Halsschmerzen: Wenn es im Hals schmerzt und kratzt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Juli 2017)

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Bei Halsschmerzen kratzt, brennt und schmerzt es meist in Hals und Rachen. Häufig treten gleichzeitig Schluckbeschwerden auf. Meist sind Halsschmerzen harmlos und bessern sich nach einigen Tagen von selbst.

Was sind Halsschmerzen?
Halsschmerzen sind ein häufiges Symptom, das vor allem als Begleiterscheinung bei Infekten der oberen Atemwege auftritt, etwa im Rahmen einer Erkältung, oder bei Erkrankungen, die den Hals- und Rachen-Raum betreffen, wie zum Beispiel bei einer Mandelentzündung. Daneben gibt es zahlreiche weitere Ursachen.

Oft werden Halsschmerzen von weiteren Beschwerden begleitet, wie zum Beispiel:

Ist die Ursache ein Infekt, kommt in vielen Fällen auch Fieber als Symptom hinzu. Bei einer Mandelentzündung sind die Mandeln geschwollen, gerötet oder sogar vereitert. Bei infektbedingten Halsschmerzen sind außerdem häufig die Lymphknoten am Unterkiefer und am Hals geschwollen.

Halsschmerzen: Mögliche Ursachen

Halsschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Oft sind Infekte durch Viren und Bakterien Schuld an den Halsschmerzen. Sie lösen im Hals- und Rachen-Raum entzündliche Prozesse aus. Als Folge röten sich die Schleimhäute in Hals und Rachen, schwellen an und schmerzen. In den meisten Fällen entstehen Halsschmerzen allerdings durch eine Infektion mit Viren, etwa einem Virus-Infekt der oberen Atemwege (z.B. im Rahmen einer Erkältung).

Grundsätzlich gibt es bei Halsschmerzen jedoch eine ganze Reihe an möglichen Ursachen, die infrage kommen können, wie zum Beispiel:

Halsschmerzen: Diagnose

Um die Ursache der Halsschmerzen besser eingrenzen und eine genaue Diagnose stellen zu können, stellt der Arzt zunächst oft einige Fragen, zum Beispiel zu

  • den genauen Beschwerden,
  • möglichen Vorerkrankungen,
  • Allergien und Unverträglichkeiten,
  • derzeit eingenommenen Medikamenten,
  • dem allgemeinen Wohlbefinden oder
  • den Lebensgewohnheiten (z.B. Rauchen, Alkoholkonsum, Beanspruchung der Stimme).
Halsschmerzen: Das Bild zeigt einen Arzt, der eine Patientin untersucht. © Jupiterimages/Stockbyte

Bei Halsschmerzen untersucht der Arzt den Hals- und Rachen-Raum.

Es folgt eine gründliche Untersuchung von Hals und Rachen, um die Ursache der Halsschmerzen zu ermitteln. Dabei drückt der Arzt mit einem Holzspatel die Zunge auf den Mundboden und schaut mit einer kleinen Lampe in Mund und Rachen, ob diese entzündlich gerötet und ob die Mandeln geschwollen oder vereitert sind. Anschließend tastet er Unterkiefer und Hals nach schmerzhaften und geschwollenen Lymphknoten ab. Besteht der Verdacht auf eine Mandelentzündung, nimmt er mit einem Wattestäbchen einen Abstrich von den Mandeln. Diesen lässt der Arzt im Labor auf Erreger untersuchen, bei einer Mandelentzündung sind dies meist A-Streptokokken.

Je nach vermuteter Ursache können bei Halsschmerzen zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein. Dazu zählt zum Beispiel eine Blutuntersuchung, mit der sich Entzündungswerte feststellen oder Erreger nachweisen lassen. Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung horcht der Arzt möglicherweise auch die Lungen mit einem Stethoskop ab.

Um den Kehlkopf genauer zu betrachten, kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine Spiegelung des Kehlkopfs und des Rachens (Laryngoskopie) durchführen. Sieht der Arzt dabei verdächtige Veränderungen der Rachen- oder Kehlkopfschleimhaut, entnimmt er eine Gewebeprobe (Biopsie).

Therapie: Halsschmerzen – was tun?

Häufig sind Halsschmerzen zwar unangenehm, aber eigentlich harmlos – und erfordern nicht unbedingt eine Behandlung durch den Arzt. Da Halsschmerzen oft nach ein paar Tagen von selbst weggehen, kann es ausreichen, nur die Beschwerden zu lindern.

Bessern sich die Halsschmerzen jedoch nicht innerhalb kurzer Zeit von selbst, treten weitere Symptome auf oder verstärken sich die Schmerzen sogar, sollten Sie die Beschwerden von einem Arzt abklären lassen.

