen. Neigt man den Kopf nach hinten, fließt das Blut in den Rachen ab und kann so in die Lunge oder in den Magen gelangen. Das kann beim Betroffenen zu Husten oder Übelkeit und Erbrechen (Bluterbrechen) führen. Gelangt beim Nasenbluten Blut in den Mundraum, ist es deshalb auch ratsam, das Blut auszuspucken und nicht runterzuschlucken

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Nasenbluten bei Kindern: Was tun, wenn das Kind Nasenbluten hat?

Nasenbluten kommt bei Kindern – vor allem bei Kleinkindern – häufig vor. Ursache ist dann meist Nasebohren oder ein Stoß oder Schlag auf die Nase beim Spielen oder Raufen. Besonders bei Kleinkindern kommt es vor, dass sie sich Fremdkörper, etwa eine Murmel, in die Nase stecken und damit die empfindliche Nasenschleimhaut verletzen. Nur selten steckt eine Erkrankung dahinter. 

Wenn das Kind auf einmal aus der Nase blutet, ist es zunächst wichtig, dass es den Kopf nach vorne beugt, damit kein Blut in den Magen oder die Atemwege gelangt. Anschließend können die Eltern oder die Aufsichtsperson versuchen, das Nasenbluten durch Kühlung des Nackens zu stoppen. Dazu eignet sich ein kalter, feuchter Waschlappen, den man dem Kind auf den Nacken legt. Gleichzeitig sollte sich das Kind mit einem Taschentuch die Nase zudrücken, um das Nasenbluten zu stillen. Bei besonders starkem Nasenbluten eignet sich hierfür auch eine Nasentamponade.

Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind besonders häufig Nasenbluten hat? Dann machen Sie einen Termin beim Kinderarzt aus. Er kann feststellen, warum die Nase bei Ihrem Kind häufiger blutet als bei anderen Kindern. Hat er die Ursachen erkannt, kann der Kinderarzt selbst oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt meist gleich mit der geeigneten Therapie beginnen – zum Beispiel, indem er ein erweitertes Blutgefäß der Nase verödet (Embolisation).

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