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Blasenschwäche (Harninkontinenz): Unkontrollierter Harnverlust

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (28. September 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Eine Blasenschwäche kann sehr belastend sein. Wenn unkontrolliert Urin aus der Blase abgeht, kann das viele Ursachen haben von einem schwachen Beckenboden bis hin zur vergrößerten Prostata. Mediziner bezeichnen eine Blasenschwäche auch als Harninkontinenz.

Normalerweise sammelt sich Urin der Harnblase und entweicht kontrolliert beim nächsten Toilettengang. Die Fähigkeit, die Harn- und Darmausscheidungen kontrollieren zu können, nennt man auch Kontinenz. Kontinenz entwickelt sich im Kleinkindalter – Babys haben Stuhl und Harn noch nicht noch unter Kontrolle.

Wenn die Blase den Urin nicht speichern kann, kommt es zum unwillkürlichen Harnverlust. Mögliche Gründe für eine Blasenschwäche sind organische Störungen wie eine akute Blasenentzündung oder auch psychische Belastungssituationen. Blasenschwäche kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten.

Es gibt verschiedene Formen der Blasenschwäche. Hierzu zählen vor allem:

  • Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz): Bei einer Belastungsinkontinenz gehen bei körperlicher Anstrengung einige Spritzer Harn ab. Typische Situationen sind etwa Husten, Lachen, Niesen, Heben oder Tragen). Die Belastungsinkontinenz ist vor allem bei Frauen ein häufiges Phänomen.
  • Dranginkontinenz (sog. Reizblase, überaktive Blase): Charakteristisch für die Dranginkontinenz ist ein geradezu "überfallartig" auftretender starker Harndrang. Bei dieser Form der Blasenschwäche geht der Urin mit einem Schwall durch die Harnröhre ab.
  • Mischinkontinenz: Von Mischinkontinenz spricht man, wenn Belastungs- und Dranginkontinenz gemeinsam auftreten.
  • Überlaufinkontinenz: Betroffene mit dieser Form der Blasenschwäche können ihre Harnblase nicht willkürlich leeren. Ist die Harnblase voll, führt der starke Druck zu einem unwillkürlichen, plötzlichen Harnabgang – die Blase "läuft einfach über".
  • Reflexinkontinenz: Bei einer Reflexinkontinenz geht plötzlich Harn ab, ohne dass der Betroffene Harndrang verspürt. Die Person kann die Blasenentleerung weder willentlich beginnen noch unterbrechen. Die Reflexinkontinenz tritt durch Verletzungen oder Fehlbildungen von Nervenbahnen auf.

Harininkontinenz-Video: Wie entsteht unwillkürlicher Urinverlust?

Eine Sonderform der Blasenschwäche ist die extraurethrale Harninkontinenz. Hier entweicht der Harn nicht über die Harnröhre, sondern auf anderem Wege. So kann etwa eine angeborene Fehlanlage der Harnröhre die Ursache sein. Bei Erwachsenen kann der Harn über sogenannte Fisteln "umgeleitet" werden. Fisteln sind um kleine Gänge, die sich im Körperinneren bilden können.

Menschen mit Blasenschwäche leiden meist sehr unter der fehlenden Blasenkontrolle. Sie fühlen sich häufig sozial ausgegrenzt und in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Blasenschwäche ist somit nicht nur ein lästiges körperliches Problem, sondern kann auch mit einer erheblichen psychischen Belastung verbunden sein.

Häufigkeit

Die Angaben zur Häufigkeit der Blasenschwäche schwanken sehr. Dies liegt vermutlich daran, dass eine Blasenschwäche oft mit Scham behaftet ist und viele betroffene Menschen daher nicht offen über ihre Harninkontinenz sprechen. Blasenschwäche ist auch heute noch ein Tabuthema.

Schätzungen zufolge leiden über neun Millionen Menschen in Deutschland an unkontrolliertem Stuhl- oder Urinabgang. Frauen sind dabei wesentlich häufiger von Harninkontinenz betroffen als Männer. Dies gilt vor allem für die Belastungsinkontinenz. Die Blasenschwäche tritt mit zunehmendem Lebensalter gehäuft auf.

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