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Harndrang: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. September 2014)

Harndrang ist eine normale Funktion der Blase, die bei zunehmender Blasenfüllung entsteht. Ein ständiger, besonders starker oder unbeherrschbarer Harndrang kann aber Anzeichen für eine Störung sein.

Der menschliche Körper produziert täglich etwa 1 bis 1,5 Liter Urin, mit dem er Abbauprodukte ausscheidet. Die tatsächliche Urinmenge hängt unter anderem von der Flüssigkeitszufuhr ab. Der Urin bildet sich in den Nieren und sammelt sich konzentriert in der Harnblase an, wobei die Blasenwand zunehmend unter Spannung gerät. Ist die Blase voll (d.h. ist die Kapazitätsgrenze der Blase von 300-500 ml erreicht), entsteht Harndrang.

Für den Harndrang sorgen reizaufnehmende Zellen (sog. Rezeptoren), die in der Blasenwand liegen: Sie registrieren die Wandspannung und melden sie an die Bereiche im zentralen Nervensystem (ZNS = Gehirn und Rückenmark), die für die Blasenkontrolle zuständig sind.

Gesunde Menschen können die Funktion der Blase bewusst steuern. Für den Verschluss der Blase (sog. Kontinenz) sorgen zum einen Muskelgeflechte um den Blasenausgang und die hintere Harnröhre und zum anderen die Beckenbodenmuskulatur. Wenn diese Muskeln willentlich erschlaffen und gleichzeitig der Blaseninnendruck durch harnaustreibende Muskeln steigt, beginnt die Blasenentleerung (sog. Miktion).

Bei gesteigerter Trinkmenge ist ein häufiger Harndrang mit Blasenentleerung normal. Steigt die tägliche Urinmenge auf über 2 bis 3 Liter, bewegt sich die Menge nicht mehr im Normalbereich. Häufig tritt diese sogenannte Polyurie in Kombination mit einem verstärkten Durstgefühl auf, etwa bei Diabetes mellitus. Besteht lediglich ein vermehrter Harndrang ohne eine erhöhte Urinausscheidung, sprechen Mediziner von einer Pollakisurie. Wenn ein verstärkter Harndrang nur nachts auftritt und man in einer Nacht mehr als zweimal die Blase entleeren muss, liegt eine Nykturie vor.

Ein nicht beherrschbarer Harndrang kann in Extremfällen bis zur Blaseninkontinenz führen.




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