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Hautausschlag (Exanthem)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Juli 2017)

© Jupiterimages/iStockphoto

Rote Flecken, Quaddeln, Pusteln oder Bläschen, mit und ohne Juckreiz: Es gibt zahlreiche verschiedene Formen von Hautausschlägen. Oft stecken harmlose Ursachen dahinter. Doch gerade bei Kindern können die Ausschläge auch auf ansteckende Krankheiten wie Masern oder Röteln hindeuten.

Was ist Hautausschlag?
Hautausschlag ist ein allgemeiner Sammelbegriff für verschiedene sichtbare Veränderungen der Haut. Je nach Ursache können diese mit Begleitsymptomen wie Juckreiz, Schmerzen und Fieber einhergehen und an verschiedenen Körperstellen in Erscheinung treten. Ärzte bezeichnen Hautausschlag auch als Exanthem.

In einigen Fällen betrifft der Hautauschlag nur einzelne Körperregionen, zum Beispiel das Gesicht. Manchmal tritt er aber auch am ganzen Körper auf. Darüber hinaus gibt es Ausschläge, die sich langsam immer weiter ausbreiten oder auch von einer Körperstelle zur nächsten "wandern".

Oft tritt ein Exanthem in Gestalt roter Flecken auf. Je nach Ursache kann es aber auch andere Formen annehmen, etwa Pusteln, Quaddeln oder Bläschen. Zuweilen ist die Haut an den betroffenen Stellen auch trocken und schuppt ab.

Juckende Hautausschläge werden in der Medizin oft als Ekzem bezeichnet. Ein akutes (also plötzlich aufgetretendes) Ekzem äußert sich durch brennende oder juckende Haut, die teilweise auch nässt. Juckender Hautausschlag geht meist mit einer Rötung einher – die betroffenen Hautstellen sind überwärmt. Bei einem chronischen (also anhaltenden) Ekzem verändert sich oft die Struktur der Haut – sie wird ledrig und beginnt zu schuppen. Die Haut ist allerdings weniger gerötet.

Wenn Sie einen Hautausschlag bei Ihrem Kind entdecken, ist es wichtig, rasch den Arzt aufzusuchen, da das Exanthem auf eine Kinderkrankheit hinweisen kann. Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln sind ansteckend und können zu Komplikationen führen. Daher sollten Sie einen Hautausschlag bei Ihrem Kind stets vom Arzt untersuchen lassen. 

Die verschiedenen Hautveränderungen heißen in der Fachsprache Effloreszenzen. Als Primäreffloreszenzen bezeichnen Ärzte die Veränderungen, die direkt infolge einer Erkrankung auftreten – zum Beispiel rote Pünktchen oder Quaddeln. Im Verlauf können sich diese Hauterscheinung aber ändern – Mediziner sprechen dann von Sekundäreffloreszenzen.

Dazu ein Beispiel: Ein beginnender Hautausschlag fällt durch rote Flecken (Primäreffloreszenz) im Gesicht auf. Nach wenigen Stunden haben sich die Flecken über den gesamten Körper ausgebreitet. Der Hautausschlag ist mit Juckreiz verbunden. Durch Aufkratzen bildet sich eine Blutkruste auf den Flecken, die nun als Sekundäreffloreszenz gilt, da sie sich aus der ersten Hautveränderung entwickelt hat.

Zu Primäreffloreszenzen zählen (in Klammern je der Fachbegriff):

  • Fleck (Macula)
  • Knötchen (Papel)
  • Knoten (Nodus)
  • Bläschen (Vesikel)
  • Blase (Bulla)
  • Pustel (Pustula)
  • Quaddel (Urtica)

Sekundäreffloreszenzen sind:

  • Schuppe (Squama)
  • Kruste (Crusta)
  • Schorf
  • Haut- und Gewebedefekte, Abschürfungen (Erosion und Exkoriation)
  • Geschwür (Ulkus)
  • Plaque (flächig erhabene Hautveränderung)
  • Narbe (Ciatrix)
  • Hauteinrisse (Rhagaden und Fissuren)

Hautausschlag: Ursachen

Ein Hautausschlag kann verschiedene Ursachen haben. Oft stecken Infektionen, also Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten hinter den Hautveränderungen. Das gilt zum Beispiel für:

Es gibt jedoch auch zahlreiche nicht-infektiöse Erkrankungen, die sich Hautausschlägen äußern können. Dazu zählen unter anderem:

Hautausschlag bei Kindern

Kinder sind viel häufiger von Neurodermitis betroffen als Erwachsene. Während bei 10 bis 15 Prozent der Vorschulkinder in Europa zumindest zeitweilig dieser Hautausschlag auftritt, sind es unter den Erwachsenen nur noch 2 Prozent. Bei vielen Kindern verschwindet diese Hautkrankheit wieder von selbst.

