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Harnverhalt
HarnverhaltStand: 28. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Harnverhalt: DefinitionVon einem Harnverhalt spricht man, wenn trotz eines starken Harndrangs und einer gefüllten Blase das Wasserlassen nicht möglich ist. Harnverhalt gehört zu den sogenannten Blasenentleerungsstörungen wie zum Beispiel auch die Algurie (schmerzhaftes Wasserlassen) oder die Nykturie (häufiges nächtliches Wasserlassen). Durch die übermäßige Füllung der Harnblase und der Überdehnung ihrer Wand kann es bei einem Harnverhalt zu einem starken Druckgefühl und heftigen Schmerzen kommen. Bleibt die maximale Füllung der Blase länger bestehen, schließt der Blasenschließmuskel auf Dauer nicht mehr vollständig und gibt irgendwann nach. Es kommt in der Folge zur sogenannten Überlaufblase mit Harnträufeln. Bei dieser Überlaufinkontinenz geht der Urin unwillkürlich ab. Es ist wichtig, bei Harnverhalt die Ursachen zu erkennen. Dazu gehören zum Beispiel Harnwegsinfekte wie eine Blasenentzündung (Zystitis), eine vergrößerte Prostata (sog. Prostatahyperplasie) oder Blasensteine. Auch bestimmte Medikamente wie Antidepressiva führen mitunter zum Harnverhalt. In selteneren Fällen ist ein Tumor in der Harnblase (Blasenkrebs) oder in der Harnröhre der Auslöser. Die Diagnose stellt der Arzt bei Harnverhalt über die Beschreibung der Beschwerden (Anamnese). Weitere Untersuchungen helfen dabei, die Ursachen zu finden. Dazu veranlasst der Arzt unter anderem Urinuntersuchungen oder einen Abstrich. Manchmal sind auch eine Ultraschalluntersuchung oder ein Bluttest notwendig. Um mögliche Schmerzen durch den Harnverhalt zu lindern, bekommen Betroffene zunächst einen Harnröhrenkatheter gelegt. Damit kann der Urin aus der Harnblase abfließen. Die weitere Behandlung richtet sich nach der Ursache des Harnverhalts. Etwa bei Harnwegsinfekten verschreibt der Arzt Antibiotika. Blasensteine entfernt er in einem kleinen Eingriff – meist im Rahmen einer Blasenspiegelung. Bei Blasentumoren ist eine Operation nötig. Weiterlesen: Harnverhalt: Ursachen Das könnte Sie auch interessieren
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