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Gallenkolik: Definition

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (27. Mai 2014)

Eine Gallenkolik entsteht ganz plötzlich – meist abends oder nachts nach einer fettigen Mahlzeit. Dabei treten wie aus dem Nichts sehr starke und dumpfe Schmerzen im rechten Oberbauch auf, die wenige Minten bis mehreren Stunden anhalten können.

Zusätzlich zu den Schmerzen leiden einige Betroffene bei einer Gallenkolik unter:

Viele beschreiben die Schmerzen bei einer Gallenkolik als nahezu unerträglich. Häufig nehmen Betroffene die Schmerzen nicht nur im rechten Oberbauch wahr, sondern empfinden sie auch in der Mitte des Bauches, in der rechten Schulter oder im oberen Rücken.

Wichtig: Während einer Gallenkolik sollte man nichts essen und auf kalorienhaltige Getränke verzichten – diese können die Schmerzen verschlimmern.

Frauen sind besondern häufig von einer Gallenkolik betroffen. Der Grund: Bei Frauen treten Gallensteine etwa doppelt so oft auf wie bei Männern. Bleiben die Gallensteine in der Gallenblase, verursachen sie in der Regel keine Beschwerden. Werden sie jedoch in die Gallengänge gespült, kann eine Gallenkolik die Folge sein!

Eine Gallenkolik kann in vielen Fällen zwar nach einiger Zeit von selbst vorübergehen, dennoch sollte man bei Verdacht auf eine Gallenkolik unbedingt einen Krankenwagen rufen oder sich ins Krankenhaus fahren lassen. Der Arzt kann krampflösende Mittel (Spasmolytika) und starke Schmerzmittel verabreichen, sodass die Schmerzen bald nachlassen.

Das Bild zeigt eine grafische Darstellung der Gallengänge.

Oft entsteht eine Gallenkolik, wenn ein Gallenstein aus der Gallenblase die Gallengänge verstopft.

Die Ursache für eine Gallenkolik ist meist ein kleiner Gallenstein, der aus der Gallenblase in die Gallengänge gespült wird und von dort in den Dünndarm wandert. Während dieser Wanderung kann es passieren, dass der Gallenstein stecken bleibt und somit den Abfluss von Gallenflüssigkeit verhindert.

Die Folge: Die Muskeln in der Wand der Gallenwege ziehen sich krampfartig zusammen, um den Gallenstein durch die Gallengänge bis in den Dünndarm zu pressen. Diese Krämpfe führen zu den typischen Schmerzen bei einer Gallenkolik.

Sobald der Gallenstein den Dünndarm erreicht hat, lassen die Schmerzen meistens relativ schnell wieder nach. Da der Gallenstein auf seiner Wanderung durch die Gallengänge allerdings die Innenwände reizt, verspüren Betroffene oft einige Tage nach einer Gallenkolik noch Schmerzen im rechten Oberbauch.

Mitunter tritt in den folgenden Tagen eine leichte Gelbsucht (Ikterus) auf – darunter versteht man eine Gelbfärbung der Haut und Augen. Der Stuhl der Betroffenen ist häufig entfärbt, da durch den Gallenwegsverschluss die Gallenfarbstoffe im Stuhl fehlen. Außerdem können nach einer Gallenkolik sogenannte Fettdurchfälle auftreten, da durch den Mangel an Gallenflüssigkeit der Fettabbau gestört ist.

Nicht bei allen Menschen, die unter Gallensteinen leiden, kommt es zwangsläufig zu einer Gallenkolik. Nur bei etwa jedem vierten Betroffenen führen Gallensteine zu Beschwerden.

Zu den Risikofaktoren für eine Gallenkolik gehören vor allem

Viele weitere Faktoren spielen bei der Gallensteinentstehung eine Rolle. Es gibt beispielsweise die sogenannte "5F-Regel":

  • female: Frauen
  • forty: über 40 Jahre
  • fertile: mit mehreren Kindern
  • fat: Übergewicht
  • fair: und hellem Haar (nordischer Typ)

bekommen besonders häufig Gallensteine. Inzwischen ist häufig auch von der "6F-Regel" die Rede: Da Gallensteine auch genetische Ursachen haben können, steht das sechste F für family (Familie).




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