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Bluterbrechen (Hämatemesis)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Mai 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bluterbrechen ist eine besondere Form des Erbrechens, bei der die Betroffenen Blut speien. Das Blut stammt dabei meist aus dem oberen Bereich des Verdauungstrakts, etwa aus dem Magen oder der Speiseröhre. Mediziner bezeichnen Bluterbrechen als "Hämatemesis".

Die Ursachen von Bluterbrechen sind meist Blutungen im oberen Magen-Darm-Bereich, also im Anfangsbereich des Verdauungstrakts. Blutet es in tieferen Abschnitten (z.B. im Dickdarm), kommt es nicht zu einer Hämatemesis, sondern zu Blut im Stuhl – das nicht immer sichtbar sein muss.

Blut aus der Speiseröhre, dem Magen oder dem oberen Teil des Dünndarms, dem sogenannten Zwölffingerdarm, ist im Erbrochenen hingegen gut erkennbar:

  1. Wenn Blut mit Magensäure in Berührung kommt, verfärbt es sich schwarz. Dies ist beispielsweise bei einem blutenden Magengeschwür (Ulcus ventriculi) der Fall. Erbricht der Betroffene dieses Blut, erinnert das Erbrochene an Kaffeesatz ("kaffeesatzartiges Bluterbrechen").
  2. Frisches Blut, das noch nicht durch die Magensäure angegriffen wurde, ist hingegen rot und stammt etwa aus einer verletzten Krampfader der Speiseröhre (Ösophagusvarize).

In seltenen Fällen ist es möglich, dass das Bluterbrechen die Folge von verschlucktem Blut aus einer Blutungsquelle im Nasen-Rachen-Raum ist – zum Beispiel bei heftigem Nasenbluten

Neben einem Magengeschwür und Ösophagusvarizen kommen auch Magenschleimhautdefekte, Schleimhautschäden in der Speiseröhre oder ein Zwölffingerdarmgeschwür bei der Hämatemesis als Ursachen infrage. Nur in seltenen Fällen ist Magenkrebs die Ursache für das Bluterbrechen.

Bluterbrechen sollte immer ärztlich abgeklärt werden – es handelt sich dabei um einen Notfall! Eine Hämatemesis erkennt der Arzt am besten, wenn sich der Betroffene zum Beispiel im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts übergeben muss, und der Mediziner das Erbrochene direkt beurteilen kann. Aber auch die Schilderung des Patienten oder seiner Angehörigen reichen aus, um die Diagnose Bluterbrechen zu stellen.

Wichtig für den Arzt ist unter anderem die Farbe des Erbrochenen: bräunlich-schwarzes Blut weist auf eine Blutung in Magen oder Zwölffingerdarm hin, rotes Blut spricht für eine Verletzung der Speiseröhre.

Dann muss der Arzt mit verschiedenen Untersuchungen schnell die Ursache der Hämatemesis herausfinden, um rasch und richtig handeln zu können. Dazu klärt der Arzt zunächst in einem Gespräch, ob Erkrankungen bekannt sind, die zu Bluterbrechen führen können, zum Beispiel ein Magengeschwür oder Ösophagusvarizen, wie sie bei schweren Lebererkrankungen entstehen können. Anschließend führt er eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm durch (Ösophagogastroduodenoskopie, ÖGD oder auch kurz Gastroskopie), um zu erkennen, wo es genau blutet.

Manchmal sind weitere Untersuchungen notwendig:

Die Therapie der Hämatemesis richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Generell handelt es sich bei Bluterbrechen um einen Notfall. Der Betroffene muss sofort behandelt werden. Oberstes Ziel ist es dabei, die Blutung zu stillen.

Häufig ist dies bereits während der Spiegelung des Magens und Zwölffingerdarms möglich: Ist etwa eine Ösophagusvarize die Ursache der Hämatemesis, bindet der Arzt diese Krampfader mit einer Art Gummiband ab (Ligatur). Alternativ unterspritzt der Arzt die Krampfader mit einem Medikament (Sklerotherapie) oder verschließt die Blutung mit einem Kunststoffkleber (Histoacryl). So kann er die Blutung stillen und es kommt nicht mehr zu Bluterbrechen.

Manchmal ist auch eine Operation nötig, zum Beispiel bei einem blutenden Magengeschwür. Der Chirurg entfernt in einem operativen Eingriff das entzündete Gewebe und vernäht blutende Gefäße, um die Blutung zu stillen und so das Bluterbrechen zu unterbinden.

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