Hühnerauge: Diagnose

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. Januar 2017)

Ein Hühnerauge (Clavus) erkennen Betroffene oft bereits anhand der Symptome und an dem typischen Aussehen. In einigen Fällen lässt sich ein Hühnerauge aber nur schwer von anderen Hautveränderungen – wie zum Beispiel einer Warze – unterscheiden.

Wer eine schmerzhafte und verhornte Stelle an den Füßen entdeckt, sollte daher einen Arzt aufsuchen – er kann einen Clavus sicher diagnostizieren.

Hühnerauge ist jedoch nicht gleich Hühnerauge: Je nach Beschaffenheit, Form und Aufbau unterscheiden Mediziner etwa sieben Arten von Hühneraugen (in der Praxis lassen sich die Formen allerdings nicht immer voneinander abgrenzen):

  • Hartes Hühnerauge (Clavus durus): Das harte Hühnerauge weist meist einen runden bis ovalen oder C-förmigen harten Kern auf. Häufig entstehen harte Hühneraugen an Stellen, die starken Belastungen von außen ausgesetzt sind – zum Beispiel am Zehenrücken oder an der Außenseite des kleinen Zehs.
  • Weiches Hühnerauge (Clavus mollis): Wie der Name schon sagt, weist das weiche Hühnerauge einen weichen und flachen Kern auf. Es befindet sich in der Regel zwischen den Zehen und kann sowohl an der Innenseite eines als auch beider Zehen vorkommen.
  • Hühnerauge mit kleinen Blutgefäßen (Clavus vascularis): Den Clavus vascularis erkennt man daran, dass die äußere Hornschicht kleine rote Punkte oder Streifen enthält. Dies sind kleine Blutgefäße, sogenannte Kapillaren. Durch die vermehrte Durchblutung treten bei diesen Hühneraugen starke Schmerzen auf.
  • Hühneraugen mit Nerven und kleinen Blutgefäßen (Clavus neurovascularis): Der Clavus neurovascularis weist in der Hornschicht neben kleinen Blutgefäßen auch Nerven auf. Dieses Hühnerauge ist äußerst schmerzempfindlich und entsteht meist am Zehenrücken oder am Großzehengrundgelenk.
  • Hühneraugen mit Nervenfasern und Bindegewebsfasern (Clavus neurofibrosus): Der Clavus neurofibrosus entsteht ausschließlich an der Fußsohle – häufig unter den Zehenkuppen oder am Fußballen. Dieses Hühnerauge ist in der Regel rund, großflächig und sehr hart. Seine runde Form erklärt sich durch den flachgedrückten Hornhautdorn in der Lederhaut.
  • Hühneraugen mit warzenähnlichen Erhebungen (Clavus papillaris): Der Clavus papillaris, auch als Papillen-Hühnerauge bekannt, gleicht auf den ersten Blick oft einer Warze. Besonderes Merkmal dieses Hühnerauges ist sein scharf umrissener, oft weißer Rand. Unterhalb der Verhornung befindet sich eine gallertartige Masse oder ein Bluterguss – dadurch treten bei diesem Hühnerauge starke Schmerzen auf.
  • Hühneraugen mit oberflächlichen punktförmigen, "hirsekornartigen" Verhornungen (Clavus miliaris): Der Clavus miliaris stellt eine Besonderheit dar: Dieses Hühnerauge verursacht in der Regel keine Schmerzen. Meist treten zahlreiche sehr kleine Pseudo-Hühneraugen auf, deren Form einem Hirsekorn ähnelt. Der Clavus miliaris kommt vor allem an Stellen vor, die keinem Druck ausgesetzt sind – zum Beispiel oberhalb der Ferse.

Steht die Diagnose fest, kann der Arzt das Hühnerauge entfernen. Hühneraugen bilden sich nicht von selbst zurück, auch wenn der Druck von außen nachlässt. Zwar kann sich die Hornschicht verringern, der schmerzende Dorn des Clavus bleibt jedoch bestehen.


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