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Gliederschmerzen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (26. September 2016)

© iStock

Gliederschmerzen sind ein Symptom vieler Erkrankungen – fast jeder, der schon einmal eine starke Erkältung oder eine Grippe hatte, kennt sie aus eigener Erfahrung: Typischerweise schmerzen dann nicht nur die Muskeln oder die Gelenke der Arme und Beine, viele leiden zudem unter Kopfschmerzen, Fieber oder Rückenschmerzen.  

Medizinisch gesehen versteht man unter Gliederschmerzen jegliche Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen der Arme (Ober- und Unterarme, Ellenbogen und Hände) und Beine (Ober- und Unterschenkel, Knie und Füße). Die Bezeichnung ist also sehr weit gefasst: So fallen unter dem Begriff Gliederschmerzen beispielsweise auch Ellenbogenschmerzen nach einem Stoß oder der Muskelkater in den Beinen nach dem Sport

In vielen Fällen sind Gliederschmerzen die Folge einer Infektionskrankheit – meist treten sie im Rahmen einer echten Grippe, seltener bei Erkältungen auf. Die Krankheitserreger (wie etwa Grippeviren) oder die Entzündungen der oberen Atemwege im Rahmen einer Erkältung führen dazu, dass der Körper vermehrt bestimmte chemische Substanzen ausschüttet – sogenannte Pyrogene. Pyrogene sorgen zum einen dafür, dass die Körpertemperatur ansteigt (man bekommt Fieber) und zum anderen, dass die "Schmerzschwelle" fällt. Mit anderen Worten: Die Betroffenen nehmen Schmerzen in ihren Gliedern früher und stärker wahr als normalerweise.

Gliederschmerzen sind nicht gleich Gliederschmerzen

Dabei können die Schmerzen in den Gliedern sehr verschieden ausgeprägt sein: Der schleichende und ziehende Schmerz kann kaum spürbar, aber auch extrem stark sein. Außerdem können Gliederschmerzen

  • nur eine oder beide Extremitäten betreffen,
  • symmetrisch oder einseitig auftreten
  • und unterschiedlich lange andauern.

Starke und länger bestehende Gliederschmerzen wirken sich sehr einschränkend auf die Lebensqualität der Betroffenen aus und sollten daher ärztlich abgeklärt werden. 

Das Bild zeigt eine Frau, die mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen im Bett liegt. © iStock

Typisch für die echte Grippe: Man fühlt sich schlagartig richtig krank. Durch eine Infektion mit Grippeviren leiden die Betroffenen dann unter Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Die gute Nachricht: Muskel- und Gelenkschmerzen der Arme und Beine sind meist harmlos und treten nur vorübergehend auf. Sind beide Extremitäten von solchen Gliederschmerzen betroffen, ist die Ursache oft eine akute Infektion. Diese verursacht neben dem Gliederschmerz in der Regel weitere Symptome: Typisch ist beispielsweise die Kombination aus Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Neben einer starken Erkältung oder Grippe sind zum Beispiel auch die Masern und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oft mit Gliederschmerzen verbunden. Dabei sind die Schmerzen in den Extremitäten ein Anzeichen dafür, dass die Infektion den ganzen Körper erfasst hat und Abwehrreaktionen ablaufen.

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Ständige Gliederschmerzen beider Arme oder Beine sind dagegen selten: Chronische Gliederschmerzen betreffen meist nur eine Extremität und sind Begleiterscheinung einer Grunderkrankung. Bleiben länger bestehende Gliederschmerzen auf eine Extremität beschränkt, können zum Beispiel Durchblutungsstörungen und gestörte oder erkrankte Nerven dafür verantwortlich sein.

Wissenswertes

Auf den Arm beschränkte Gliederschmerzen bezeichnet man als Brachialgie. Solche Muskelschmerzen und/oder Gelenkschmerzen im Arm können auch die Folge einer Brustkrebs-Behandlung (in Form einer Bestrahlung der Achselhöhle oder einer radikalen Entfernung der Brust) sein.

Was tun?

Steckt eine Erkältung oder eine Grippe hinter den Gliederschmerzen, helfen manchmal schon altbekannte Hausmittel wie kalte Wadenwickel oder Tees. Generell ist es bei einer Infektionskrankheit wie der Grippe wichtig, dass Sie Ihrem Körper viel Ruhe gönnen und sich schonen!

Wenn andere Ursachen für die Gliederschmerzen verantwortlich sind – wie etwa eine Entzündung der Nerven, – gilt es, diese konkret von einem Arzt behandeln zu lassen. In solchen Fällen kann der Arzt Ihnen zum Beispiel entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente verschreiben. 

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