Bei kleinen Kindern und Säuglingen kommt es manchmal zur sogenannten "Windeldermatitis". Die Feuchtigkeit in der Windel weicht die Haut auf. Reibt dann die Windel an der Haut, kann ein Exanthem entstehen. Die gereizte Haut ist dann zudem anfälliger für Infektionen, etwa mit dem Pilz Candida albicans.

In vielen Fällen ist der Hautausschlag bei Kindern Zeichen für eine Erkrankung. Die Bilder in der nachfolgenden Tabelle sollen dabei helfen, den Hautausschlag einer bestimmten Kinderkrankheit zuordnen zu können. 

Kinderkrankheiten mit Hautausschlag

Viren Hautausschlag Weitere mögliche Symptome Gibt es eine Impfung?
Masern (Erreger: Masernvirus)
purpurrote bis braune, teils leicht erhabene große Flecken; gehen ineinander über; beginnt meist hinter dem Ohr und an der Stirn, dann am Stamm, Armen, Beinen Fieber mit zwei Anstiegen; weiße Flecken auf der Wangenschleimhaut (Koplik-Flecken); Bindehautentzündung ja
Röteln (Rötelnvirus)
rosafarbene bis rote, teils erhabene kleine Flecken; gehen nicht ineinander über; beginnt meist hinter den Ohren und im Gesicht, dann am Stamm, Armen, Beinen wenige Tage vor dem Hautausschlag Fieber, leichtes Krankheitsgefühl; geschwollene Lymphknoten am Nacken; Rötelninfektion gefährlich für Schwangere! ja
Windpocken (Varizella-Zoster-Virus)
beginnt mit roten Flecken, die sich dann in Bläschen und teils Eiterbläschen umwandeln, später Krusten; alle Formen können zeitgleich bestehen (sog. Sternenhimmel); Befall der Kopfhaut Kopfschmerzen, Fieber, geschwollene Lymphknoten; Infektion mit Windpocken gefährlich für Schwangere! ja
Ringelröteln (Humanes Parvovirus B19)

girlandenförmig, beginnt an den Wangen, breitet sich über Arme, Beine und dem Gesäß aus häufig Juckreiz, oft Rachenentzündung, Fieber, Krankheitsgefühl; Infektion mit Ringelröteln gefährlich für Schwangere! nein
Dreitagefieber (Humanes Herpesvirus 6)
blassrosafarbene Flecken, vor allem am Körperstamm (nicht im Gesicht), die oft nur ein bis drei Tage anhalten plötzliches hohes Fieber über 3-4 Tage; während Fieber abklingt, tritt Ausschlag auf; Gefahr: Fieberkrampf! nein
Bakterien Hautausschlag Weitere mögliche Symptome Gibt es eine Impfung?
Scharlach (Erreger: Streptokokken)
feinfleckige, erhabene gelbliche bis rote Hautveränderungen ("sandpapierartig"); beginnt meist im Bereich der Leistengegend, der Oberschenkelinnenseiten oder der Achseln; breitet sich rasch aus; nach ca. 3 Wochen pellt sich die Haut "Himbeerzunge"; Fieber; Form der Mandelentzündung (sog. Angina lacunaris); tiefrote Rachenentzündung nein
Impetigo contagiosa (Staphylokokken, Streptokokken)
oberflächliche Eiterblasen, die schnell platzen und honiggelbe Krusten bilden; klein- oder großflächiger Befall möglich Juckreiz; selten Fieber nein

Hautausschlag: Diagnose

Um bei Bedarf schnell mit einer geeigneten Behandlung beginnen zu können, ist eine rasche Diagnose der Ursache sinnvoll. Darum empfiehlt es sich, den Hausarzt, einen Hautarzt oder bei Kindern den Kinderarzt aufzusuchen.

Im Gespräch wird der Arzt zunächst erfragen, wann und an welcher Körperstelle der Hautausschlag zuerst aufgetreten ist. Für eine genaue Diagnose ist außerdem wichtig:

Je nach vermuteter Ursache können sich noch weitere Fragen ergeben.

