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Erbrechen (Emesis): Alles, was Sie wissen müssen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Januar 2017)

© iStock

Übelkeit und ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend – so kündigt sich oft Erbrechen an. Das Gefühl von Übelkeit bis hin zum Erbrechen entstehen im Gehirn, genauer gesagt im Brechzentrum. Es gibt verschiedene Ursachen und Umstände, die dazu führen, dass das Brechzentrum aktiviert wird – dazu zählen etwa Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, kurvenreiche Autofahrten oder weil man zu viel gegessen hat. 

Bei einer Magen-Darm-Grippe zeigen sich neben Übelkeit und Erbrechen meist noch weitere unangenehme Begleitsymptome wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Fieber. Typisch für eine Lebensmittelvergiftung ist ebenfalls ein plötzlich einsetzender Brechdurchfall, der manchmal mit Übelkeit, Bauchkrämpfen und Fieber begleitet wird. 

Auch nach einem Sturz auf den Kopf sind Übelkeit und Erbrechen möglich. Der Grund: Durch die ruckartige Bewegung beziehungsweise den Sturz an sich schlägt das in der Hirnflüssigkeit schwimmende Gehirn gegen den Schädelknochen. Man spricht dann auch von einer sogenannten Gehirnerschütterung – in den meisten Fällen klingen die Symptome innerhalb weniger Tage ohne Folgen wieder ab. 

In seltenen Fällen kommt es auch ohne vorangehende Übelkeit und ohne erkennbare Ursache zum Erbrechen. Dies ist meist ein Zeichen dafür, dass das Brechzentrum im Gehirn durch Hirndruckerhöhung direkt gereizt wurde. Ein erhöhter Hirndruck kann unter anderem als Folge einer Hirnhautentzündung, eines Hirnabszesses oder einer Tumorerkrankung auftreten.

Weiterhin können Übelkeit und Erbrechen durch weitere Erkrankungen wie zum Beispiel Essstörungen, Augen- oder Ohrenerkrankungen hervorgerufen werden. Auch bestimmte Medikamente können Erbrechen auslösen – zum Beispiel herzwirksame Glykoside ("Digitalis"), Zytostatika, Kalium- oder Eisentabletten, Antibiotika oder Theophyllin

Etwa 50 Prozent aller Schwangeren leiden in der Frühschwangerschaft unter morgendlichem Erbrechen, manchmal mit und manchmal ohne Übelkeit. Dieses Phänomen bezeichnen Mediziner auch als Emesis gravidarum. Die genauen Ursachen hierfür sind nicht bekannt, vermutlich spielen aber bestimmte Hormone eine entscheidende Rolle. Die gute Nachricht für alle Schwangere: Zwischen der 12. und 16. SSW klingt das morgendliche Nüchtern-Erbrechen meist wieder ab.

Was ist Erbrechen?

Erbrechen ist im Grunde genommen ein Schutzreflex des Körpers. Durch die schwallartige und meist unwillkürliche Entleerung des Magens entledigt er sich schädlicher Stoffe – zum Beispiel nach einer Lebensmittelvergiftung, nach zu viel Alkohol oder wenn man sich mit einem Magen-Darm-Virus angesteckt hat. 

Es handelt sich dabei um ein komplexes Geschehen, bei dem die Nahrung aus der Speiseröhre oder dem Magen durch

  • Anspannung der Bauchmuskeln,
  • Tiefertreten des Zwerchfells
  • und Öffnung des Magenmundes (Kardia)

bis in die Mundhöhle gepresst wird.

Je nachdem, was die betroffene Person erbricht, unterscheidet man:

  • Erbrechen von Gallenflüssigkeit (Galleerbrechen)
  • Bluterbrechen (Hämatemesis)
  • Koterbrechen (Miserere oder Kopremesis)

Erbrechen mit Blut ist ein ernsthaftes Symptom, das auf eine Verletzung der Speiseröhre oder der Magenschleimhaut hindeutet. Hier sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Farbe des Blutes im Erbrochenen gibt dabei schon einen Hinweis auf die Ursache: 

  • bräunlich-schwarzes Blut weist auf eine Blutung in Magen oder Zwölffingerdarm hin,
  • rotes Blut spricht für eine Verletzung der Speiseröhre.

Vor allem länger anhaltendes Erbrechen sowie Bluterbrechen müssen unbedingt ursächlich untersucht und von einem Arzt behandelt werden. Kommt es über einen längeren Zeitraum immer wieder zu Erbrechen, ist es wichtig, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Erbricht jemand immer gleich wieder, was er zuvor getrunken hat, benötigt er Flüssigkeit und Elektrolyte als Infusion über die Vene.

Bei leichtem Erbrechen – zum Beispiel im Rahmen eines Magen-Darm-Infekts – reicht es oft aus, sich und den Magen einige Tage zu schonen. Hier können auch altbewährte Hausmittel helfen, wie

Gegen Übelkeit und Erbrechen sind auch Tees mit Kümmel, Pfefferminze und Ingwer empfehlenswert. 

Um die Brechanfälle zu stoppen und der Übelkeit entgegenzuwirken, kann zudem auch eine symptomatische Therapie mit Medikamenten sinnvoll sein. Wirkstoffe gegen Übelkeit und Erbrechen bezeichnet man im Allgemeinen als Antiemetika. Diese Medikamente bekämpfen zwar nicht die Ursache, nämlich die zugrunde liegende Erkrankung, verhindern aber weiteres Erbrechen. 

Wenn die Mittel nicht im Magen bleiben, kann der Betroffene sie auch als Zäpfchen anwenden. In schweren Fällen von Erbrechen verabreicht der Arzt die Antiemetika als Infusion.

Erbrechen bei Kindern

Kinder, vor allem Kleinkinder, erbrechen noch viel häufiger als Jugendliche und Erwachsene. Das liegt daran, dass bei ihnen der Magen und das Gehirn noch nicht ausgereift sind. Hier können bereits kalte Speisen, große Vorfreude oder anhaltendes Schreien dazu führen, dass das Kind erbricht. 

Bei Kleinkindern muss man Spucken und Speien von Erbrechen unterscheiden! Wenn ein Kind unmittelbar nach der Mahlzeit oder einige Zeit später kleine Nahrungsreste oder vergorene Milch mit aufstößt, ist das kein Erbrechen. Manche Babys spucken oder speien sogar das ganze erste Lebensjahr. Das ist zwar nervig, aber nicht gefährlich.

Auf der anderen Seite kann Erbrechen bei Kindern aber auch auf eine bevorstehende Erkrankung hindeuten. Hat das Kind gleichzeitig Fieber und Durchfall, liegt möglicherweise eine Magen-Darm-Infektion vor. In den ersten fünf Lebensjahren sind dafür in etwa 40 Prozent – also fast die Hälfte – der Fälle sogenannte Rotaviren verantwortlich.

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Allerdings kommen auch viele weitere Ursachen infrage – zum Beispiel bakterielle Infektionen, psychische Störungen oder auch Parasiten. Außerdem kann es vor allem bei Neugeborenen und Säuglingen zu einer Verdrehung des Darms, seltener des Magens kommen (Volvulus), die mit Erbrechen einhergeht.

Wenn Kinder erbrechen, ist es vor allem wichtig, der damit verbundenen Austrocknungsgefahr entgegenzuwirken. Eltern sollten versuchen, dem Kind schluckweise und in kurzen Abständen kleine Mengen Tee zu geben – zum Beispiel

  • Fenchel-,
  • Pfefferminz-
  • oder Kamillentee.

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