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Gallenkolik: Definition

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (11. Dezember 2012)

Eine Gallenkolik entsteht ganz plötzlich – meist abends oder nachts nach einer fettigen Mahlzeit. Dabei treten starke, dumpfe Schmerzen auf, die mindestens eine Viertelstunde, höchstens sechs Stunden anhalten.

Eine Gallenkolik äußert sich durch heftige, anfallsartige Schmerzen im rechten Oberbauch, meist unter dem rechten Rippenbogen. Zusätzlich zu den Schmerzen leiden einige Betroffene unter:

Das Bild zeigt eine grafische Darstellung der Gallengänge.

Bei einer Gallenkolik verstopft ein Gallenstein aus der Gallenblase die Gallengänge.

Häufig nehmen Betroffene die Schmerzen nicht nur im rechten Oberbauch wahr, sondern empfinden sie auch in der Mitte des Bauches, in der rechten Schulter oder im oberen Rücken.

Bei einer Gallenkolik nehmen die Schmerzen innerhalb kürzester Zeit rasch zu und bleiben für einige Zeit bestehen. Viele beschreiben die Schmerzen häufig als nahezu unerträglich. Anders als bei einer Nierenkolik kommt es bei einer Gallenkolik zu einem Dauerschmerz – bei einer Nierenkolik treten die Schmerzen stattdessen schubweise auf.

Eine Gallenkolik kann in vielen Fällen zwar nach einiger Zeit von selbst vorübergehen, dennoch sollte man bei Verdacht auf eine Gallenkolik unbedingt einen Krankenwagen rufen oder sich ins Krankenhaus fahren lassen. Der Arzt verabreicht krampflösende Mittel (Spasmolytika) und starke Schmerzmittel, sodass die Schmerzen bald nachlassen.

Während einer Gallenkolik sollte man nichts essen und auf kalorienhaltige Getränke verzichten – diese können die Schmerzen verschlimmern.

Die Ursache für eine Gallenkolik ist in der Regel ein kleiner Gallenstein, der aus der Gallenblase in die Gallengänge gespült wird und von dort in den Dünndarm wandert. Während dieser Wanderung kann es passieren, dass der Gallenstein stecken bleibt und somit den Abfluss von Gallenflüssigkeit verhindert.

Die Folge: Die Muskeln in der Wand der Gallenwege ziehen sich krampfartig zusammen, um den Gallenstein durch die Gallengänge bis in den Dünndarm zu pressen. Diese Krämpfe führen zu den typischen Schmerzen bei einer Gallenkolik.

Wenn der Gallenstein den Dünndarm erreicht hat, sind die starken Schmerzen einer Gallenkolik meistens ausgestanden. Da der wandernde Gallenstein die Innenwand der Gallengänge reizt, verspüren Betroffene oft noch einige Tage nach einer Gallenkolik Schmerzen im rechten Oberbauch.

Mitunter tritt in den folgenden Tagen eine leichte Gelbsucht (Ikterus) auf – darunter versteht man eine Gelbfärbung der Haut und Augen. Der Stuhl der Betroffenen ist häufig entfärbt, da durch den Gallenwegsverschluss die Gallenfarbstoffe im Stuhl fehlen. Außerdem treten oft sogenannte Fettdurchfälle auf, da durch den Mangel an Gallenflüssigkeit der Fettabbau gestört ist.

Nicht bei allen Menschen, die unter Gallensteinen leiden, kommt es zwangsläufig zu einer Gallenkolik. Nur bei etwa jedem vierten Betroffenen führen Gallensteine zu Beschwerden. Zu den Risikofaktoren für eine Gallenkolik gehören vor allem Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte.

Viele weitere Faktoren spielen bei der Gallensteinentstehung eine Rolle. Es gibt beispielsweise die sogenannte "5F-Regel":

  • female: Frauen
  • forty: über 40 Jahre
  • fertile: mit mehreren Kindern
  • fat: Übergewicht
  • fair: und hellem Haar (nordischer Typ)

bekommen besonders häufig Gallensteine. Inzwischen ist häufig auch von der "6F-Regel" die Rede: Da Gallensteine auch genetische Ursachen haben können, steht das sechste F für family (Familie).




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