Anzeige

Anzeige

Kreislaufprobleme: Wenn der Blutdruck abfällt

Veröffentlicht von: Till von Bracht (16. Juni 2016)

© iStock

Kreislaufprobleme sind weit verbreitet: Fast jeder kennt zumindest einzelne Symptome einer Kreislaufschwäche – wie Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder Schweißausbruch bis hin zum Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren.

Solche Kreislaufbeschwerden sind auf eine verminderte Durchblutung des Gehirns zurückzuführen, deren Ursache ein zu niedriger Blutdruck (sog. Hypotonie) ist. Je nachdem, ob die Blutdruckwerte plötzlich absacken oder dauerhaft niedrig sind, können die daraus entstehenden Kreislaufprobleme unterschiedlich ausfallen:

Bei einem plötzlichen und heftigen Blutdruckabfall (sog. akute Hypotonie) können bis zu 600 Milliliter Blut in die untere Körperhälfte versacken. Sinkt der Blutdruck, versucht der Kreislauf eine gewisse Zeit lang, das Blut in die lebenswichtigen Organe umzuleiten, indem sich die Blutgefäße zu den Muskeln verengen. Reicht dieser Hilfsmechanismus nicht aus, verringert sich die Durchblutung des Gehirns. Wegen dieser Minderdurchblutung ist das Gehirn vorübergehend mit Sauerstoff unterversorgt.

Ein akuter Blutdruckabfall kann folgende Kreislaufprobleme verursachen:

  • Augenflimmern
  • Schwindelattacken
  • Schweißausbruch
  • schlimmstenfalls Kreislaufkollaps bzw. Ohnmacht (Synkope)

Dauerhaft niedrige Blutdruckwerte (sog. chronische Hypotonie) können ebenfalls zu Kreislaufproblemen wie Schwindel und Augenflimmern führen. Ein niedriger Blutdruck ist an sich nicht gefährlich. Im Gegenteil: Wenn die Blutdruckwerte ohne erkennbaren Grund dauerhaft niedrig sind, kann dies sogar auf ein gesünderes und längeres Leben hinweisen. Durch die verminderte Durchblutung muss das Herz allerdings schneller schlagen, um den Blutmangel schnell auszugleichen. 

In der Schwangerschaft ist ein leichter Blutdruckabfall keine Seltenheit – insbesondere in den ersten sechs Monaten leiden einige Schwangere unter Kreislaufproblemen. Grund dafür ist das Hormon Progesteron, das dazu führt, dass sich die Blutgefäße erweitern. 

Neben Kreislaufproblemen kann ein dauerhaft niedriger Blutdruck weitere Symptome verursachen – zum Beispiel:

Vielen Menschen ist es schon einmal passiert, dass ihnen schwarz vor Augen wurde, nachdem sie aus dem Liegen schnell aufgestanden sind. Bei diesen Kreislaufproblemen handelt es sich um eine sogenannte orthostatische Dysregulation.

Als Orthostase bezeichnet man die aufrechte Lage des Körpers. Damit in dieser Position alle Organe ausreichend mit Blut versorgt sind, muss der Körper seinen Blutdruck und somit das Kreislaufsystem im Sitzen oder Stehen entsprechend anpassen. Bei der orthostatischen Dysregulation ist diese Anpassung gestört, sodass es oft zu Kreislaufstörungen kommt, wenn man aus dem Liegen schnell aufsteht.

Eine Orthostasestörung kann aber auch bei langem Stehen in der Sonne oder in großen Menschenmengen sowie nach üppigen Mahlzeiten mit Alkoholkonsum Kreislaufprobleme bereiten. Die Kreislaufbeschwerden reichen:

  • von Blässe, Übelkeit und Leeregefühl im Kopf
  • über Gangunsicherheit, Schwindel, Schweißausbruch, verschwommenes Sehen und Tunnelsehen
  • bis hin zum Ohnmachtsanfall.

Ein niedriger Blutdruck und damit verbundene gelegentliche Kreislaufprobleme sind – vor allem bei Menschen jüngeren und mittleren Alters – meist harmlos. Es ist allerdings medizinisch bedeutsam, wenn beispielsweise:

  • der Blutdruck ständig zu niedrig ist und es zu ausgeprägten Kreislaufbeschwerden kommt,
  • (im höheren Alter oder bei bestimmten Nervenerkrankungen) der Körper dauerhaft Probleme hat, den Blutdruck und somit das Kreislaufsystem in aufrechter Lage anzupassen,
  • ein akuter Blutdruckabfall auftritt, der oft plötzlich und ohne Warnzeichen heftige Kreislaufprobleme auslöst, sodass ein Verletzungsrisiko durch Stürze besteht.

Kreislaufprobleme: Was tun?

Bei akuten Kreislaufproblemen, etwa wenn Ihnen schwindelig wird oder wenn Sie das Gefühl haben, das Bewusstsein zu verlieren, gilt: hinlegen und Beine hoch! Dadurch fördern Sie die Durchblutung im Gehirn und stabilisieren Ihren Kreislauf. 

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie versuchen, Ihren Kreislauf zu stärken – zum Beispiel durch heiß-kalte Wechselduschen, Bürstenmassagen und durch regelmäßige Bewegung. Außerdem ist es sinnvoll, den ganzen Tag (unter Umständen auch nachts) genug zu trinken und auf Nikotin und Alkohol weitgehend zu verzichten.



Symptom-Check


Apotheken-Notdienst

Anzeige