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Lähmung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. August 2015)

© Jupiterimages/Wavebreak Media

Bei einer Lähmung sind einzelne Körperteile wie Arme und Beine, einzelne Muskeln (wie die Augenmuskeln) oder der gesamte Körper gelähmt – sie können nicht mehr bewegt werden. Dies ist der Fall, wenn das Nervensystem oder einzelne Nerven in ihrer Funktion gestört sind.

Mediziner bezeichnen eine Lähmung – je nach Ausmaß – als:

  • Plegie: vollständige Lähmung von Skelettmuskeln
  • Paralyse: vollständige Lähmung (z.B. auch Muskeln von Blutgefäßen)
  • Parese: Kraftverlust oder teilweise Lähmung

Je nach Ausbreitung der Lähmung lassen sich bei Plegie, Paralyse und Parese verschiedene Formen unterscheiden. Eine Form der Lähmung ist die Hemiparese. Dabei ist eine Körperseite teilweise gelähmt. Eine vollständige Halbseitenlähmung bezeichnen Mediziner als Hemiplegie. Bei einer Tetraparese betrifft die teilweise Lähmung beide Körperseiten, also jeweils beide Arme und Beine. Ist die Lähmung vollständig, handelt es sich um eine Tetraplegie. Sind zum Beispiel beide Beine gelähmt, nennen Mediziner dies Paraplegie.

Eine weitere Form der Lähmung ist die Querschnittslähmung. Dazu kann es kommen, wenn das Rückenmark geschädigt ist. Je nach Ort und Ausmaß der Schädigung können Hemiparese, Hemiplegie, Tetraparese, Tetraplegie oder Paraplegie auftreten. Eine Querschnittslähmung kann zum Beispiel Folge eines Wirbelbruchs oder eines Rückenmarkstumors sein.

Manchmal tritt eine Lähmung plötzlich auf, zum Beispiel nach einem Unfall, einem Bandscheibenvorfall oder bei der sogenannten idiopathischen Fazialisparese, einer Gesichtslähmung unbekannter Ursache. Je nach Ursache und Therapie kann eine Lähmung wieder zurückgehen oder bestehen bleiben. Es gibt aber auch einige Erkrankungen, die zu langsam fortschreitenden Lähmungen führen können, wie bestimmte Nervenerkrankungen (z.B. Polyneuropathien) und Muskelerkrankungen (z.B. Muskeldystrophien).

Zu den häufigeren Ursachen einer Hemiparese zählen zum Beispiel

Eine Tetraparese kann zum Beispiel bei Rückenmarksverletzungen im Halsbereich auftreten. Auch Rückenmarkstumoren und entzündliche Erkrankungen des Rückenmarks können zu einer Lähmung jeweils beider Arme und Beine führen.

Plötzliche Lähmungen ohne erkennbare Ursache sollten besonders kritisch betrachtet werden. Hier kann eine ernste Erkrankung (z.B. ein Schlaganfall) dahinter stecken. Stark gefährdete Personen sollten in diesem Fall besonders achtsam sein und frühzeitig einen Arzt aufsuchen, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt.

Oft treten Lähmungen in Kombination mit Gefühlsstörungen auf. Ist beispielsweise ein Bein durch einen Nervenschaden gelähmt, kann es sein, dass es auch ohne Gefühl ist. Das heißt, dass neben den motorischen Nerven, welche für die Bewegung verantwortlich sind, auch die sensiblen Nervenfasern, welche zum Beispiel Schmerz, Berührungen oder Temperatur weiterleiten, geschädigt sind.

Eine Therapie der jeweiligen Lähmung richtet sich ganz nach ihrer Ursache. Gerade bei Unfällen ist oft eine Operation nötig, um bei verletzten Körperteilen die Nervenverbindungen zu retten. Bei Erkrankungen des Nervensystems sollte sich die Therapie gegen den Auslöser richten, um so das Fortschreiten mindestens zu verlangsamen.



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