Anschließend untersucht der Arzt den Betroffenen und sieht sich den Hautausschlag genau an. Dafür benutzt er eine Vergrößerungslupe, einen Holz- oder Glasspatel und gegebenenfalls weitere optische Geräte. Zudem tastet der Arzt häufig die Lymphknoten ab, wirft einen Blick in den Hals und misst die Körpertemperatur

Um festzustellen, was genau den Hautausschlag verursacht hat, sind – je nach Befund – weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise:

Hautausschlag: Quaddeln. © Jupiterimages/iStockphoto

Beispiel für Hautausschlag: Quaddeln

Bei manchen Arten von Hautausschlag gibt bereits die Körperstelle, an der das Exanthem vorwiegend auftritt, einen Hinweis auf die Ursache:

  • Hautausschlag im Gesicht und am Hals: Exantheme, die durch eine Virusinfektion hervorgerufen werden, beginnen häufig am Kopf. Zunächst tritt der Hautausschlag oft im Gesicht auf und breitet sich dann über den Hals weiter aus. Zum Teil haben Betroffene dann Hautausschlag am ganzen Körper. Zu den sogenannten Virusexanthemen zählen z.B. Masern und Röteln. Auch das sogenannte seborrhoische Ekzem äußert sich vor allem durch Hautausschlag im Gesicht. Es tritt an Stellen auf, an denen viele Talgdrüsen in der Haut liegen, etwa an der Stirn und den Wangen.
  • Hautausschlag am Rumpf: Hautausschlag als Nebenwirkung von Arzneimitteln (sog. Arzneimittelexanthem) beginnt meist am Rumpf, also am Bauch, an der Brust und am Rücken. Von dort breitet sich der Hautausschlag auf den ganzen Körper aus. Medikamente, die häufig zu einem Arzneimittelexanthem führen, sind zum Beispiel Penicillin , Carbamazepin und Allopurinol . Auch bestimmte Schmerzmittel können Hautausschlag verursachen, etwa Wirkstoffe aus der Wirkstoffgruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antiphlogistika (z.B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen).

Hautausschlag: Therapie

Bei Hautausschlag richtet sich die Therapie nach der Ursache. So verschwindet der Hautausschlag beispielsweise bei einer Kontaktallergie, wenn man das Allergen (z.B. eine Nickel-Armbanduhr bei Nickelallergie) vermeidet.

Kinderkrankheiten wie Masern werden in der Regel nur symptomatisch behandelt. Nach überstandener Krankheit verschwindet auch der Hautausschlag.

Eine spezielle Therapie ist hingegen bei Hautkrankheiten wie der Schuppenflechte erforderlich, angefangen von

  • der lokalen Behandlung mit Wirkstoffen wie Salizylsäure, die eine Abschuppung der Haut bewirkt und so die Ernährung und Durchblutung der Haut verbessert,
  • über Medikamente wie Methotrexat (MTX), die die Abwehrreaktionen des Immunsystems hemmen,
  • bis hin zur Laserbehandlung oder Lichttherapie, die die Entzündung in der Haut lindert. 

Allerdings lassen sich bei der Schuppenflechte nur die Symptome behandeln; eine vollständige Heilung dieser Hauterkrankung ist derzeit noch nicht möglich. Dies gilt auch für die atopische Dermatitis beziehungsweise Neurodermitis.

Tritt bei Hautausschlag Juckreiz auf, kommen oftmals Salben und Cremes zum Einsatz, die die betroffene Haut pflegen und die Beschwerden lindern sollen. Bei einem Ekzem – also einer Entzündung der Haut – verschreiben Ärzte zur Behandlung häufig Salben mit Glukokortikoiden (auch als "Kortison" bezeichnet). Diese Salben müssen die Betroffenen örtlich auf die erkrankte Hautstellen auftragen – man spricht auch von einer lokalen Therapie. In schweren Fällen nehmen betroffene Personen auch manchmal Tabletten ein, die Glukokortikoide enthalten. Dann spricht man von einer sogenannten systemischen Therapie.

Behandeln Sie sich nicht selbst
Welche Salbe, Creme oder Lotion bei welchem Hautausschlag am besten geeignet ist, und wie sie anzuwenden ist, sollte der behandelnde Arzt entscheiden. Wenn Sie das falsche Mittel anwenden oder Fehler bei der Anwendung machen, kann dies die Haut noch zusätzlich reizen und den Ausschlag noch verschlimmern.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Hautausschlag (Exanthem)":

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 2017)

Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Sterry, W., Burgdorf, W., Worm, M.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

Altmeyer, P., et al.: Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer, Berlin Heidelberg 2012

Plewig, G., et al. (Hrsg.): Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Berlin Heidelberg 2012

Kerbl, R., et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2011

Fritsch, P.: Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer, Heidelberg 2009

Reinhardt, D., Reinhardt, G.: Kinderkrankheiten. Hirzel, Stuttgart 2009

Niessen, K.-H.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2001

Aktualisiert am: 13. Juli 2017

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