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Blasenschwäche (Harninkontinenz, unwillkürlicher Harnverlust)

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (25. Juni 2013)

© Jupiterimages/iStockphoto

Im Volksmund ist sie als Blasenschwäche bekannt: Eine Harninkontinenz (unwillkürlicher Harnverlust) liegt vor, wenn unkontrolliert Urin aus der Blase abgeht – was für die Betroffenen meist sehr belastend ist.

Eine gesunde Harnblase kann normalerweise den Urin zurückhalten und kontrolliert beim Toilettengang abgeben. Diese Fähigkeit heißt in der Fachsprache Kontinenz. Die Kontinenz ist jedoch nicht angeboren, sie entwickelt sich erst im Kleinkindalter. Wenn die Blase den Urin nicht speichern kann, kommt es zu einem unwillkürlichen Harnabgang. Mögliche Gründe sind etwa organische Störungen wie eine akute Blasenentzündung oder psychische Belastungssituationen. Blasenschwäche kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten. Mediziner bezeichnen sie auch als Harninkontinenz.

Es gibt verschiedene Formen der Blasenschwäche:

  • Dranginkontinenz (sog. Reizblase, überaktive Blase): Der Harnverlust ist bei dieser Form der Blasenschwäche von einem starken Harndrang begleitet.
  • Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz): Der Harnverlust tritt ohne vorherigen Harndrang bei körperlicher Anstrengung (z.B. beim Husten, Lachen, Niesen, Heben, Tragen) auf.
  • Reflexinkontinenz: Der Harnverlust tritt aufgrund unwillkürlicher Kontraktionen der Blasenwandmuskulatur auf. Ein Harndrang besteht vorher nicht.
  • Überlaufinkontinenz: Betroffene mit dieser Form der Blasenschwäche haben meist Schwierigkeiten, ihre Harnblase willkürlich zu leeren. Ist die Harnblase voll, führt der starke Druck zu einem unwillkürlichen Harnabgang.

Harininkontinenz-Video: Wie entsteht unwillkürlicher Urinverlust?

Eine Sonderform der Blasenschwäche ist die extraurethrale Harninkontinenz. Hier geht der Harn nicht über die Harnröhre, sondern über sogenannte Fisteln ab. Dabei handelt es sich um kleine Gänge, die sich im Körperinneren bilden können.

Menschen mit Blasenschwäche leiden meist sehr unter der fehlenden Blasenkontrolle und fühlen sich häufig sozial ausgegrenzt und in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Blasenschwäche ist somit nicht nur ein lästiges körperliches Problem, sondern kann auch mit einer erheblichen psychischen Belastung verbunden sein.

Häufigkeit

Die Angaben zur Häufigkeit der Blasenschwäche beziehungsweise Harninkontinenz in der Bevölkerung schwanken sehr. Dies liegt vermutlich daran, dass eine Blasenschwäche häufig mit Scham behaftet ist und viele betroffene Menschen daher ihre Beschwerden nicht offen ansprechen. Blasenschwäche ist auch heute noch oftmals ein Tabuthema.

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa jede 3. Person über 65 Jahren eine Blasenschwäche hat. Frauen sind dabei wesentlich häufiger von Harninkontinenz betroffen als Männer. Dies gilt vor allem für die Belastungsinkontinenz. Die Blasenschwäche tritt mit zunehmendem Lebensalter gehäuft auf. Viele ältere Männer leiden zudem an einer gutartigen Prostatavergrößerung, die wiederum zu erhöhtem Harndrang und Blasenschwäche führen kann.

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