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Gelbsucht (Ikterus): Bei Neugeborenen meist harmlos

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. März 2015)

Unter Gelbsucht (Ikterus) versteht man die Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute, bedingt durch eine erhöhte Konzentration des Gallenfarbstoffs Bilirubin im Gewebe.

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Bei verschiedenen Erkrankungen der Leber, der Gallenwege und des Bluts liegt zu viel davon im Blut vor. Es lagert sich dann im Gewebe ab und führt zu einer sichtbar gelben Haut, Schleimhaut und Lederhaut des Auges (Sklera).

Ab einer Gesamt-Bilirubin-Konzentration von über zwei Milligramm pro Deziliter (mg/dl) im Blut wird die Gelbsucht als Gelbfärbung in den Augen erkennbar.

Da eine Gelbsucht Anzeichen einer Leber-, Gallen- oder Blutkrankheit sein kann, muss der behandelnde Arzt nach entsprechenden Grunderkrankungen suchen. Dazu befragt er zunächst den Betroffenen unter anderem nach Vorerkrankungen, vorangegangenen Auslandsaufenthalten oder nach dem Alkoholkonsum. Außerdem hilft eine Blutuntersuchung, einen Ikterus beziehungsweise dessen Ursachen festzustellen.

Im Rahmen einer Gelbsucht kann es – je nach Ursache – neben der typischen Gelbfärbung außerdem zu verschiedenen Symptomen kommen, zum Beispiel:

Welche Therapie bei einer Gelbsucht nötig ist, hängt davon ab, welche Erkrankung dem Ikterus zugrunde liegt. Sind zum Beispiel die Gallenwege durch einen Gallenstein verschlossen und staut sich dadurch die Gallenflüssigkeit auf, entfernt der Arzt den Stein. Die Bilirubinwerte normalisieren sich dann wieder und die Gelbsucht klingt ab.

Neugeborenengelbsucht

Von den krankhaften Ursachen der Gelbsucht abzugrenzen ist jedoch die normale, meist harmlose Gelbfärbung der Haut bei Säuglingen – die sogenannte Neugeborenengelbsucht, fachsprachlich Neugeborenenikterus

Diese Form der Gelbsucht tritt meistens bei gesunden Säuglingen etwa zwei bis drei Tage nach der Geburt auf. Die erhöhten Bilirubinwerte im Blut normalisieren sich nach rund zwei bis drei Wochen. Es besteht kein Grund zur Sorge, wenn Ihr Kind in den ersten Wochen diese Form der Gelbsucht zeigt.

Mehr als die Hälfte aller normalen, gesunden Neugeborenen haben in den ersten Tagen eine harmlose Neugeborenengelbsucht.

Mehr als die Hälfte aller normalen, gesunden Neugeborenen haben in den ersten Tagen eine harmlose Neugeborenengelbsucht.

Die Neugeborenengelbsucht ist fast immer harmlos: Nach der Geburt hat das Neugeborene einen Überschuss an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Diese Blutzellen waren für die Zeit vor der Geburt von Nutzen, um eine optimale Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Nach der Geburt erfolgt die Sauerstoffversorgung des Babys über die Atmung, sodass ein Teil der roten Blutzellen überflüssig wird und zerfällt.

Als Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin entsteht Bilirubin. Da die Leber von Neugeborenen zunächst noch unreif ist, kann sie nicht genügend Bilirubin abbauen. Der Stoff sammelt sich zunehmend im Blut und lagert sich sichtbar in Haut und Schleimhäuten des Säuglings ab – es entsteht eine Neugeborenengelbsucht. 

Innerhalb von zwei bis drei Wochen normalisiert sich der Bilirubinspiegel im Blut – dies zeigt sich auch an der Farbe der Haut. Die Neugeborenengelbsucht verschwindet rasch: Das Baby hat bereits nach spätestens ein bis zwei Wochen wieder eine normale, rosige Hautfarbe. Ist der Bilirubinspiegel im Blut jedoch deutlich erhöht, kommt eine Behandlung des Neugeborenen mit blauem Licht infrage.

Einen eindeutigen Grenzwert hierfür gibt es allerdings nicht. Viele Ärzte wägen zwischen der 12. und 24. Lebensstunde ab einer Bilirubinkonzentration von etwa 12 Milligramm pro Deziliter eine Phototherapie ab. 

Etwa zwischen dem dritten und sechsten Lebenstag kann die Bilirubinkonzentration auf bis zu 17 Milligramm pro Deziliter steigen. Wenn sich der Wert ab dem zehnten Tag nicht normalisiert, sprechen Ärzte von einem sogenannten Icterus prolongatus. Steigt die Konzentration auf bis zu 20 Milligramm Bilirubin pro Deziliter Blut, nennt man dies fachsprachlich Icterus gravis.

Die Behandlung der Neugeborenengelbsucht ist relativ einfach und für das Baby völlig schmerzfrei. Die Kinder werden nur mit einer Windel bekleidet in ein Wärmebettchen gelegt und mit blauem Licht bestrahlt. Um Augenschäden zu vermeiden, deckt man die Augen des Kindes mit einer Schutzbrille ab. 

Das blaue Licht sorgt dafür, dass der Körper des Babys das Bilirubin abbaut – anschließend wird es über den Stuhl und Urin ausgeschieden und die Gelbsucht klingt ab. Nach drei bei vier Stunden dreht man das Kind auf den Bauch beziehungsweise auf den Rücken, um eine möglichst große Hautfläche bestrahlen zu können. Die maximale Bestrahlungsdauer beträgt 12 Stunden. 




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