Harnverhalt: Wenn sich die Blase nicht entleert

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. Oktober 2016)

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Von einem Harnverhalt spricht man, wenn das Wasserlassen trotz eines starken Harndrangs und einer gefüllten Harnblase nicht möglich ist.

Die übermäßige Füllung der Harnblase bewirkt, dass die Blasenwand überdehnt wird. Infolgedessen kann es bei einem Harnverhalt zu einem starken Druckgefühl und heftigen Schmerzen im Unterleib kommen.

Bleibt die Blase länger maximal gefüllt, schließt der Blasenschließmuskel auf Dauer nicht mehr vollständig und gibt irgendwann nach. Dann kommt es zur sogenannten Überlaufblase mit Harnträufeln. Mediziner bezeichnen das unwillkürliche Abgehen von Urin bei einer Überlaufblase als Überlaufinkontinenz.

Bei Harnverhalt ist es wichtig, diesen schnell zu behandeln, da neben einer Überlaufblase auch weitere Komplikationen auftreten können: Ein  Harnverhalt kann zum Beispiel unter Umständen zu einem Harnstau in den Harnleitern und Nierenbecken führen und letztlich die Nieren schädigen (Harnstauungsnieren).

Um die Ursache für den Harnverhalt möglichst schnell herauszufinden, befragt der Arzt die betroffene Person zunächst zu den Beschwerden (Anamnese). Anhand der Beschreibungen des Patienten kann er meist schon einen Harnverhalt diagnostizieren. Um dann herauszufinden, welche Ursachen genau für den Harnverhalt verantwortlich sind, veranlasst der Arzt weitere Untersuchungen – unter anderem Urinuntersuchungen oder einen Abstrich. In der Regel ist auch eine Ultraschalluntersuchung notwendig. Daneben sind manchmal auch Bluttests oder eine Blasenspiegelung sinnvoll.

Wissenswertes
Der Harnverhalt (auch Harnretention oder Ischurie genannt) zählt zu den Blasenentleerungsstörungen, wie zum Beispiel auch die Algurie (schmerzhaftes Wasserlassen) oder die Nykturie (häufiges nächtliches Wasserlassen).

Zu den häufigsten Ursachen für einen Harnverhalt gehören Infektionen der Harnwege – wie etwa eine Blasenentzündung (Zystitis) oder Harnröhrenentzündung (Urethritis).

Darüber hinaus können auch

für den Harnverhalt verantwortlich sein. 

Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva führen mitunter ebenfalls zum Harnverhalt. In selteneren Fällen ist ein Tumor in der Harnblase (Blasenkrebs) oder in der Harnröhre der Auslöser.

Um mögliche Schmerzen, die durch den Harnverhalt entstehen, zu lindern, bekommen Betroffene zunächst einen Harnröhrenkatheter gelegt. Damit kann der Urin aus der Harnblase abfließen. Die weitere Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache des Harnverhalts.

Bei Harnwegsinfekten etwa verschreibt der Arzt Antibiotika. Blasensteine entfernt er in einem kleinen Eingriff – meist im Rahmen einer Blasenspiegelung. Bei Blasentumoren kann eine Operation erforderlich sein.


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