Die meisten Menschen wenden zunächst freiverkäufliche Medikamente aus der Apotheke an, etwa Halsschmerztabletten. Diese helfen vor allem gegen akute, erkältungsbedingte Halsschmerzen und entfalten ihre Wirkung lokal in Mund, Hals und Rachen. 

Manche rezeptfreien Präparate lindern die Schmerzen, indem sie die betroffenen Bereiche in Hals und Rachen örtlich betäuben (z.B. Mittel mit Wirkstoffen wie Benzocain, Lidocain, Ambroxol), andere wirkend entzündungshemmend (z.B. Mittel mit Flurbiprofen).

Sogenannte antiseptische Präparate können die Erregerzahl in Hals und Rachen verringern und dadurch die Halsschmerzen abklingen lassen.

Außerdem gibt es Präparate (z.B. mit Isländisch Moos, Eibisch), die die Schleimhaut im Hals- und Rachen-Raum mit einer Art Schutzfilm auskleiden und dadurch das kratzige Gefühl im Hals bessern sollen.

Sogenannte adstringierende Präparate (z.B. mit Aluminiumsalzen) haben einen zusammenziehenden Effekt auf die betroffenen Schleimhautbereiche in Hals und Rachen und wirken dadurch abschwellend.

Auch Schmerztabletten (z.B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen) können bei Halsschmerzen helfen, sollten aber nicht über längere Zeit eingenommen werden.

Wissenswert: Rezeptfreie und freiverkäufliche Medikamente wie Lutschpastillen, Gurgellösungen und Sprays zur Selbstbehandlung können die eigentliche Krankheitsdauer zwar nicht verkürzen, da es sich bei solchen Mitteln um keine ursächliche Therapie handelt. Dennoch sind sie bei Halsschmerzen meist wohltuend und lindern die Beschwerden.

Treten die Halsschmerzen als Folge eines bakteriellen Infekts auf, zum Beispiel einer bakteriellen Mandelentzündung, können Antibiotika helfen. Meist verordnet der Arzt ein Antibiotikum, das gegen viele Erreger wirkt, also ein breites Wirkspektrum hat (sog. Breitbandantibiotikum). Wichtig zu wissen: Die Antibiotika bekämpfen zwar ab der ersten Einnahme die ursächlichen Bakterien, bis die Halsschmerzen abklingen, kann es jedoch bis zu drei Tagen dauern. Statistisch gesehen verkürzen Antibiotika die Krankheitsdauer bei Halsschmerzen um etwa ein bis anderthalb Tage.

Tipp: Grundsätzlich empfiehlt es sich bei Halsschmerzen, alle Dinge zu meiden, die die Schleimhaut im Hals reizen und schädigen, etwa das Rauchen.

Sind andere Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen, Sodbrennen, Allergien) die Ursache der Halsschmerzen, so müssen diese gezielt behandelt werden.

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Auch Hausmittel gegen Halsschmerzen können die Beschwerden lindern. Viele Menschen empfinden bei Halsschmerzen zum Beispiel das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser, Kamillen- oder Salbeitee als wohltuend und schmerzlindernd. Das Trinken von Kräutertees kann ebenso zur Linderung beitragen. Spezielle Kräutertees gegen Halsschmerzen enthalten oft eine Mischung aus verschiedenen Kräutern, wie zum Beispiel Salbei, Fenchel, Anis, Kamille, Süßholz, Ingwer oder Eibisch. Diese Hausmittel befeuchten außerdem die Schleimhäute und lösen bei einer Erkältung oder Entzündung den Schleim.

Als bewährtes Hausmittel gegen Halsschmerzen gelten warme Halswickel und das Inhalieren von Kamillenteedampf. Die Wärme tut dem Hals gut und kann auch Husten lindern.

Manche Menschen wenden auch homöopathische und anthroposophische Medikamente als Hausmittel gegen Halsschmerzen an. Es gibt jedoch keine Studien, die ihre Wirksamkeit belegen.

Allgemein empfehlenswert: Wenn Sie unter Halsschmerzen leiden, sollten Sie am besten viel trinken, sich warm halten und schonen.

Halsschmerzen: Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte e.V.: www.hno-aerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 12.7.2017)

Boenninghaus, H. G., Lenarz, T: HNO. Springer, Heidelberg 2012

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM): Halsschmerzen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/010 (Stand: 1.10.2009)

Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

Patientenleitlinie Halsschmerzen. Online-Information des Medizinischen Wissensnetzwerks evidence.de der Universität Witten/Herdecke: www.patientenleitlinien.de (Stand: Mai 2005)

Aktualisiert am: 13. Juli 2017

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