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Kreislaufprobleme: Definition

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (18. Juni 2014)

Kreislaufprobleme sind weit verbreitet: Fast jeder kennt zumindest einzelne Symptome einer Kreislaufschwäche – wie Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder Schweißausbruch bis hin zum Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren.

Solche Kreislaufbeschwerden sind auf eine verminderte Durchblutung des Gehirns zurückzuführen, deren Ursache ein zu niedriger Blutdruck (sog. Hypotonie) ist. Je nachdem, ob die Blutdruckwerte plötzlich absacken oder dauerhaft niedrig sind, können die daraus entstehenden Kreislaufprobleme unterschiedlich ausfallen:

Bei einem plötzlichen und heftigen Blutdruckabfall (sog. akute Hypotonie) können bis zu 600 Milliliter Blut in die untere Körperhälfte versacken. Sinkt der Blutdruck, versucht der Kreislauf eine gewisse Zeit lang, das Blut in die lebenswichtigen Organe umzuleiten, indem sich die Blutgefäße zu den Muskeln verengen. Reicht dieser Hilfsmechanismus nicht aus, verringert sich die Durchblutung des Gehirns. Wegen dieser Minderdurchblutung ist das Gehirn vorübergehend mit Sauerstoff unterversorgt. Ein akuter Blutdruckabfall kann folgende Kreislaufprobleme verursachen:

  • Augenflimmern
  • Schwindelattacken
  • Schweißausbruch
  • schlimmstenfalls Kreislaufkollaps bzw. Ohnmacht (Synkope)

Wenn niedrige Blutdruckwerte ein dauerhafter Zustand sind (sog. chronische Hypotonie), können ebenfalls die für Kreislaufprobleme typischen Symptome Schwindel und Augenflimmern auftreten. Weitere mögliche Anzeichen für einen dauerhaft niedrigen Blutdruck sind:

  • Antriebslosigkeit
  • schnelle Ermüdbarkeit
  • hohes Schlafbedürfnis
  • erhöhte Reizbarkeit
  • Wetterfühligkeit
  • Appetitlosigkeit
  • depressive Verstimmung
  • Stiche in der Herzgegend

Ein Sonderfall der Kreislaufprobleme ist die sogenannte orthostatische Dysregulation: Als Orthostase bezeichnet man die aufrechte Lage des Körpers. Damit in dieser Position alle Organe ausreichend mit Blut versorgt sind, muss der Körper seinen Blutdruck und somit das Kreislaufsystem im Sitzen oder Stehen entsprechend anpassen. Bei der orthostatischen Dysregulation ist diese Anpassung gestört, sodass es oft zu Kreislaufstörungen kommt, wenn man aus dem Liegen schnell aufsteht. Eine Orthostasestörung kann aber auch bei langem Stehen in der Sonne oder in großen Menschenmengen sowie nach üppigen Mahlzeiten mit Alkoholkonsum Kreislaufprobleme bereiten. Die Kreislaufbeschwerden reichen:

  • von Blässe, Übelkeit und Leeregefühl im Kopf
  • über Gangunsicherheit, Schwindel, Schweißausbruch, verschwommenes Sehen und Tunnelsehen
  • bis hin zum Ohnmachtsanfall.

Ein niedriger Blutdruck und damit verbundene gelegentliche Kreislaufprobleme sind – vor allem bei Menschen jüngeren und mittleren Alters – meist harmlos. Es ist allerdings medizinisch bedeutsam, wenn beispielsweise:

  • der Blutdruck ständig zu niedrig ist und es zu ausgeprägten Kreislaufbeschwerden kommt,
  • (im höheren Alter oder bei bestimmten Nervenerkrankungen) der Körper dauerhaft Probleme hat, den Blutdruck und somit das Kreislaufsystem in aufrechter Lage anzupassen,
  • ein akuter Blutdruckabfall auftritt, der oft plötzlich und ohne Warnzeichen heftige Kreislaufprobleme auslöst, sodass ein Verletzungsrisiko durch Stürze besteht.



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