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Muskelschwäche (Myasthenie): Definition

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (22. Juli 2014)

Bei einer Muskelschwäche, medizinisch als Myasthenie oder Myasthenia bezeichnet, tritt meist eine ungewöhnlich schnelle Muskelermüdung auf. Diese ist abhängig von der Belastung und kann ein Symptom verschiedener Grunderkrankungen sein.

Der Mensch hat weit über 600 Muskeln, die es ihm zusammen mit den Gelenken ermöglichen, sich zu bewegen und Kraft aufzubringen. Lässt diese Kraft nach, spricht man von Muskelschwäche.

In vielen Fällen ist es normal, dass die Muskelkraft nachlässt.

Zum Beispiel kennt fast jeder nach körperlicher Überlastung (z.B. Sport) das Gefühl, erst einmal schlapp und kraftlos zu sein. Diese Form der Muskelschwäche ist in der Regel kein Grund zur Sorge. Die Muskulatur ist nach einer Erholungsphase wieder voll leistungsfähig – dauerhaftes Training führt sogar dazu, dass Muskelmasse und damit auch Kraft zunehmen.

Umgekehrt gilt: Je untrainierter der Körper ist, desto schwächer wird auch die Muskulatur. Deshalb haben zum Beispiel ältere Menschen auch weniger Kraft. Ihre Muskelschwäche ist durch den langsamen Abbau von Muskelgewebe (Muskelschwund) bedingt.

Muskelschwäche kann auch als Folge von Unfällen oder im Rahmen von Erkrankungen auftreten, die zu Bettlägerigkeit und allgemeiner Schwächung des Körpers führen (z.B. Schlaganfall oder Infektionen). Falsche Ernährung kann ebenfalls eine Muskelschwäche hervorrufen, wenn daraus zum Beispiel ein starker Vitamin- und Mineralstoffmangel (wie Magnesium) damit verbunden ist. Auch die Psyche spielt eine Rolle: In Stressphasen, Lebenskrisen oder im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen (z.B. Depressionen) klagen Betroffene nicht selten über allgemeine Erschöpfung – inklusive Muskelschwäche.

Eine Muskelschwäche kann aber auch Zeichen folgender Erkrankungen sein und mitunter bis zur Lähmung voranschreiten:

Meist werden die Fachbegriffe Mysthenie oder Myasthenie speziell bei diesen Formen der Muskelschwäche verwendet.

Eine Muskelschwäche kann auch durch bestimmte Medikamente, zum Beispiel einige Antibiotika, ausgelöst werden.

Eine seltene Erkrankung, deren Häufigkeit aber immer mehr steigt, ist die sogenannte Myasthenia gravis pseudoparalytica. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung bei der die Signalübertragung zwischen Muskel und Nerv gestört ist. Frauen sind häufiger von der Krankheit betroffen.

Eine weitere Erkrankung, bei der eine Muskelschwäche zu den Symptomen gehört ist der sogenannte Botulismus. Es ist eine Vergiftung mit dem Botulinumtoxin, welches in verdorbenen Lebensmitteln vorkommen kann. Oft handelt es sich dabei um Konserven, die nicht ausreichend erhitzt wurden, so dass sich Botulinumbakterien in ihnen vermehren und das Gift bilden konnten. Durch die hohen Hygieneanforderungen an Nahrungsmittel ist diese Erkrankung in Deutschland mittlerweile recht selten geworden. Der Effekt des Botulinumtoxins spielt heute eher in der Behandlung eine Rolle: In kleinen Dosen in stark verkrampfte Muskeln (sog. Dystonie) gespritzt, kann der Arzt eine künstliche Muskelschwäche erzeugen. Das kann zum Beispiel bei Patienten mit Torticollis, einer verdrehten Schiefhaltung des Halses, hilfreich sein. Auch die immer mehr in Mode kommende kosmetische Anwendung des Botulinumtoxins ("Botox-Party" etc.) im Gesicht führt letztlich zu einer Myasthenie: Die Muskelzellen unter der Haut erschlaffen, dadurch können Gesichtsfalten gemildert erscheinen – die Anwender erhoffen sich davon ein jüngeres, attraktiveres Aussehen und nehmen dafür auch Nebenwirkungen in Kauf.




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